Ab ins Autohaus

Ab ins Autohaus
Robust und langlebig: Für den Garagenboden eignet sich zum Beispiel eine lösemittelfreie Epoxidharzdispersion wie hier von hahne Bautenschutz. Foto: epr/hahne/René Mansi

Für Bauherren, die gerade ein Haus planen, ist die Garage meist eher nebensächlich. Auf den ersten Blick mag das stimmen. Doch ein praktisch gestaltetes, trockenes Plätzchen für das Auto erweist sich im Alltag als wichtiger Begleiter.

So kennt man den Garagentor-Klassiker: Ein Stahl-Schwingtor lässt sich farblich passend zur Hausfassade gestalten und ist eine preisgünstige Variante. Foto: epr/Normstahl

Das Auto benötigt man in der Regel mehrmals am Tag. Man möchte es gut und sicher untergebracht wissen, außerdem muss es schnell verfügbar sein. Das sind wichtige Aspekte für die Garagenplanung. Am Anfang der Überlegungen, wie eine Garage aussehen soll, steht die Bedarfsermittlung: Was muss alles in die Garage hinein? Klassische Abmessungen für eine Einzelgarage sind 3 x 6 Meter. Da passt dann allerdings auch nicht viel mehr hinein als ein Auto. Wer also noch Fahrräder oder gar Fahrradanhänger dort unterstellen möchte, Winter- bzw. Sommerreifen einlagern will oder eventuell noch ein trockenes Plätzchen für Gartenmöbel oder Rasenmäher sucht, der sollte das vorab berücksichtigen und die Garage entsprechend groß dimensionieren. Auch mit manchen heute gängigen Automodellen haben Sie in einer solch knapp bemessenen Garage kaum noch Platz zum Ein- und Aussteigen, geschweige denn zum Rangieren.

Doch aufgepasst: Auch beim Garagenbau hat man sich natürlich an die Vorschriften der Bauordnung zu halten. Wichtig: Die Mindestabstände zu Grundstücksgrenzen müssen eingehalten werden, ebenso wie Vorgaben zur maximalen Höhe und Breite des Gebäudes. Die gesetzlichen Vorgaben variieren je nach Bundesland. In einigen sind Garagenbauten generell genehmigungspflichtig, in anderen wiederum nicht. Und dann gibt es noch Bundesländer, in denen der Bauherr eine Garage ohne Genehmigung errichten darf, vorausgesetzt, er hält sich an bestimmte, festgelegte Auflagen. Sie bzw. Ihr Bauträger oder Architekt müssen sich also in jedem Fall vorab über die Gesetzeslage in ihrem Bundesland informieren.

Wie viel Garage?

Effizient und praktisch: Die LED-Stripes in diesem Garagentor sind mit einem Bewegungsmelder gekoppelt. So geht das Licht nur an, wenn man es wirklich braucht. Foto: Teckentrup

Bei der Größe der Garage gilt es, einen Kompromiss zu finden. Schließlich geht jeder Quadratmeter, den sie für die Garage einplanen, auch von Ihrem Grund und eventuell Garten ab. Andererseits sind geschützte Stellfläche und trockener Stauraum im Alltag auch herrlich bequem. Überlegen Sie also genau, was in die Garage muss bzw. soll. Oftmals lässt sich auch neben oder vor der Garage noch ein überdachter Stellplatz, sprich ein Carport realisieren. Das könnte beispielsweise für den Zweitwagen ausreichen. Schließt eine Garage direkt ans Wohnhaus an, ist in der Regel eine Durchgangstür eingeplant, sodass man trockenen Fußes vom Haus zum Auto in der Garage gelangt.

Bei solchen Lösungen bietet es sich an, auch auf eine ausreichende Wärmedämmung der Garage zu achten. Bei gedämmten Wänden muss dann natürlich die größere Wanddicke in die Grundmaße eingerechnet werden. Allerdings ist es wichtig, dass im Winter Schnee und Pfützen in der Garage abtrocknen können. Daher empfiehlt es sich, dann ein Garagentor mit einer Bodendichtung mit Belüftungsschlitzen zu wählen. Achten Sie außerdem auf einen weiteren wichtigen Punkt: die Einbruchsicherung der Garage bzw. des Garagentors. Zum einen sollen Fahrzeug und Habseligkeiten gut geschützt sein, zum anderen führt eben in manchen Fällen der Weg über die Garage direkt ins Haus.

Nach oben oder zur Seite

Seiten-Sektionaltore sind praktisch, wenn der Platz unter dem Garagendach nicht frei ist. Vorteil: Die Garage kann dann auch durch einen schmalen Eingang betreten werden. Nicht immer muss man das komplette Tor öffnen. Foto: Hörmann

Bei den Garagentoren stehen verschiedene Öffnungsmechanismen zur Auswahl, die jeweils unterschiedlich viel Platz in Anspruch nehmen. In der Regel entscheidet man sich zwischen einem Schwing- oder Kipptor und einem Sektionaltor. Ein Schwingtor ist aus einem Stück gefertigt, besteht in der Regel aus verzinktem Stahlblech und wird immer nach oben geöffnet. Dabei schwingt das Torblatt in einem bestimmten Radius nach außen aus, bevor es unter der Garagendecke verschwindet. Dafür müssen sie den nötigen Platz vor und in der Garage einkalkulieren und freihalten. Schwingtore sind Standard und eine relativ preisgünstige Torvariante. Ein Kipptor funktioniert im Prinzip ähnlich, nur dass es nicht nach außen ausschwingt, sondern dass sich die Unterkante des Tors vertikal entlang des Torrahmens nach oben bewegt. Dadurch braucht es allerdings einen größeren Radius in der Garage, um sich zu öffnen.

Sektionaltore bestehen aus mehreren einzelnen Paneelen, die über Scharniere miteinander verbunden sind und beim Öffnen senkrecht nach oben laufen. Dadurch kann das Tor auch bewegt werden, wenn direkt davor ein Fahrzeug parkt – es benötigt keinen Radius zum Öffnen. Ideal sind solche Tore also immer dann, wenn man wenig Platz vor der Garage hat. Zum anderen minimieren diese Tore auch die Unfallgefahr, da sie nicht ausschwingen. Es gibt auch Sektionaltore, die sich zur Seite hin öffnen. Der Vorteil: Man kann die Garage auch durch einen Spalt betreten, es muss nicht immer die komplette Torbreite geöffnet werden.

Automatische Öffner

Bei dieser smarten Garage reicht ein Fingertipp auf dem Smartphone aus, und das Tor schließt oder öffnet sich – je nach Wunsch. Foto: Zapf

Dank spezieller Hebelmechanismen lassen sich moderne Garagentore sehr leicht und mühelos öffnen. Doch kaum jemand möchte heute noch auf eine automatische Steuerung verzichten. Es ist einfach sehr bequem, beim Heimkommen das Tor per Funksender vom Auto aus zu öffnen und direkt in der Garage zu parken. Eine weitere, etwas teurere Variante ist ein maßgefertigtes Rolltor aus Aluminiumlamellen. Diese Tore verfügen über eine Antriebsautomatik und eine automatische Stoppfunktion, um Unfälle zu vermeiden. Es gibt sie auch in den unterschiedlichsten Designs, zum Beispiel in Holzoptik.

Lesen Sie dazu auch unsere Checkliste über Garagentore.

Schnell gebaut

Der Fertiggaragenhersteller Zapf hat eine „E-Garage“ im Angebot, in der die Ladesäule für das Elektroauto gleich mit integriert ist. Foto: Zapf

Die Bauweise der Garage hängt vom Budget und von der Zeit ab. Am schnellsten geht es mit einer Fertiggarage, vorausgesetzt, der Hersteller hat keine zu langen Produktions- und Lieferzeiten. Fertiggaragen können aus Beton, Holz oder Stahl bestehen, und werden entweder komplett vorgebaut und dann am Bauplatz auf das Fundament gestellt oder in großen, vorproduzierten Einzelteilen vor Ort zusammengesetzt. Natürlich gibt es Fertiggaragen in Standardmaßen, aber auch eine Planung nach individuellen Abmessungen ist möglich. Einige Betonfertiggaragenanbieter haben inzwischen auch Modelle mit integrierter Elektroladestation für E-Autos oder E-Bikes im Programm. Bei der Optik der Garage sind keine Grenzen gesetzt: Mit verschiedensten Putzvarianten und Farbanstrichen kann der Garage ein unverwechselbares Gesicht verliehen werden. Bei der klassischen Variante passt sich die Garage dem Haupthaus an – unter anderem in der Dachform und auch der Fassadengestaltung. Das wirkt besonders harmonisch.

In unserer Checkliste Garagen und Carports dreht sich alles um den Autostellplatz.


Das könnte Sie auch noch interessieren:
Mehr Platz unterm Dach
Wärme halten und abhalten: Welches Fenster wohin gehört
Unser Onlineshop

Immer top informiert: Jetzt für den Newsletter anmelden