Aktuelle Fördermittel

Aktuelle Fördermittel
Foto: BHW Bausparkasse

Das Baukindergeld wurde wiederbelebt. In puncto staatlicher Förderung ist das aber bei Weitem nicht alles: Denn Bauherren können bereits jetzt einige andere Geldquellen anzapfen, um die Finanzierung des Eigenheims zu verbilligen. Verschaffen Sie sich mit uns einen ersten Überblick.

Planen Sie ein modernes Einfamilienhaus mit innovativer Energieversorgung, stehen verschiedene Fördertöpfe bereit. Foto: epr/Wolf-Haus

Rund 4 Milliarden Euro in den nächsten vier Jahren soll die Neuauflage der Eigenheimförderung unter der Bezeichnung „Baukindergeld“ insgesamt kosten. Demzufolge bekommen Familien pro Sprössling, so der Plan, 12.000 Euro – verteilt auf zehn Jahre mit jeweils 1.200 Euro. Dagegen sind Einkommensgrenzen vorgesehen, um Mitnahmeeffekte bei Spitzenverdienern zu vermeiden. Die Förderung erhalten Familien mit höchstens 75.000 Euro Haushaltseinkommen im Jahr. Zudem kommen kommen je Kind oben drauf satte 15.000 Euro Freibetrag.

Sicher, die Eigenheimzulage 2.0 ist mehr als nur der viel zitierte Tropfen auf den heißen Stein. Allerdings ist sie nicht die einzige Möglichkeit staatlicher Förderung. So bietet etwa die staatliche Förderbank KfW in unterschiedlichen Programmen konkurrenzlos zinsgünstige Darlehen. Überdies greifen die Bundesländer sowie Städte und Gemeinden Bauherren finanziell teils kräftig unter die Arme, und auch Energieunternehmen tun das bisweilen. „Die geschickte Kombination mehrerer Fördermöglichkeiten kann schnell einige 10.000 Euro bringen“, erklärt Florian Haas, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e. V. Im Folgenden ein Überblick über staatliche und andere Geldquellen und Finanztöpfe:

KfW-Förderung

Bei fast allen großen Fertighausanbietern sind heute KfW-Effizienzhäuser Standard. Und für den Bau eines solchen gibt es zinsgünstige Darlehen bei der KfW. Foto: WeberHaus/BHW Bausparkasse

Als Staatsbank ist die KfW verlängerter Arm der Politik. Vornehmste Aufgabe: die Bereitstellung möglichst günstiger Finanzmittel, um politische Ziele zu erreichen. Erstens ist, breiten Bevölkerungsschichten den Erwerb von Wohneigentum zu ermöglichen. Zweitens: die auf Dauer deutliche Verringerung des Energieverbrauchs bei Neubauten und bei Bestandsimmobilien. Dabei gliedert die Staatsbank ihr Förderangebot in viele unterschiedliche Programme. Deswegen sei Bauherren zwecks tieferen Einstiegs die Internetseite www.kfw.de empfohlen, damit sie stets auf der Höhe der Zeit sind. Denn die KfW aktualisiert nicht nur regelmäßig die Zinskonditionen, sondern ändert bisweilen auch die Programminhalte. Für Bauherren kommen momentan folgende KfW-Programme infrage:

Energieeffizient Bauen (Kredit 153): Bis 100.000 Euro Kredit ab 1,36 Prozent effektiver Jahreszins (Stand: August 2018) bekommt, wer ein neues „KfW-Effizienzhaus“ (55, 40 oder 40 Plus) baut oder eine entsprechende Eigentumswohnung kauft. Leider bietet die Staatsbank seit Mitte April keine Kredite mehr mit 20 Jahren Zinsbindung und keine kostenfreien Sondertilgungen mehr. Die Dauer der Zinsbindungsfrist beträgt jetzt nur noch zehn Jahre. Überdies sind nur noch sechs Monate von einer Bereitstellungsprovision befreit.

KfW-Wohneigentumsprogramm (Kredit 124): Mit 50.000 Euro Kredit pro Vorhaben ab 1,0 Prozent effektivem Jahreszins wird der Bau oder Kauf von selbst genutzten Häusern oder Eigentumswohnungen gefördert. Positiv: Dieses Programm lässt sich kombinieren mit anderen KfW-Förderprodukten wie „Energieeffizient Bauen“.

Erneuerbare Energien (Kredit 270): Vom Programm „Erneuerbare Energien – Standard“ profitieren kühle Rechner, die ins Energiesparen investieren. Gefördert werden unter anderem Photovoltaikanlagen auf Dächern und an Fassaden sowie Batteriespeicher. Mit dem Programm „Erneuerbare Energien – Speicher (Kredit 275)“ wird ausschließlich die Nutzung von stationären Batteriespeichersystemen in Verbindung mit Photovoltaikanlagen unterstützt. Die KfW-Förderung für die Installation eines Batteriespeichers endet zum 31.12.2018.

Die KfW auch für Sanierer

Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung (Zuschuss 431): Die KfW übernimmt 50 Prozent der Kosten, höchstens 4.000 Euro pro Vorhaben für die Baubegleitung. Bauherren können diese Förderung im KfW-Zuschussportal online beantragen. Hier erfahren sie auch die Zuschusshöhe.

Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle (Zuschuss 433): Wer als Bauherr oder Eigentümer ein Brennstoffzellensystem in ein neues oder bestehendes Gebäude einbaut, erhält bis zu 28.200 Euro Zuschuss je Brennstoffzelle. Förderfähig für ein stationäres Brennstoffzellensystem in den Leistungsklassen 0,25 bis 5,0 kW sind die Anschaffung, der Einbau, ein Vollwartungsvertrag in den ersten zehn Jahren sowie die Leistungen eines Experten für Energieeffizienz.

Aktuelle Fördermittel von der BAFA

Gleichfalls ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine bewährte Geldquelle. Profitieren können Sanierer und – eingeschränkt – auch Bauherren. Allerdings werden werden nur Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt gefördert. Sämtliche Details über die BAFA-Förderung und deren Konditionen finden Sie im Internet unter www.bafa.de. Neben diesen Fördermöglichkeiten gibt es weitere Geldquellen auf Länderebene sowie bei Städten und Gemeinden. Auch privatwirtschaftliche Fördertöpfe bei Unternehmen können Bauherren nutzen.

Bundesländer

Die Landesförderbanken kümmern sich um das operative Fördergeschäft. Die – politisch geprägten – Prioritäten dabei sind, wenn nicht identisch, dann doch sehr ähnlich. Im Fokus sind bestimmte Zielgruppen oder Maßnahmen. Gefördert werden weniger finanzstarke Familien durch vergleichsweise zinsgünstige Darlehen zum Erwerb von Wohneigentum. Das Geld von den Bundesländern ist, anders als bei den KfW-Krediten, fast immer an Einkommensgrenzen geknüpft. Überdies wird der Bau oder Kauf von Wohneigentum mit hohen energetischen Standards, zudem der Einsatz von erneuerbaren Energien gefördert. Den kompletten Überblick über die Länderförderung gibt es im Internet unter www.baufoerderer.de.

Tipp: Zeit ist Geld
Bei der Länderförderung gilt das sogenannte Windhund-Verfahren. Wer bereits früh im Jahr seinen Förderantrag stellt, dürfte meist bedient werden. Falls nicht, muss der Antragsteller bis zum darauf folgenden Kalenderjahr und auf die wieder sprudelnden Geldquellen warten. Also: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Kommunen

Auch Städte und Gemeinden haben ein durchaus gut bestücktes Förderarsenal. So können Familien mancherorts Grundstücke zu günstigen Preisen erwerben. Andere Kommunen fördern besonders Familien mit Kindern. Einen Überblick vermitteln Portale wie www.aktion-pro-eigenheim.de. Ein Tipp: Die beste Informationsquelle ist und bleibt die örtliche Kommunalverwaltung. Manche Gemeinden bieten sogenannte Einheimischen-Modelle, dank derer Familien, die bereits in der Gemeinde leben, Grundstücke mit Preisnachlass, mit sogenanntem Bürgermeister-Rabatt, kaufen können. Auch darüber gibt es Informationen in der Gemeindeverwaltung.

Energieversorger

Die großen Strom- und Gaslieferanten in Deutschland belohnen den Einsatz innovativer Technik wie etwa Wärmepumpen oder Solar- und Erdwärmekollektoren. Dazu zählt auch das Kleinstkraftwerk, das im Keller des Eigenheims Wärme und Strom produziert. Erste Infoquelle für die regionalen Förderlandschaften sind die Landesenergieagenturen. Eine Übersicht hierzu gibt es unter www.energieagenturen.de/der-ead/mitglieder. Dort sind aber bei Weitem nicht alle Ansprechpartner in Deutschland gelistet. Nachfragen beim Landkreis lohnt sich. Also: Wer suchet, der findet. Man muss sich vorab nur ein wenig durch den Förderdschungel kämpfen. Grundsätzlich gilt: Zunächst immer den Förderantrag abgeben und genehmigen lassen, dann erst loslegen. Jedoch prüfen Sie die Kombination unterschiedlicher Förderprogramme, um den finanziellen Nutzen zu optimieren.


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