Alles drin im Werkzeugkasten?

Alles drin im Werkzeugkasten?
Der Laser-Entfernungsmesser „Zamo“ von Bosch lässt sich dank verschiedener Adapter vielseitig einsetzen. Foto: Bosch

Mit einer soliden Grundausstattung an Werkzeugen lassen sich viele Arbeiten im Haushalt auch in Eigenregie erledigen. Doch was gehört alles in den Werkzeugkasten? Wir haben die wichtigsten Helfer für Sie zusammengestellt.

Egal, ob Sie in einer schicken Eigentumswohnung leben oder in einem großzügigen Haus: In den eigenen vier Wänden gibt es immer etwas zu tun. Um die anfallenden Aufgaben erledigen zu können, müssen Sie kein passionierter Heimwerker sein. Mit dem richtigen Werkzeug gehen kleinere Ausbesserungs- und Renovierungsarbeiten auch Ungeübten schnell und einfach von der Hand. Doch bevor Sie jetzt in den nächsten Baumarkt stürmen, um sich Werkzeug zu beschaffen, das Sie vielleicht irgendwann einmal brauchen könnten, sollten Sie sich Ihren Bedarf genau vor Augen führen. Der Inhalt eines Werkzeugkastens wächst mit der Zeit. Dennoch gehört eine gewisse Grundausstattung in jeden Haushalt.

Schrauben und hämmern

Schraubendreher für den Werkzeugkasten

Für alle Fälle gerüstet: Im Griff des Schraubendrehers „Kraftform Kompakt Tool Finder 1“ befinden sich sechs Bits. Foto: Wera

Am häufigsten kommt der Schraubendreher zum Einsatz. Es empfiehlt sich, mindestens drei Schlitz-, drei Kreuzschlitz- und verschiedene Torx-Schraubendreher vorrätig zu haben. Schließlich müssen Schraubenkopf und Spitze des Schraubendrehers gut zueinander passen. Es gibt bereits zusammengestellte Sets, in denen die gebräuchlichsten Größen enthalten sind. Besonders praktisch sind Modelle mit auswechselbaren Endstücken – auch Bits genannt. Achten Sie bei der Wahl des Schraubendrehers auf eine Ausführung aus Chrom- Vanadium-Stahl (CV-Stahl), denn dieser verformt sich nicht. Die Spitze sollte gehärtet und magnetisch sein. Zweikomponentengriffe sorgen zudem für eine bessere Kraftübertragung.

Ergänzt wird das Set durch einen Satz Inbusschlüssel, die vor allem zum Aufbau von Möbeln oder bei der Reparatur von Fahrrädern gebraucht werden, sowie einer Garnitur an Maul- und Ringschraubenschlüsseln aus CV-Stahl. Letztere sollten eine polierte, glatte Oberfläche besitzen, sodass sich kein Schmutz festsetzen kann. Es gibt auch Kombischlüssel, die beide Varianten miteinander vereinen.

Hammer für den Werkzeugkasten

Ein Schonhammer mit Gummischlagfläche fügt Möbelteile zusammen, ohne sie dabei zu beschädigen. Foto: Wiha

Sie möchten ein neues Bild an die Wand hängen? Dann benötigen Sie neben passenden Nägeln auch einen Hammer. Für die meisten Arbeiten im Haushalt eignet sich ein einfacher Schlosserhammer mit einem Kopfgewicht von etwa 300 g. Optional kann man auch einen Tischlerhammer verwenden. Dieser besitzt eine Klaue, mit der sich Nägel wieder herausziehen las- sen. Der Stiel des Hammers – vorzugsweise aus Eschen- oder Hickoryholz – sollte griffig sein. Er muss fest im Auge des Hammers sitzen. Sehen Sie genau hin: Die Keilhülse sollte im Auge deutlich sichtbar sein. Geht es um sensible Oberflächen, dann kommt der Gummihammer zum Einsatz. Mit seiner weichen Schlagfläche fügt er Möbelteile schonend zusammen.

Fest im Griff

Die Kombizange „FatMax VDE“ von Stanley kann für viele Arbeiten verwendet werden. Erhältlich ist sie in unterschiedlichen Längen. Foto: Stanley

Eine Auswahl an Zangen darf in keinem Werkzeugkasten fehlen, denn sie kommen bei vielen Arbeiten zum Einsatz. Sehr flexibel zeigt sich eine Kombizange, mit der sich Schrauben und fest sitzende Gegenstände festhalten sowie weiche Drähte und Kabel abzwicken lassen. Eine Kombizange sollte auf jeden Fall leichtgängig sein und sich mit einer Hand bedienen lassen. Achten Sie darauf, dass die Backen sauber sind und komplett schließen. Wenn Sie sehr viel Draht kürzen oder viele Nägel ziehen möchten, dann empfiehlt sich der Kauf einer Kneifzange.

Mit einer Wasserpumpenzange – hier von Wiha – lassen sich feste Verbindungen kraftsparend lösen. Foto: Wiha

Als vielseitiger Helfer entpuppt sich auch die Wasserpumpenzange, mit der Schraubverbindungen kraftsparend gelöst und angezogen werden können. Das Maul kann individuell eingestellt werden. Achten Sie hier unbedingt auf eine Quetschsicherung.

Ausmessen und schneiden

Zollstock für den Werkzeugkasten

Als Geschenk eignet sich dieser Zollstock von Shabbyflair. Foto: Shabbyflair

Um Wände und Möbel auszumessen, kann ein Zollstock aus Holz bzw. Kunststoff oder ein Metallmaßband verwendet werden. Letzteres liefert zwar genauere Werte, kann sich aber im Laufe der Zeit verziehen, weswegen es ab und an überprüft werden sollte. Zum Anzeichnen reicht ein einfacher Bleistift aus. In Ihrem Sortiment sollte sich ebenfalls eine kleine Wasserwaage befinden, mit deren Hilfe sich Möbel und Bilder exakt ausrichten lassen.

Ein echter Allrounder zum Schneiden ist der Cutter bzw. das Teppichmesser. Mit ihm lassen sich die verschiedensten Materialien durchtrennen. Ist die Klinge stumpf, wird sie einfach an der markierten Stelle abgebrochen. So haben Sie immer eine scharfe Spitze. Für Sicherheit sorgen ein Metallgehäuse und ein ergonomischer Griff.

Kleinere Sägearbeiten können mit einer Handbügelsäge erledigt werden. Es gibt unterschiedliche Sägeblätter für Holz, Metall und Kunststoff, die in den Bügel eingespannt werden. Für grobe Arbeiten an Holz oder Kunststoff eignet sich der klassische Fuchsschwanz, eine Blattsäge mit einem relativ breiten Sägeblatt. Ist Letzteres aus Hartmetall, kann sogar Porenbeton gesägt werden. Vorteilhaft ist es, wenn sich das Sägeblatt auswechseln lässt.

Gut zu haben
Möchten Sie kleine Löcher in der Wand ausbessern, dann benötigen Sie eine elastische Schüssel, in der die Spachtelmasse angerührt wird. Mit einem Spachtel in mittlerer Größe geben Sie die Spachtelmasse auf das Loch. Nach dem Trocknen muss die Stelle nur noch überstrichen werden. Manchmal kommt es vor, dass Fugen abgedichtet werden müssen. Um das Silikon oder das Acryl aus der Flasche gleichmäßig aufzubringen, ist eine Silikonspritze – auch Kartuschenpresse genannt – notwendig. Eine sinnvolle Ergänzung des Werkzeugsortiments sind zudem Arbeitshandschuhe, eine Schutzbrille sowie ein Hörschutz für Arbeiten mit lauten Maschinen.

Richtig aufbewahren

Immer griffbereit ist das Werkzeug in der „FatMax“-Werkzeugbox aus Metall-Kunststoff von Stanley. Foto: Stanley

Nun fehlt nur noch der richtige Aufbewahrungsort für Ihr Werkzeug. Gut aufgehoben und stets einsatzbereit ist es in einem klassischen Werkzeugkasten oder -koffer. Werkzeugkästen gibt es aus unterschiedlichen Materialien. Ob Sie ein Modell aus Metall oder aus Kunststoff wählen, hängt nicht zuletzt von Ihren Anforderungen ab. Metall ist wesentlich schwerer, aber meist auch stabiler.

Sehr praktisch sind ausklappbare Varianten mit verschiedenen Böden, die herausgenommen werden können. Achten Sie auf eine sinnvolle Unterteilung: Der Werkzeugkasten sollte große und kleine Fächer sowie verschließbare Kleinfächer für Schrauben, Nägel und Dübel besitzen. Wenn Sie Ihren Werkzeugkoffer häufig transportieren, dann sollte der Verschluss solide gearbeitet sein.

Mit Power

Mit dem „18V smart tech Akku-Bohrschrauber“ von Black+Decker gehen Schraub- und Bohrarbeiten leicht von der Hand. Foto: Black+Decker

Für Arbeiten, die öfter anfallen, lohnt sich die Investition in ein elektrisch betriebenes Werkzeug. Gute Dienste leistet beispielsweise ein Akkuschrauber in handlicher Größe. Mit ihm lassen sich Schrauben schnell und ganz ohne Kraftanstrengung festziehen und lösen. Empfehlenswert sind Modelle mit Lithium-Ionen-Akku. Diese sind auch dann noch einsatzfähig, wenn sie längere Zeit nicht in Gebrauch waren. Im Idealfall sind im Lieferumfang zwei Akkus enthalten, damit man arbeiten kann, während ein Akku aufgeladen wird.

Auch eine Bohrmaschine wird man im Haushalt immer mal wieder brauchen. Es gibt drei Arten: Schlagbohrer, Bohrhämmer und Bohrschrauber. Gerade Letztere ermöglichen durch den Akkubetrieb und das geringe Gewicht ein flexibles Arbeiten. Möchte man in härtere Materialien – beispielsweise eine Ziegelwand – bohren, empfiehlt sich ein Gerät mit Schlagfunktion. Bei extremen Anwendungen wie dem Bohren in Beton oder Stein kommt der Bohrhammer zum Einsatz. Diesen kann man sich – wie übrigens auch viele andere Geräte – im Baumarkt ausleihen.

Grundsätzlich gilt beim Kauf von Werkzeugen: Statt nach Billigangeboten Ausschau zu halten, sollten Sie auf hochwertige Produkte setzen. Dann wird auch der Spaß am Heimwerken nicht getrübt.


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