Selbst ans Werk!

Selbst ans Werk!
Die konsequent ökologischen Farben der Reihe „Colours for life“ können nach Kundenwunsch gemischt werden. Foto: Auro

Wer bei Handwerksarbeiten etwas Geschick an den Tag legt, kann eine Menge Geld sparen. Das gilt vor allem für den Innenausbau des Eigenheims. Doch überschätzen Sie sich nicht! Welche Aufgaben Sie ganz realistisch selbst übernehmen können, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Der Bau des eigenen Hauses ist meist die größte Investition im Leben einer Baufamilie. Für viele Häuslebauer sind deshalb Eigenleistungen eine interessante Option, um die Kosten in einem gewissen Rahmen zu halten, zumal die meisten Banken die sogenannte Muskelhypothek als Teil des Eigenkapitals akzeptieren. Doch Vorsicht: Die größte Gefahr lauert in der Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Wer selbst mit anpackt, braucht nicht nur ein gewisses Know-how und das richtige Material, sondern vor allem auch genügend Kraft und Zeit. Zudem müssen die Arbeiten exakt in den Bauablauf integriert werden, damit es hier nicht zu Zeitverzögerungen kommt. Als Faustregel gilt: Laien – wozu auch erfahrene Heimwerker zählen – brauchen für jede Arbeit etwa doppelt so lange wie ein Fachmann. Also: Frisch ans Werk!

Die richtige Tapete

Dank hoher Reißfestigkeit und der innen liegenden Wicklung lässt sich diese Vlies-Raufasertapete von Erfurt leicht verarbeiten. Foto: Erfurt

Dennoch gibt es gerade beim Innenausbau einige Aufgaben, die auch ein Laie gut in Eigenregie erledigen kann. Besonders geeignet sind dafür Arbeiten, die einen hohen Lohnanteil enthalten, dabei aber wenige Materialkosten erfordern. Besonders beliebt unter den Hobbyhandwerkern ist beispielsweise das Malern und Tapezieren. Meist werden beim Ausbauhaus die Innenwände bereits verputzt, sodass zur Vorbereitung ein einfacher Anstrich mit einer Grundierung ausreicht. Danach können Sie Ihren Ideen freien Lauf lassen.
Wenn Sie tapezieren möchten, lassen sich beispielsweise Vliestapeten sehr leicht verarbeiten. Diese müssen nämlich nicht weichen. Der Kleister wird hier direkt auf die Wand aufgetragen und die Tapete an der Wand abgerollt und verklebt. Wer eine klassische Papiertapete verarbeiten möchte, muss diese zuschneiden – immer 10 cm mehr als die Raumhöhe –, mit Kleister einstreichen, das obere Ende zu zwei Dritteln und das untere zu einem Drittel umschlagen und erst einmal weichen lassen. Der obere Teil wird dann entfaltet, mit dem Überstand oben angesetzt und anschließend nach und nach fest angedrückt.

Clevere Farbwahl

Ein harmonisches Zusammenspiel ergeben die Farben „Air Force Blue 260“, „Carys 148“ und „Light Gold 53“ von Little Greene. Foto: Little Greene

Schöne Effekte ergeben sich auch mit Wandfarben. Sowohl auf Raufasertapete als auch auf Putz lässt sich am einfachsten
Dispersionsfarbe auftragen. Bei Wänden, die voraussichtlich stärker strapaziert werden oder vielleicht sogar Wasser abweisend sein sollen, empfiehlt sich Latexfarbe. Zimmerdecken sollten Sie mit einer sogenannten festen Farbe streichen, da diese nicht tropft. Sie ist allerdings etwas teurer als normale Wandfarbe. Generell sollte jedoch nicht am falschen Ende gespart werden: Denn oft besitzen billige Farben eine schlechte Deckkraft, und der Auftrag muss mehrere Male wiederholt werden, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen. Dadurch kommen Sie in Summe auf die gleichen Kosten, wie wenn Sie von Anfang an eine qualitativ hochwertige Farbe benutzt hätten. Eine besondere Herausforderung für Laien ist das Malern und Tapezieren von Galerien mit hohen und breiten Lufträumen. Bevor Sie mit improvisierten Gestellen arbeiten und sich selbst in Gefahr bringen, sollten Sie hierfür lieber eine Fachfirma beauftragen, denn Sicherheit geht vor.

Ein guter Grund

Im Schachbrettmuster lose verlegt werden können die Eco-Fliesen von tretford. Bei einem sehr glatten Untergrund sollten Sie die Fliesen mit doppeltem Klebeband fixieren. Foto: tretford.eu

Auch beim Verlegen der Böden lässt sich eine Menge Geld sparen. Voraussetzung dafür: Der Untergrund muss fest und eben sein. Üblicherweise findet der Heimwerker in seinem Neubau einen Estrich vor. Dieser muss vollständig durchgetrocknet sein, bevor man ans Werk geht. Am einfachsten ist das Aufbringen von Rollenware wie Teppich, Vinyl oder Linoleum, die lose verlegt oder vollflächig verklebt werden können. Ein Tipp: Tasten Sie sich an die Ausschnitte vorsichtig heran. Schneiden Sie lieber mehrmals ab, bevor Sie das Risiko eingehen, dass später etwas fehlt.
Sehr ursprünglich und natürlich wirken Holzböden. Während klassisches Parkett allerdings besser von einem Fachmann verlegt werden sollte, gibt es auch heimwerkerfreundliche Alternativen. Fertigparkett und Laminatböden sind oftmals mit Klicksystem erhältlich: Nut und Feder sorgen hier für ein einfaches Verlegen und perfekten Halt. Unter den Belag muss  allerdings eine gute Trittschalldämmung eingebracht werden. Bei manchen Fertigparkettsystemen ist diese jedoch bereits integriert.
Etwas mehr handwerkliches Geschick erfordert das Verlegen von Fliesen, die in ein Kleberbett eingebracht werden müssen. Wer sich an diese Herausforderung wagt, kann die Fläche nach etwa einem Tag Trocknungszeit selbst verfugen. Egal, für welchen Belag Sie sich entscheiden: Rechnen Sie bei der Materialbeschaffung nicht zu knapp! Es ist von Vorteil, wenn Ihnen mehr zur Verfügung steht, als Sie eigentlich benötigen. So haben Sie Spielraum, falls doch etwas schiefgehen sollte.

Einbau von Türen

Auch Innentüren können mit ein wenig handwerklichem Geschick selbst eingebaut werden. Rechnen Sie aber, ob sich der Aufwand lohnt, da die Lohnkosten dafür gering sind. Foto: Griffwerk

Möchten Sie die Innentüren selbst einbauen, benötigen Sie neben dem Türblatt auch noch eine Zarge sowie Beschläge. Die Lohnkosten sind für diese Leistung allerdings vergleichsweise niedrig. Rechnen Sie hier also genau, ob sich die  Selbstmontage wirklich lohnt.
Die Arbeiten beginnen mit dem Einbau der Zarge: Diese muss lotgerecht und genau passend in die Öffnung eingesetzt und fixiert werden. Zwischenräume zur Wand füllt man üblicherweise mit Hartschaum. Arbeiten Sie dabei exakt: Zu viel Schaum kann beim Aushärten die Zarge verschieben! Sitzt die Zarge, kann das Türblatt eingesetzt werden.

Rentabler Dachausbau

Bitte beachten: Bequeme Wohnräume unter dem Dach entstehen erst ab einer Dachneigung von 35 Grad. Foto: Velux

Wer das Dachgeschoss selbst ausbaut, kann rund 5.000 Euro sparen. Hier gilt es, bereits in der Planungsphase des Hauses wichtige Punkte zu beachten. So muss beispielsweise berücksichtigt werden, dass bequeme Wohnräume unter dem Dach erst ab einer Dachneigung von 35 Grad entstehen. Bei einem geringeren Neigungswinkel ist in der Regel nicht genug Stehfläche vorhanden. Auch muss die Dachkonstruktion so ausgelegt werden, dass sie die Lasten der Dämmung ohne Weiteres tragen kann. Grundsätzlich gilt: Alles, was die Statik betrifft, sollte von einem Fachmann erledigt werden. Als Laie können Sie jedoch Dämmarbeiten, das Errichten von Trennwänden und die Maler- und Bodenbelagsarbeiten guten Gewissens in Eigenregie übernehmen.
Möchte man den Wärmeschutz in Eigenleistung erbringen, empfiehlt sich eine Zwischensparrendämmung. Dabei wird der Dämmstoff innen zwischen die Sparren eingebracht. Viele Hersteller bieten mittlerweile komplette Dämmsysteme an, bei denen die einzelnen Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind. Das A und O einer guten Dämmung ist eine luftdicht montierte Dampfsperre, die raumseitig aufgebracht wird. Sie verhindert, dass feuchte Raumluft in den Dämmstoff dringt und dessen Wirkung reduziert.


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