Ausleuchtung: Licht, Leuchten, Lifestyle

Ausleuchtung: Licht, Leuchten, Lifestyle
Gold und Schwarz liegen im Trend. Die Leuchte „Lederam“ liefert indirektes Licht, ideal für den Wohnbereich. Foto: Catellani & Smith/Nava-Rapacchietta

Licht ist nicht nur lebensnotwendig, sondern auch ein wesentlicher Wohlfühlfaktor. Bei der Planung für die Beleuchtung in den eigenen vier Wänden geht es sowohl um die perfekte Ausleuchtung als auch um die passende Leuchte als Einrichtungsobjekt.

Foto: Cult Furniture

Lichtplanung ist mehr als die Auswahl verschiedener Lampen. Jeder Raum erfordert andere Arten von Lichteinstrahlung und Lichtintensität, und jede Leuchte verfügt über spezielle Eigenschaften, die diesen Anforderungen gerecht werden – oder eben nicht. Für den Laien ist es schier unmöglich, sich in all die Angebote hineinzulesen, Lumen-, Lux- und Kelvinangaben zu verstehen und einzuordnen. Deshalb macht es bei größeren Projekten Sinn, sich einem Lichtplaner anzuvertrauen. In Leuchtengeschäften gehört diese kostenlose Beratung mit zum Angebot und sollte auch genutzt werden. In vielen Läden kann man außerdem Leuchten für einen Tag ausleihen, sodass der Kunde an Ort und Stelle sehen kann, wie die Lampe wirkt und wie das Licht fällt.

Besondere Akzente setzen markanten Leuchten, die an Design-Klassikern angelehnt sind. Wie zum Beispiel die Messing-Stehlampe „Grashopper“ von Cult Furniture (Bild rechts). Sie erinnert stark an Greta Grossmanns Klassiker „Gräshoppa Lamp“ (1947).

Basics für Wohnräume

Lampe oder Frisbee? Formal extrem reduziert präsentiert sich die Leuchtenfamilie „Passepartou“ von Cini & Nils. Foto: Cini & Nils

Die umfassendste Lichtplanung erfordert vermutlich das Wohnzimmer, insbesondere als offener Wohn-, Ess- und Küchenbereich. All die unterschiedlichen Tätigkeiten, die darin stattfinden, sollen in geeigneter Weise ausgeleuchtet sein. So gehört eine gemütliche Grundbeleuchtung ebenso hierher wie gezieltes Licht an der Leseecke und ein gut ausgeleuchteter Esstisch ohne die Sitzenden zu blenden. Gerade im Wohnbereich raten Experten übrigens ab von einer mittigen Raumbeleuchtung. Als Grundbeleuchtung werden eher Wandleuchten empfohlen, die gezielt vertikale Flächen beleuchten.

Im Badezimmer ist die ideale Beleuchtung am Spiegel sehr wichtig. Schließlich soll der Betrachter nicht blass wirken und es dürfen keine Schatten auf das Gesicht fallen. Daher empfehlen Fachleute eine Beleuchtung rechts und links des Spiegels, zum Beispiel mit weiß-satinierten Leuchtengläsern sowie ein zusätzliches Licht von oben.

Die Tischleuchte „Pesaro“ setzt auf Transparenz und Formenvielfalt. Foto: Lumizil

Im Schlafzimmer hingegen darf es gerne gemütlich sein. Eine ruhige Atmosphäre verbreitet indirektes Licht. So kann hier beispielsweise hinter einer halbhohen Trockenbauwand am Kopfende des Bettes eine Leuchte hinter einer Blende angebracht sein, sodass nur ihr Licht im Raum seine Wirkung zeigt. Punktuelle Lichtquellen wie Leselampen gehören auf die Nachttischchen oder direkt an das Bett.

Neben guter Stimmung und besonderer Raumwirkung spielt auch das Thema Sicherheit eine wichtige Rolle bei der Lichtplanung, ob in der Küche, im Eingangsbereich oder an der Treppe. In den letzten Jahren kommen hier immer öfter LEDs zum Einsatz. Mit Steplights lassen sich die einzelnen Stufen beispielsweise gut ausleuchten.

Tageslicht tanken

ausleuchtung am leseplatz

Dank integrierte PI-LED-Technologie bildet „K-Solis“ alle Facetten natürlichen Sonnenlichts über den Tagesverlauf realistisch nach. Foto: Kiteo

Auch technische Entwicklungen beeinflussen die Lichtplanung für das Zuhause. Ein aktueller Trend sind Human-Centric-Lighting- (HCL-)Lösungen. Als vernetzte Beleuchtungskonzepte werden sie derzeit gerne in Büros eingesetzt. Kleine Lösungen sind aber auch im Privatbereich gut zu realisieren. Beim HCL geht es darum, den Biorhythmus des „modernen“ Menschen, der sich deutlich weniger als früher im Freien aufhält, mit ausreichend tageslichtähnlichem Licht zu versorgen.

ausleuchtung zum mitnehmen

Flexibel bleiben: Die mobile Stehlampe „Luctra Flex“ lässt sich einfach mitnehmen. Im Akkubetrieb liefert sie bis zu zehn Stunden Licht. Foto: Durable/Luctra

Unter einer Komplettlösung werden dabei in ihrer Gesamtheit wirksame Lichtabläufe im gesamten Haus verstanden, die über eine intelligente Steuerung aufeinander abgestimmt sind. Eine kleine Lösung kann sich hingegen auf einen Raum, zum Beispiel das Badezimmer, beschränken. Hier aktivieren sich beispielsweise Lichtquellen mit hohen Blauanteilen am Morgen und mit dimmbarem warmweißem Licht am Abend. Für den flexiben Arbeitsplatz zu Hause eignen sich mobile Stehleuchten, die ebenfalls dazu in der Lage sind, das natürliche Tageslicht nachzuempfinden. „Insgesamt nimmt die Digitalisierung des Lichts deutlich zu“, so Expertin Iris Vollmann von der Pressestelle des Verbandportals www.licht.de. „Dabei geht es weniger darum, mit bunten, dynamischen LED-Wechseln Partystimmung zu zaubern, als dem Kunden einen echten Mehrwert mit vernetztem Licht zu bieten, wie eben mit HCL, um das Schlafverhalten und somit auch die Gesundheit und die Vitalität zu unterstützen.“

Aktuelle Trends

Die Filzleuchten „Lana“ von Pablo Designs lassen sich vom Korpus trennen und an anderen magnetischen Oberflächen anbringen. Foto: Pablo Designs

Ein notwendiger „Trend“ ergibt sich daraus, dass nun auch die Halogenleuchte nicht mehr produziert wird und sich die Leuchtenwelt voll auf LEDs fokussiert. Neben diesen technischen Neuigkeiten stellt sich allerdings auch immer die Frage nach aktuellen optischen Trends. Hier sind die Angebote der Leuchtenhersteller so vielfältig wie die Wünsche der Kunden. Dabei sind viele Stilrichtungen als eine Art Designklassiker im Prinzip immer dabei. Einige Tendenzen lassen sich aber ausmachen: „Ein Trend sind, neben technischen Innovationen, wie beispielsweise der berührungslosen Lichtsteuerung, Designleuchten aus Naturmaterialien wie Holz, Papier oder Filz“, so Nicole Korzonnek vom Unternehmen Prediger Lichtberater.

Hier setzt sich die Beleuchtung im Raum selbstbewusst in Szene: Deckenleuchte „Sputnik“ von Clas Ohlson. Foto: Clas Ohlson

Eine Frage, die man sich vor dem Kauf einer Leuchte zunächst stellen sollte, ist, wie sehr die Leuchte selbst als Objekt bei der Inneneinrichtung in Erscheinung treten soll. Eine starke Wirkung haben beispielsweise Lampen, die mit markanten Farbgegensätzen arbeiten wie die Leuchten der Leuchtenmanufaktur Catellani & Smith in der Farbkombination Gold und Schwarz, deren kraftvolles Auftreten zudem in den handwerklich bearbeiteten Materialien besteht. Diese Mischung aus edlem Design und einer gewissen handwerklichen Rauheit macht hier den besonderen Reiz aus. Wenn hingegen das Licht und nicht die Leuchte im Mittelpunkt stehen soll oder das gesamte Interior auf Minimalismus und Purismus ausgelegt ist, werden derzeit auch viele Leuchten angeboten, die formal extrem reduziert sind, wie die Leuchtenfamilie „Passepartout“ von Cini & Nils oder die „Minimal“ aus dem Studio David Pompa. Ebenfalls reduziert und sehr futuristisch zeigen sich Leuchten, bei denen die Lichttechnik quasi „unsichtbar“ ist.


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