Bauen am Deich

Bauen am Deich
Fotos: ABG

Ein Haus am Deich zu bauen ist eine Herausforderung. Auch noch ein Untergeschoss als Wohnetage zu planen, ist mutig. Eine Baufamilie aus Hamburg setzte auf eine professionelle Abdichtung des Kellers, um keine nassen Füße zu bekommen.

Das Haus der Baufamilie (rechts) steht im Hamburger Stadtteil Tatenberg.

Bauen am Hang kann sehr attraktiv sein: Oft ergibt sich die Möglichkeit, ein zur Talseite hin helles und als Wohnetage nutzbares Untergeschoss zu errichten. Man gewinnt Quadratmeter, ohne die Grundfläche vergrößern zu müssen. Diese Idee hatten auch Dana und David. Sie wollten die Grundfläche ihres Neubaus optimal nutzen und zusätzliche Geschosse aufsetzen. In der Regel verbietet das der Bebauungsplan, doch dank der Hanglage konnten die Bauherren in die Tiefe gehen. Und das an einem besonderen Ort: am Deich in einem idyllischen Stadtteil Hamburgs.

Geschoss-Rechnungen

Niveauunterschied: Das Souterrain liegt 3 m unterhalb der Geländeoberfläche.

Die Hamburgische Bauordnung machte es möglich, dass die Bauherren „größer“ bauen durften als die Nachbarn. Sie definiert Geschosse als „oberirdische Geschosse, wenn ihre Deckenoberkanten im Mittel mehr als 1,40 m über die Geländeoberfläche hinausragen; im Übrigen sind sie Kellergeschosse.“ Das Haus von Dana und David steht jedoch direkt am befahrbaren Deich in Hanglage. Das Souterrain liegt drei Meter unterhalb der Geländeoberfläche, die den Deich markiert. Dipl.-Ing. Volker Boldt von der Bauberatung Boldt & Partner erklärt: „In Tatenberg fiel das Untergeschoss als Vollgeschoss aus der Rechnung, weswegen hier höher gebaut werden konnte.“ Und somit konnte das Haus mit vier Ebenen errichtet werden, wovon jedoch lediglich Erd- und Obergeschoss als Vollgeschosse gelten.

Respekt vor Wasser

Von dieser Seite wird die volle Größe des Hauses sichtbar. Das Untergeschoss öffnet sich zum Garten mit bodentiefen Fenstern.

Aber direkt am Deich in Hanglage zu bauen, ist das eine gute Idee? „Die Hanglage bietet häufig eine schöne Aussicht und hat den Vorteil, dass sie im Vergleich zu einem ebenen Grundstück viel mehr Wohnraum auf der gleichen Grundfläche ermöglicht“, so Volker Boldt. Er warnt aber auch vor Risiken: „Hanggrundstücke müssen vor Planungsbeginn zunächst geologisch untersucht werden. Dabei wird festgestellt, ob sich der Hang überhaupt für eine Bebauung eignet.“ Eine Rolle spielen auch die Tragfähigkeit des Bodens, seine Stabilität gegen Abrutschen und Wasser führende Schichten. Gefährlich würde es dann bei einer unzureichenden Gebäudeabdichtung, vor allem im Kellerbereich, und auftretendem Schichtenwasser bei hohen Niederschlägen. Dieses könnte sich vor der hangseitigen Gebäudeaußenseite stauen und von außen drückendes Wasser erzeugen. Die Folge: feuchte Wände im Keller.

„An den Hamburger Deichen hat man Respekt vor Wasser und vor der Durchfeuchtung der Deiche“, sagt David. Er ergänzt: „Unser Baugrundgutachten ergab Schichtenwasser aus der Hanglage bis zur Geländeoberkante. Außerdem wurde die Beschaffenheit des Bodens als sehr wasserundurchlässiger Lehm bis Schluff bewertet.“ Die Gefahr: Solch bindiger Boden verformt sich unter Druckbelastung möglicherweise stark, Wasser staut sich an den Bauwerksaußenseiten auf. Sprich, es geht eine Dauerbelastung vom Hangwasser aus, das von der Deichkrone zum Haus läuft und rund ums Haus nicht versickern kann.

Professionelle Abdichtung

Die Baugrube am Elbdeich wurde mit einer ABG-Dichtungsbahn verschlossen.

Für die Baufamilie war klar, dass sie unter diesen Umständen nur mit einer professionellen Kellerabdichtung bauen will. Schließlich gibt es kaum ein unangenehmeres Gefühl, als in ständiger Angst vor dem nächsten Starkregen zu leben. Trotzdem sollte das Untergeschoss Wohnzwecken dienen.

Eine Fachfirma in der Nähe hatte die passende Lösung parat. Das Unternehmen ABG-Kellerdicht-Systeme hat ein spezielles Abdichtungssystem entwickelt. Es ist eine Kombination aus einer speziellen Dichtungsbahn und einer Atmungsfixbahn. Dadurch wird eine atmungsaktive Wannenlösung erreicht, die gegen von außen drückendes Wasser schützt – egal ob durch aufstauendes Sickerwasser oder hohe Grundwasserstände. Die Dichtungsbahn bildet die Wanne mit Kontakt zum Erdreich. Ihre Nähte werden thermisch verschweißt, und sie wird zu 100 Prozent auf Dichtheit geprüft. „Es findet kein Feuchtigkeitstransport von außen nach innen statt, wie das bei einer Weißen Wanne der Fall wäre“, erklärt ABG-Geschäftsführer Kolja Winkler die Besonderheit.

Der Fachhandwerker bei der Arbeit: Die PEHD- Dichtungsbahnen werden thermisch verschweißt.

Die zweite Bahn, die „ABG-Atmungsfixbahn“, dient zwischen Dichtungsbahn und Mauerwerk als Lüftungsbahn. Dies schafft einen atmungsaktiven Wandaufbau, und anfallendes Kondenswasser im Mauerwerk kann in diesem Bereich aufgenommen und abgeführt werden. Hier wurden die 90 Quadratmeter Sohle abgedichtet und auch die Wände. „Dem Bauplan entsprechend orientierte sich die Abdichtungshöhe an den Wänden am Geländeverlauf – von 40 cm an der Gartenseite bis zu den 3 m an der Deichkrone“, erläutert Winkler.

Dana und David bereuen ihre Entscheidung keinen Tag. Auch nach vier Jahren in ihrem Haus am Deich können sie eine positive Bilanz ziehen: „Unser Untergeschoss ist noch nie feucht geworden. Weder die Sturmtiefs ‚Niklas‘ und ‚Felix‘ im Jahr 2015 noch die Starkregenfälle im Sommer 2016 konnten unserem Haus etwas anhaben“, freut sich der Hausherr.


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