Bauen mit Holz

Bauen mit Holz
Nicht nur im Fertighausbau, auch bei Häusern in Blockbohlenbauweise besteht der Dachstuhl selbstverständlich aus Holz. Foto: Fullwood Wohnblockhaus

Nachhaltigkeit, eine gute Energiebilanz und ein gesundes Wohnklima – das und noch viel mehr können Fertighäuser in Holzbauweise bieten. Dabei hat der Bauherr die Wahl zwischen unterschiedlichen Konstruktionsarten.

Holz ist nicht nur ein rundum sympathischer Werkstoff. Er vermittelt Wärme, sorgt für ein gesundes Raumklima, steht aber genauso für Robustheit und Langlebigkeit. Gerade Letzteres ist ein entscheidendes Merkmal – man denke nur an Fachwerkhäuser, alte Bauernhöfe oder an die Dachstühle, die auch in Massivhäusern aus Stein selbstverständlich aus Holz gefertigt sind. Holz ist darüber hinaus günstig für die CO²-Bilanz und stellt eine natürliche, nachwachsende Ressource dar. Es gibt also viele Gründe, auf diesen altbewährten und zugleich hochmodernen Werkstoff zu setzen.

Bauen mit Holz – verschiedene Bauweisen

Durch die schnelle Bauzeit halten sich die Kosten für den Bauherren in einem überschaubaren Rahmen, denn bessere Planbarkeit … Foto: Kampa

… und schneller Einzug bedeuten, dass man zum Beispiel nicht noch monatelang Miete für das alte Heim bezahlen muss. Foto: WeberHaus

Zu einer verstärkten Nachfrage – und das nicht nur im privaten Bereich – tragen auch innovative Wohnprojekte bei. Zu nennen wäre hier etwa das Studentenwohnheim „Woodie“ in Hamburg oder das Holzbauprojekt „Shared Living“ in Berlin, das nicht nur durch die Holzbauweise innovativ ist, sondern auch durch die Nutzung, indem die 45 Wohn- und Arbeitsräume wie Hotelzimmer buchbar sind.

Das Interesse am Bauen mit Holz wächst seit Jahren stetig. So stieg der Marktanteil nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF) im Jahr 2017 auf 19,5 Prozent. Die Tendenz ist also klar, und wer sich für wohngesundes Bauen interessiert, sollte sich auf jeden Fall einmal mit dem Werkstoff Holz befassen. Dabei gibt es im Fertighausbau nicht die eine Bauweise, sondern verschiedene Möglichkeiten, ein nachhaltiges, behagliches und individuelles Wohnkonzept umzusetzen.

Holzrahmenbau

Es gibt auch die Holzrahmenkonstruktion in Großtafelbauweise. Klassisch und modern – kein Widerspruch im Fertigbau. Foto: FingerHaus

Eine der wichtigsten modernen Konstruktionsarten ist der Holzrahmenbau. Diese Bauweise findet sich nicht nur bei uns, sondern insbesondere auch in Skandinavien und Nordamerika. Denn ursprünglich ist der Holzrahmenbau eine Weiterentwicklung der amerikanischen Fachwerkbauweise Anfang des 19. Jahrhunderts, die von dort nach Europa gelangte. Von der Konstruktion her wird der Rahmen, das ist das tragende Holzgerüst, mit Holzwerkstoffplatten verkleidet.

Holztafelbau

Mit der neuen automatisierten Produktionslinie von Haas Fertigbau werden die Elemente im Werk noch schneller vorgefertigt. Foto: Haas Fertigbau

Der Holztafelbau entspricht von der Konstruktion her dem Holzrahmenbau. Der Unterschied besteht im Grunde in dem Grad der Vorfertigung. Denn beim Holztafelbau werden die einzelnen Wand- oder Deckenelemente bereits im Werk vorproduziert und dann auf der Baustelle montiert. Die Zwischenräume der einzelnen Tafeln sind mit Dämmstoffen ausgefüllt, etwa mit Zellulose oder Holzwolle, und auf die Innenseite der Platten sind meistens OSB-Platten oder Gipsfaserplatten aufgebracht, auf die Außenseite Holzfaserplatten.

Blockbauweise

Ein Blockhaus bietet echtes Kanada-Feeling – allerdings mit viel mehr Komfort und höchster Energieeffizienz. Foto: Honka Blockhaus

Eine uralte Technik, ein Holzhaus zu errichten, ist die Blockbauweise. Der typische Aussteigertraum von der Blockhütte in Kanada wäre ein Beispiel für diese ursprüngliche Art, aus Naturstämmen ein Heim zu schaffen. Moderne Blockhäuser hingegen können eine einschalige Vollholzkonstruktion aufweisen, die aus Rund- oder Blockbohlen besteht und bereits über sehr gute Dämmwerte verfügt. Bei Vollholzstämmen gilt es zu beachten, dass entsprechend dicke Rundstämme verbaut werden, um eine effektive Dämmung zu erreichen. Die Stämme weisen zudem eine hohe statische Belastbarkeit auf, verfügen über einen guten Wärmeschutz und isolieren gut gegen Schall. Zudem bietet der Baustoff Holz eine gute Feuchteregulation, mit der ein zu jeder Jahreszeit angenehmes Raumklima einhergeht.

Blick in die Produktionshallen von Fullwood Wohnblockhaus: Auch Blockhäuser können heute im Werk entstehen. Foto: Fullwood Wohnblockhaus

Bei Blockhäusern in industrieller Fertigbauweise werden die Vorteile des Werkstoffs Holz und eine schnelle Bauzeit kombiniert. Denn auch bei dieser Bauweise können komplette Wandelemente im Werk vormontiert und auf der Baustelle rasch aufgebaut werden. Daneben gibt es die zweischalige Wandkonstruktion, die immer mehr Liebhaber findet. Hier kommt eine Innen- und eine Außendämmung zum Einsatz. Eine zusätzliche Dämmschicht kann dabei zum Beispiel aus Holzfaser, Wolle oder auch Hanf bestehen. Typisch für ein Blockhaus ist die sogenannte Eckverkämmung, die für die nötige Stabilität der gesamten Konstruktion sorgt. Dichtungsbänder schaffen dabei Winddichtheit.

Holzskelettbau

Moderne Fachwerkhäuser in Skelettbauweise bieten einzigartige Möglichkeiten, viel Licht durch große Glasflächen hereinzulassen. Foto: Huf Haus

Beim Holzskelettbau werden durch die skelettartige Struktur die einzelnen statischen Kräfte abgeleitet. Die mittelalterlichen Fachwerkhäuser sind ein Beispiel für diese Bauweise. Als Füllmaterial für die Zwischenräume, die sogenannten Gefache, verwendete man gerne Lehm, Stroh oder Ziegelsteine. Der moderne Skelettbau hat sich daraus entwickelt, weist aber gegenüber der traditionellen Bauweise konstruktive Unterschiede auf. So haben die Wände keine tragende Funktion. Dadurch ergibt sich für die Bauherren ein immenser Gestaltungsspielraum für das „moderne Fachwerkhaus“, denn so lässt sich beispielsweise mit großflächigen Glasfronten arbeiten. Wer besonderen Wert auf lichtdurchflutete Räume legt, sollte sich auf jeden Fall diese Bauweise genauer ansehen.

Nachhaltiges Wohnen – viele Vorteile

Alle Bauweisen haben ihren Reiz und ihre Einsatzgebiete, und es bleibt den individuellen Vorlieben überlassen, welcher man nach eingehender Beratung den Vorzug gibt. Dabei fällt die Entscheidung sicher nicht leicht angesichts der vielseitigen Konstruktionsmöglichkeiten, die sich auch noch mit anderen Materialien kombinieren lassen. Allen gemein ist jedoch, dass Holz als Werkstoff viele Vorteile vereint, obwohl oft noch Vorurteile gegenüber Holzhäusern verbreitet sind. Zum Beispiel beim Thema „Brandschutz“: In Deutschland gelten für Stein- wie für Holzhäuser dieselben Brandschutzvorschriften. Und dabei schneiden Holzhäuser nicht schlechter ab, ganz im Gegenteil. Ein Holzhaus brennt zum einen nicht häufiger als ein Massivhaus aus Ziegeln und Beton. So machen auch Versicherungen keinen Unterschied in ihrer Bewertung zwischen den verschiedenen Bauweisen. Und wenn es zum Brand kommt, wird das Holz zum anderen durch die sich bildende Holzkohle geschützt, die wie eine Dämmschicht fungiert.

Die „Luxhaus-Climatic-Wand-Technologie“ ermöglicht gesundes und gleichzeitig energiesparendes Wohlfühlwohnen. Der spezielle Wandaufbau verfügt über hervorragende Dämmeigenschaften und hält sowohl Kälte im Winter als auch sommerliche Hitze draußen. Foto: F. Lopez für Luxhaus

Zudem ist Holz ein nachwachsender, recycelbarer Rohstoff, der eine gute Ökobilanz aufweist. Ein weiterer Vorteil besteht auch im geringen Gewicht im Vergleich zu anderen Baustoffen. Diese Eigenschaft kommt vor allem dann zum Tragen, wenn der Boden auf dem Grundstück nicht fest genug ist. Die geringe Restfeuchte des Holzes schützt vor Schädlingsbefall und Pilzen und ermöglicht den schnellen Bezug des Hauses, da die Trocknungszeiten im Vergleich zum konventionellen Bau entfallen. Auch um die Schallisolierung oder den Schutz gegen Wind und Regen muss man sich in modernen Holzhäusern keine Sorgen mehr machen. Fazit: Es lohnt sich also in vielerlei Hinsicht, sich näher mit dem Naturbaustoff Holz auseinanderzusetzen, der in einzigartiger Weise Tradition, Moderne und Individualität in sich vereint.


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