Bautrends 2019

Bautrends 2019
Fotos: Okal

Ob Mehrgenerationenhäuser, barrierefreie Bungalows oder Häuser mit Homeoffice: Bauherren in Deutschland wollen ein Eigenheim, das zu ihrer individuellen Lebenssituation passt. Architekt und Branchenexperte Nene Antunes zeigt die Bautrends 2019.

Das Team um Architekt Nene Antunes (vorne links).

Größer gleich besser? Diese Formel gilt nicht für die Bautrends 2019, sogar nicht für Bauherren allgemein in den kommenden Jahren. „Der Trend geht in Richtung kleinere, kompaktere und effizientere Grundrisse“, sagt Nene Antunes, Architekt bei OKAL und Marktexperte. „Ein wesentlicher Grund dafür sind die steigenden Kosten – etwa beim Bau aber auch für entsprechende Grundstücke.“ Dazu steigt bei Bauherren auch der Anspruch an die Häuser.

Ein flexibler Grundriss kann zum Beispiel auch eine Einliegerwohnung beinhalten. Für die Großeltern, ein erwachsenes Kind oder Pflegepersonal.

So wünschen sich immer mehr Hausbauer flexible Grundrissstrukturen, mit denen sie auf wechselnde Lebenssituationen reagieren und die Raumaufteilung und Wandstellung entsprechend des Bedarfes gestalten können. „Viele Menschen arbeiten mittlerweile auch von Zuhause aus, da brauchen sie einen entsprechenden Raum. Auch eine Familienplanung oder ein Pflegefall verändern die Anforderungen an den eigenen Wohnraum. Mit flexiblen Strukturen können sie darauf reagieren“, so Antunes. „Aber nicht nur die Anpassungsfähigkeit ist wichtig.“

Barrierefreies Bauen immer wichtiger

Breite Gänge und Durchlässe erhöhen den Wohnkomfort. Denn sie schaffen den Platz, den man später vielleicht einmal braucht.

Ein großes Thema ist das zukunftsorientierte Bauen: „Bereits bei der Planung achten Bauherren immer stärker auf beispielsweise breite Türdurchgänge, damit später Rollstuhl oder Pflegebett leichter hindurchpassen“, berichtet Antunes. „Barrierefreies Bauen wird eine Renaissance erleben.“

Mit dieser Einschätzung ist Antunes jedoch nicht allein. Sie deckt sich nämlich mit den Ergebnissen einer aktuellen Studie von BauInfoConsult. Demnach sehen 46 Prozent der befragten Bauakteure darin einen dominanten Faktor für den Neubausektor. An zweiter Stelle folgt Energieeinsparung und Energieeffizienz.

Energieeffizienz und Smarthome

Mit der Steuerzentrale eines Smarthomes haben die Bewohner leicht den Energieverbrauch im Blick.

„Im Hinblick auf stetig steigende Energiepreise ist das Einsparen von Strom und Co. aktuell mit das wichtigste Thema im Hausbau“, erläutert Antunes. „Eine energieeffiziente Bauweise schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt – denn sie sorgt langfristig für niedrige Heiz- und Stromkosten.“

Neben etwa der Wärmedämmung von Dach, Türen und Fenster, geht es dabei auch um smarte Gebäudesteuerung, die einen großen Beitrag leisten kann. „Smart sind längst nicht nur unsere Handys, auch unsere Häuser werden immer intelligenter. Viele Eigentümer möchten per Knopfdruck Licht, Rollladen, Heizungen und andere elektrische Geräte steuern“, sagt Antunes.

Neben den netten Spielereien spart die moderne Gebäudesteuerung Geld. Intelligente Heizungssysteme etwa passen das Raumklima individuell und kosteneffizient für jeden Raum und Tageszeit an. Automatisierte Rollläden öffnen oder schließen sich je nach Sonneneinstrahlung und Wärmeentwicklung automatisch. Beleuchtungssysteme werden so gesteuert, dass sich das Licht nach Verlassen des Raumes automatisch abschaltet.

„Nicht zu vergessen: die Sicherheitssysteme. Gerade für ältere Menschen bietet das Smart Home Sicherheit, so kann im Notfall durch Stimmaktivierung oder auf Knopfdruck die Polizei oder die Rettung verständigt werden“, sagt Antunes.


Das könnte Sie auch noch interessieren: 

Barrierefrei umbauen: Freie Fahrt für Jung und Alt
Heiztechniken der Zukunft?
Unser Onlineshop

Immer top informiert: Jetzt für den Newsletter anmelden