Bauvertragsvergabe

Bauvertragsvergabe

Bauverträge sind oftmals unvollständig oder enthalten Mängel. Damit Ihnen fehlende Passagen oder ungenaue Formulierungen nicht zum Verhängnis werden, zeigen wir Ihnen, worauf Sie vor dem Unterzeichnen eines Bauvertrags achten sollten.

Laut Michael Müller, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, Kanzlei ArneburgMüller von Town & Country Haus/Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende sollten Sie sich zu Ihrem Bauauftrag folgenden Fragen stellen:

1. Gutachter

Verpflichtet sich der Auftragnehmer im Vertrag, kostenlos das Bauvorhaben während der Ausführungsphase durch einen unabhängigen und qualifizierten Gutachter (zum Beispiel DEKRA, TÜV, VQC oder Bauherren-Schutzbund) mindestens dreimal (davon einmal unmittelbar vor der Abnahme) überprüfen zu lassen?

2. Differenzdruck-Messverfahren

Führt der Auftragnehmer unmittelbar vor der Abnahme kostenfrei ein Differenzdruck-Messverfahren (Blower-Door-Test; DIN EN 13829) durch? Erhält der Auftraggeber/Bauherr dann ein Zertifikat über den bestandenen Test? (Hinweis: Das Zertifikat belegt nur dann einen erfolgreichen Test, wenn eine Luftwechselrate von maximal 1,5 h¯¹ erreicht ist.)

3. Baugrundgutachten

Hat der Auftragnehmer vor Beginn der Planung bzw. Ausführung auf eigene Kosten ein Baugrundgutachten eingeholt? Hat er ebenfalls dem Auftraggeber/ Bauherrn hiervon kostenlos eine Kopie überlassen?

4. Vertragserfüllungssicherheit

Ist der Auftragnehmer – unabhängig von der gesetzlichen Verpflichtung (§ 632a Abs. 3 BGB) – nach dem Vertrag verpflichtet, dem Auftraggeber/ Bauherrn eine (zusätzliche) Vertragserfüllungssicherheit für die fristgerechte sowie mängelfreie Fertigstellung des Bauvorhabens zu stellen? In welcher Höhe wird dann eine solche Sicherheit gestellt? Handelt es sich bei der Sicherheit um eine selbstschuldnerische, bis zur Abnahme bzw. Übergabe des Bauvorhabens befristete Vertragserfüllungsbürgschaft in Höhe von 20 Prozent der Netto-Vertragssumme? Wird diese Sicherheit schon bei der Vertragsunterzeichnung gestellt?

5. Mängel-/Gewährleistungssicherheit

Verpflichtet sich der Auftragnehmer im Vertrag verbindlich, bei der Abnahme eine Mängel-/Gewährleistungssicherheit für etwaige Mängel, die nach der Abnahme entstanden bzw. aufgetreten sind, einschließlich damit zusammenhängender Schadensersatzansprüche zu stellen? Handelt es sich um eine selbstschuldnerische, auf fünf Jahre und einen Monat nach der Abnahme befristete Mängel-/Gewährleistungsbürgschaft in Höhe von 75.000 €?

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