Besseres Klima im Haus mit Dachdämmung

Besseres Klima im Haus mit Dachdämmung
Räume unter dem Dach besitzen viel Charme, benötigen jedoch einen guten sommerlichen Wärmeschutz. Foto: Paul Bauder

Ein besseres Klima, niedrigere Heizkosten bis hin zu nachhaltigen Erwägungen: Es gibt viele Gründe, in eine gute Dämmung zu investieren. Dabei kommen gerade dem Dach und dem Keller eine besonders hohe Bedeutung zu.

Das Thema „Dämmung“ ist in den letzten Jahren immer wieder kontrovers diskutiert wurden. Gerade die Kosten, die Gefahr der Schimmelbildung oder auch das Brandrisiko standen dabei im Fokus. Betrachtet man ausschließlich die energetischen Aspekte, fällt das Urteil im Hinblick auf eine Dachdämmung eindeutig aus. Denn bis zu 30 Prozent der Heizenergie eines Hauses gehen über sein Dach verloren. Eine Dämmung lohnt sich daher nicht nur, sie ist darüber hinaus auch gesetzlich durch die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt.

Für ein Steildach kommen dazu drei unterschiedliche Varianten in Betracht: die Auf-, die Zwischen- sowie die Untersparrendämmung.

U-Wert
Für eine Dämmung von Steildächern beträgt der maximal zulässige U-Wert 0,24 W/m²K, für Flachdächer gilt ein Wert von 0,20 W/m²K nach EnEV. Strengere Werte erfordert die Förderung seitens der KfW: 0,14 W/m²K für Flach- und Steildächer.

Von außen gedämmt

Foto: Saint-Gobain Isover G+H

Am aufwendigsten und damit am kostenintensivsten unter diesen Varianten ist die Aufsparrendämmung. Denn sie erfordert das Abnehmen der betroffenen Dacheindeckung. Während bei Neubauten häufig die Aufsparrendämmung zum Einsatz kommt, hängt bei Sanierungen die Wahl der Dämmart in hohem Maße vom Zustand des Dachs sowie von den konkreten baulichen Voraussetzungen ab. Aus wärmeschutztechnischer Sicht spricht daher vieles für eine Aufsparrendämmung. Sie wird von außen durchgehend und ohne Unterbrechung der Wärmeschicht durch die Sparren angebracht. Als Materialien kommen feste Platten aus Glas- oder Steinwolle, Holzfasern, Polyurethan oder Polystyrol zum Einsatz. Allerdings ist im Sanierungsfall unter Umständen das Einholen einer Genehmigung seitens des zuständigen Bauamts nötig, da sich durch eine Aufsparrendämmung die Dachgiebelhöhe sowie die Ästhetik des Hauses verändern kann.

Klassisch von innen

Grafik: FMI Fachverband Mineralwolleindustrie

Die Zwischensparrendämmung ist der Klassiker der Dachdämmung. Man kann sowohl von innen als auch von außen zwischen den Sparren anbringen. Wenn dabei sogar Dach und Dacheindeckung in einem guten Zustand sind, erfolgt sie in der Regel von innen. Die Vorteile dafür liegen auf der Hand: Es ist kein Gerüst erforderlich, und sie lässt sich von versierten Heimwerkern auch in Eigenregie anbringen.

Besonders beliebt bei Sanierungen ist die Zwischensparrendämmung, da sie nicht nur sehr effizient, sondern auch leicht zu montieren ist. Als Dämmmaterialien kommen dabei sowohl Stein- und Glaswolle als auch Naturdämmstoffe zum Einsatz. In Form von Klemmfilzen, Matten oder Rollen klemmt man diese zwischen die Sparren. Sollte die Höhe der Sparren dabei jedoch nicht ausreichend sein, kann man diese durch zusätzlich befestigte Kanthölzer auf die erforderliche Dicke bringen. Um die Dämmschicht dabei vor Feuchtigkeit zu schützen, wird auf der Innenseite eine Dampfbremsfolie montiert, die luft- und winddicht verklebt werden muss.

Als Zusatzdämmung und weniger als Einzelmaßnahme kann zur Zwischensparrendämmung noch eine Untersparrendämmung hinzutreten. Zuerst dämmt man zwischen den Sparren und bringt dann quer zu den Sparren Latten an.  Somit ist die Dämmung nach der Verlegung unter den Sparren montiert. Sie hilft, Wärmebrücken durch nicht isolierte Sparren zu minimieren, und schafft eine zusätzliche Installationsebene für das Verlegen von Elektroleitungen.

Rund ums Dach

Eine fachgerechte Dämmung des Dachs — hier mit Mineralwolle — reduziert die Heizkosten deutlich. Foto: epr/FMI Fachverband Mineralwolleindustrie

Dient der Dachraum nicht zu Wohnzwecken, reicht oft eine Dämmung der obersten Geschossdecke aus. Auch hierzu steht eine Vielzahl an Materialien zur Verfügung – von Dämmstoffbahnen, die nicht betreten werden können, über trittsichere Dämmstoffplatten aus Gipsfasern oder Holz bis hin zu Konstruktionen mit Einblas- oder Schüttdämmung. Die aktuelle EnEV sieht eine Nachrüstpflicht der obersten Geschossdecke für Ein- und Zweifamilienhäuser vor, die nach dem 1. Februar 2002 den Besitzer gewechselt haben. Unterschiedliche Möglichkeiten, um mithilfe einer Dämmung die Heizkosten zu senken, gibt es selbstverständlich auch für Flachdächer. Hier sollte allerdings ein Fachmann ran. Die gebräuchlichste Methode ist eine sogenannte Warmdachdämmung, bei der der Dämmstoff luftdicht zwischen der Raumdecke und der Außenseite des Dachs eingeschlossen wird.

Nachrüstpflicht
Entsprechend der EnEV 2014 besteht eine Nachrüstpflicht für die oberste Geschossdecke von Ein- oder Zweifamilienhäusern, die nach dem 1. Februar 2002 verkauft oder vererbt wurden. Der maximal zulässige U-Wert ab 2016 beträgt 0,24 W/m²K. Dieser Wert gibt an, wie viel Energie durch ein Bauteil von innen nach außen entweicht. Die Nachrüstpflicht besteht nicht, wenn die oberste Geschossdecke und das darüber liegende Dach dem Mindestwärmeschutz gemäß der Norm DIN 4108-2:2013-02 bereits entsprechen.

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