Bodenbeläge renovieren

Bodenbeläge renovieren
Foto: Selit

Mit der Zeit weisen auch die gepflegtesten Böden Gebrauchsspuren auf. Diese kann man entweder ausbessern oder man verlegt gleich einen neuen Boden. Für DIY-Liebhaber sind besonders die modernen Klicksysteme zu empfehlen.

Möbel verrücken, Haustiere, verschütteter Rotwein, Plastikraumgleiter im harten Landeanflug auf das Parkett: Das Wohnen an sich hinterlässt Spuren, ob man nun will oder nicht. Irgendwann ist  es so weit: Es ist Zeit, die Bodenbeläge im Haus zu renovieren. Denn mit den Jahren zeigen sich Risse, Flecken, Schlieren und Dellen auf dem Untergrund. Jetzt steht eine Sanierung an. Dabei stellt sich die Frage, ob man lieber nur ein wenig „aufhübschen“ möchte, oder gleich Nägel mit Köpfen machen sollte und neu verlegt. Dabei spielt bei der Entscheidung für einen Boden nicht nur die Optik, sondern auch der Zweck des Raums eine Rolle. Zum Beispiel darf es für das Kinderzimmer gern ein robuster Belag sein. Für den Fitnessraum ist ein extra gelenkschonender Belag ideal.

Der tut´s doch noch, oder?

Bodenbeläge lassen sich leider nicht mal so nebenbei renovieren. Aber auch simple Mittel zeigen bereits Wirkung: Kleinere Kratzer, Dellen oder Löcher kann man auch als Laie mit speziellen Reparaturkits beheben. Diese Sets sind in Baumärkten und Onlineshops erhältlich. Sie eignen sich für lackiertes Parkett, Laminat, Kork, aber auch für andere lädierte Holzoberflächen wie Treppen, Türen oder Küchenfronten. Enthalten sind Füllstoffe aus Hartwachs und Hilfsmittel wie Hobel, Schmelzer oder ein Versiegelungsstift. Mit den verschiedenfarbigen Hartwachsstangen lässt sich auch die Maserung im Holz imitieren.

Bodenbeläge renovieren; Teppich; tretford; Mädchen; Bauklötze

An Teppichen aus robustem Garn hat man länger Freude.
Foto: tretford

Bei massiv beanspruchten Flächen, wie etwa auf den stark frequentierten Laufflächen, oder wenn das Holz durch Temperaturunterschiede „arbeitet“, muss man vielleicht ein halbes Jahr später wieder ran.  Aber mit so einem preiswerten Erste-Hilfe-Set kann man sich bei kleineren Schäden zunächst selbst behelfen. Tipp: Auch bei Teppichböden kann man mit einer Grundreinigung noch viel bewirken. Neben diversen Schaumreinigerprodukten, die man in gut sortierten Supermärkten oder Drogeriemärkten findet, kann man sich auch alternativ professionelle Teppichreinigungsgeräte in Baumärkten oder in Drogeriemärkten ausleihen.

Vorbereitung ist alles

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Ein Fußboden besteht aus drei Schichten: dem Unterboden, der Verlegeunterlage und dem Bodenbelag.
Foto: Selit

Was tun, wenn nichts mehr geht oder man einfach keine halben Sachen machen möchte, weil ein Zimmer oder ein Stockwerk eben in die Jahre gekommen ist? Dann muss der alte Boden raus. Bevor man jedoch mit etwas Neuem losverlegt, ist der erste und wichtigste Schritt, dafür zu sorgen, dass der Untergrund passt. Denn dieser muss sauber, trocken, fest und natürlich eben sein. Falls bei der Entfernung des alten Bodenbelags der darunter liegende Estrich beschädigt wurde, kann man den Untergrund mit einer Ausgleichsmasse wieder ebnen. Wichtig ist, dass erst alles getrocknet ist, bevor es weitergeht. Wie man die Spachtelmasse verlegt oder ob man Trockenestrichplatten in Erwägung zieht – Material und vor allem How-to-Anleitungen bieten mittlerweile sowohl Hersteller, aber auch Baumärkte an. Von Schritt-für-Schritt-Folgen zum Download bis zu detaillierten Videos kann man sich auch hier vorab informieren.

Parkett

Ob man nun selbst Hand anlegt oder lieber den Fachmann ranlässt, hängt von der Art des Bodens und den eigenen Fähigkeiten ab. Soll das Wohnzimmer
zum Beispiel ein hochwertiges Massivholzparkett im Fischgrätmuster zieren, sollte lieber einen Profi beauftragen. Denn das Verkleben oder Verschrauben des teuren Materials mit dem Untergrund ist nicht ohne; danach müssen die Dielen abgeschliffen und versiegelt werden. Hier ist präzises Arbeiten gefragt. Ebenso ist Fliesenleger nicht grundlos ein Ausbildungsberuf. Dennoch gibt es für handwerklich motivierte und geschickte Laien mittlerweile Lösungen am Markt, mit denen sich Böden auch in Eigenregie verlegen lassen.

Ein Beispiel hierzu wäre Fertigparkett aus industriell vorgefertigten Elementen. Auf einer Trägerschicht, die zumeist aus einfachem Nadelholz besteht, ist eine Holznutzschicht aufgebracht, die bereits im Werk lackiert oder mit Öl versiegelt wurde. Wenn man den Boden für längere Zeit behalten möchte, sollte man auf eine stärkere Nutzschicht Wert legen. Diese kann öfter abgeschliffen und neu eingelassen werden. Mit den heute verfügbaren Klicksystemen – die für Parkett, aber auch Laminat und Kork verfügbar sind – werden die einzelnen Elemente einfach ineinander-„geklickt“. Sie müssen nicht verklebt werden. Diese „schwimmende“ Verlegung ist für den Heimwerker viel leichter zu handhaben. Und falls ein Umzug ansteht oder die Bodenbeläge erneut zu renovieren sind: Solch ein Boden lässt sich viel leichter wieder entfernen.

Laminat

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Der helle Laminatboden mit Langdielen aus der Serie „Vinto“ streckt den Raum optisch und verleiht ihm Eleganz.
Foto: epr/Logoclic

Es muss aber nicht zwingend das klassische Parkett sein. Gerade im Bereich Laminat lassen sich Räume vielfältig gestalten. Ob es eher ein robuster Bodenbelag für das Kinderzimmer sein soll oder ein Laminat mit einer integrierten Geh- und Trittschalldämmung – hier lohnt sich eine Beratung in jedem Fall. Auch optisch kommt Laminat nahe an Holzböden heran. Angeboten werden Böden sowohl mit integrierter Geh- und Trittschalldämmung als auch in täuschend echter Holzdielenoptik. Und noch ein Tipp: Um möglichst lange Freude an dem Boden zu haben, sollte man immer die Verlegeunterlage im Blick behalten, falls sie nicht bereits integriert ist. Mit der Schicht zwischen Unterboden und Bodenbelag lassen sich Geräusche wie Geh- und Trittschall reduzieren. Auch die Wärmedämmeigenschaften des Bodens verbessert sich damit und es können Feuchteschäden vermieden werden.

Kork

Ein weiterer Belag, der im Klicksystem verlegt werden kann, ist Kork. Dabei ist dieser Belag nicht nur in der klassischen „gekörnten“ Optik verfügbar, sondern wird
mittlerweile auch in einer Holzoptik angeboten. Böden dieser Art sind weich, warm, schalldämmend und gelenkschonend. Als nachhaltiges Naturprodukt eignen sie sich besonders für Allergiker, beispielsweise in den Schlafräumen und im Kinderzimmer. Aber auch für einen Yogaraum ist Kork als Bodenbelag ideal.

Korkboden; Foto: epr/Jangal

Ohne Weichmacher und Schadstoffe: Korkböden sind für viele Räume eine gute Alternative.
Foto: epr/Jangal

Gut verlegt und aufgelegt

Wer seine Bodenbeläge selbst renovieren möchte, sollte sich vorab informieren, was man wirklich gut selber leisten kann und was nicht. Vielleicht ist es sinnvoll, für manche Arbeitsschritte professionelle Unterstützung heranzuziehen. Eingeplant werden müssen neben den Kosten für Material und Werkzeug natürlich auch der Zeitaufwand pro Raum mit allem Drum und Dran. Darunter fallen auch Fahrten zum Baumarkt und zum Wertstoffhof, das Besorgen von Leihgeräten, Trocknungszeiten und so weiter. Belohnt wird man für den Aufwand auf jeden Fall mit einem wunderschönen Boden und dem tollen Gefühl, alles selbst gemacht zu haben.


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