Bodenbeläge verlegen

Bodenbeläge verlegen
Vinylbeläge in zahlreichen Farben und Designs kommen entweder als Planken oder Rollenware auf den Boden. In puncto Wohngesundheit erfüllen die Böden heute strenge Anforderungen. Foto: IBK – Initiative Bodenbeläge kleben

Wohngesund, robust und pflegeleicht: Fußböden müssen heute vielfältige Anforderungen erfüllen. Für handwerklich begabte Bauherren kommt noch eine Eigenschaft hinzu: Der Boden soll sich leicht verlegen lassen. Ein Überblick über die verschiedenen Systeme und Materialien.

Parkett, Fliesen, Laminat: Heute stehen Bauherren vor einer riesigen Produktpalette an Materialien, Strukturen und Dekoren. Viele der angebotenen Systeme lassen sich mit ein wenig handwerklichem Geschick auch gut in Eigenregie verlegen. Bevor Sie jedoch in den Baumarkt stürmen, sollten Sie sich überlegen, welche Anforderungen Sie an den zukünftigen Fußboden stellen. Das schließt neben der Optik und dem Pflegeaufwand auch die Beanspruchung und Belastung ein.

Eine gute Vorbereitung

Nicht jeder Kleber eignet sich für jeden Oberbelag. Der Hersteller Saint-Gobain Weber bietet beispielsweise optimierte Klebstoffe für Teppichboden, PVC, Laminat oder Parkett . Foto: epr/Saint-Gobain Weber

Egal, für welchen Bodenbelag Sie sich entscheiden: Im ersten Schritt muss der Untergrund vorbereitet werden. Dabei richten sich die Arbeiten nach dessen Art und Beschaffenheit. Grundsätzlich gilt: Der Boden sollte sauber, trocken, eben und fest sein. Im Neubau finden Heimwerker meist einen Estrich vor. Wenn dieser vollständig ausgehärtet ist, wird eine lösemittelfreie Grundierung aufgebracht. Dann kann der gewünschte Bodenbelag verlegt werden. Eine sehr puristische Variante ist es, den Estrich nicht zu bedecken. So ein Sicht- oder Nutzestrich benötigt jedoch eine entsprechende Vorbehandlung. Möchten Sie den Boden renovieren, müssen zuerst die alten Beläge rückstandslos entfernt werden. Dabei kann es passieren, dass der darunter liegende Estrich beschädigt wird – vor allem, wenn der Altbelag verklebt war. Der Untergrund lässt sich dann mit einer selbstverlaufenden Ausgleichsmasse ebnen. Risse oder Löcher sollten vorher mit einer standfesten Spachtelmasse gefüllt werden. Je nach Konsistenz und Wasserzugabe härtet diese in 30–60 Minuten aus. Danach wird die Ausgleichsmasse nach Herstellerangaben angerührt und vom Rand zur Mitte des Raums gegossen. Ein Randdämmstreifen, der mit doppelseitigem Klebeband an die Wand angebracht wird, verhindert dabei Randeinspannungen. Setzen Sie die Bodenbelagsarbeiten erst fort, wenn der Untergrund komplett durchgetrocknet ist! Sofort begehbar sind dagegen Trockenestrichplatten. Sie benötigen allerdings zusammen mit der erforderlichen Schüttung eine Aufbauhöhe von mehreren Zentimetern.

Der Klassiker: Parkett

Pflegeleicht und edel: Das Zweischichtparkett von Haro vereint die Vorzüge von Parkett und Fertigparkett. Foto: djd/Hamberger Flooring/Haro

Wer kennt nicht die schönen Echtholzböden im Fischgrät- oder Stäbchenmuster, die heute noch viele Altbauten zieren? Wenn Sie sich diesen eleganten Bodenbelag aus Massivholz in die eigenen vier Wände holen möchten, müssen Sie allerdings tief in die Tasche greifen. Parkett wird entweder verklebt oder mit dem Untergrund verschraubt. Danach müssen die Dielen abgeschliffen und versiegelt werden. Da die Verlegung sehr aufwendig ist und ein präzises Arbeiten erfordert, sollte hier besser ein Fachmann ran. Für Hobbyhandwerker ist Fertigparkett deutlich besser geeignet. Dabei handelt es sich um industriell vorgefertigte, mehrschichtig aufgebaute Elemente. Die Trägerschicht besteht meist aus einfachem Nadelholz, auf das eine 2–4 mm starke Nutzschicht aufgebracht ist. Die Oberfläche wird bereits im Werk versiegelt. Wie Laminat wird es mithilfe von Nut-und-Feder-Verbindungen schwimmend verlegt. Achten Sie bei der Verlegung auf eine gute Trittschalldämmung.

Der Vielfältige: Laminat

Laminat von Parador mit „Safe-Lock Pro Klick-Mechanik“ eignet sich für Heimwerker. Foto: epr/Parador

Laminat besteht aus Holzwerkstoffplatten und einer Dekorschicht mit Harzversiegelung. Es ist strapazierfähig, pflegeleicht und in jeder erdenklichen Optik erhältlich – von authentischen Holznachbildungen bis hin zum edlen Natursteinlook. Besonders einfach lässt sich Klicklaminat verarbeiten. Die Verlegung erfolgt immer schwimmend, das heißt, dass die einzelnen Dielen nicht mit dem Untergrund verbunden werden. Die Verlegerichtung des Laminats hängt von den räumlichen Gegebenheiten und dem persönlichen Geschmack ab. So wirken etwa lange und schmale Räume durch quer verlegtes Laminat breiter und größer. Beziehen Sie auch die Fenster in Ihre Überlegungen ein: Damit die Fugen des Laminats wenig Schatten werfen, sollten sie längs zum einfallenden Tageslicht oder zu größeren Lichtquellen verlaufen. Unter dem Bodenbelag wird eine Dampfsperre ausgelegt, die verhindert, dass aufsteigende Nässe in die Dielen zieht und diese beschädigt. Darüber kommt eine geeignete Trittschalldämmung. Sie dämpft die Laufgeräusche und gleicht leichte Unebenheiten aus. Bei einigen Systemen ist diese bereits integriert. Begonnen wird mit der Verlegung meist an der Wand, die der Tür gegenüberliegt. Zwischen die Wand und die erste Reihe werden Abstandskeile eingebracht, so entsteht eine Dehnungsfuge. Nun werden die Dielen mit der Feder in die Nut der vorderen Reihe ausgelegt. Durch das Herunterdrücken springt die Feder in einen festen Sitz.

Die Robusten: Fliesen

Die natürlichen Designböden „Impressa“ und „Modular“ von Forbo sind in verschiedenen Planken- und Fliesenformaten erhältlich und lassen sich einfach auf dem alten Boden verlegen. Foto: forbo-flooring.de

Sehr beliebt sind auch keramische Bodenbeläge. Dank authentischer Holz- oder Natursteinoptiken werden sie heute nicht nur in Küche und Bad, sondern immer öfter auch im Wohnbereich eingesetzt. Eine Fußbodenheizung ist hier der perfekte Partner, denn Fliesen besitzen eine hervorragende Wärmeleitfähigkeit. Zudem sind sie schadstofffrei, langlebig, nachhaltig und äußerst pflegeleicht. Verlegt wird im Kleberbett. Bevor es allerdings losgehen kann, muss das Verlegebild geplant werden, sodass eine möglichst symmetrische Aufteilung entsteht. Dazu wird die Mittellinie des Raums mit einer Richtschnur markiert und die erste Reihe trocken daran ausgelegt. Ist die richtige Position gefunden, kann der Fliesenkleber angerührt und mit einer Zahnspachtel aufgebracht werden. Kämmen Sie das Kleberbett mit der Zahnspachtel durch, legen Sie die Fliesen darauf und drücken Sie diese leicht an, sodass noch kleine Korrekturen möglich sind. Die Randstücke werden mit einem Fliesenschneider zugeschnitten. Ein Tipp: Die Geräte können Sie sich auch im Baumarkt ausleihen, anstatt sie zu kaufen. Sind alle Fliesen verlegt, und ist der Fliesenkleber getrocknet, kann mit dem Verfugen begonnen werden.

Von der Rolle: PVC, Vinyl und Teppich

Die Teppichkollektion „Voyage“ von tretford besteht aus drei von der Natur inspirierten Farbwelten. Hergestellt werden sie aus Kaschmir-Ziegenhaar und Schurwolle. Foto: tretford

Einfacher von der Hand sollte Heimwerkern dagegen die Verlegung von Rollenware gehen. Zur Auswahl stehen dabei Teppich, der nach wie vor gerne für das Schlafzimmer gewählt wird, und PVC- oder Vinylböden, die auch für Nassbereiche geeignet sind. All diese Beläge werden ähnlich auf den Boden gebracht. Eine lose Verlegung mit doppelseitigem Klebeband ist dabei ebenso möglich wie eine vollflächige und dauerhafte Verklebung. Letztere empfiehlt sich vor allem für Bereiche, wo das Material einer starken Beanspruchung ausgesetzt ist. Die Verklebung verhindert dabei, dass sich der Boden später wellt.
Zuerst wird der Belag lose im Raum ausgelegt und grob unter Zugabe von 10 cm am Rand zugeschnitten. Bei Wandvorsprüngen, Heizungsrohren und Türstöcken schneidet man ihn an der Kante ein, damit sich der Belag möglichst flach auf den Boden legt. Anschließend wird er etwa bis zur Hälfte zurückgeklappt. Nachdem der Kleber oder das Klebeband auf den Untergrund aufgebracht wurde, lässt man den Belag von der Mitte her vorsichtig auf den Boden sinken. Mit der zweiten Raumhälfte verfahren Sie analog. Zum Schluss wird der Belag an den Randbereichen sorgfältig zugeschnitten.

Der Natürliche: Linoleum

Linoleum, das zu 100 Prozent aus natürlichen Materialien besteht, wird generell vollflächig verklebt. Die Arbeiten sind aufwendiger als bei Teppich- oder PVC-Böden, deshalb sollten Gelegenheitshandwerker genau überlegen, ob sie diese nicht lieber in Expertenhand legen. Geliefert wird Linoleum meist in 2 m breiten Bahnen, die zunächst zugeschnitten werden müssen. Dabei gilt: lieber etwas großzügiger sein!

Üblicherweise werden die Bahnen längs verlegt. Die zweite Bahn wird so ausgerichtet, dass sie etwa 2 cm mit der ersten Bahn überlappt. Wenn das Linoleum ein fortlaufendes Muster aufweist, muss zudem auf die richtige Fortsetzung geachtet werden. Legen Sie das Stahllineal an und schneiden Sie mit einem Doppelschnitt beide Bahnen gleichzeitig durch. Nun kann die eigentliche Verlegung beginnen. Dabei geht man Bahn für Bahn vor. Diese werden bis zur Mitte zurückgeklappt, damit der Kleber auf den Untergrund aufgebracht werden kann. Sind alle Bahnen verklebt, wird die gesamte Fläche mit einer Linoleumwalze festgewalzt. Nachdem der Klebstoff getrocknet ist, was mindestens zwei Tage dauert, können Sie die Fugen schließen. Dazu fräst man zuerst die Kanten der Bahnen an. Anschließend legt man einen farblich passenden Schmelzdraht in die Fuge und verschweißt ihn sorgfältig mit einem Handschweißgerät.

Neue Systeme bei Bodenbelägen

Für „Classic KC 85 S Struktur grob“ gab es beim Test „Korkfertigparkett“ der Zeitschrift Ökotest (März 2017) die Note „gut“. Foto: Meister

Mittlerweile gibt es Linoleum-, Kunststoff- und auch Korkböden im heimwerkerfreundlichen Klicksystem, bei dem die Elemente einfach ineinandergeschoben werden, oder als handliche Fliesen. Teppich ist schon länger im Fliesenformat erhältlich. Besonders praktisch dabei: Der Boden lässt sich individuell zusammensetzen, und wenn eine Fliese beschädigt ist, kann sie ganz leicht gegen eine Neue ausgetauscht werden.


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