Dachfenster und Gauben

Dachfenster und Gauben
Maximalen Lichteinfall verschaffen hier zwei „Luxia“-Lichtgauben. Foto: epr/TVS Fenstertechnik

Mehr Platz und mehr Licht im Dachgeschoss gefällig? Dachfenster und Dachgauben können hier wahre Wunder bewirken. Was damit an Wohnraum gewonnen werden kann, ist erstaunlich und zahlt sich fast immer aus.

Daachfenster übereinander bei einer Sanierun

Bei dieser hochwertigen Altbausanierung wurden jeweils zwei verschieden große Dachfenster übereinandergesetzt. Foto: Roto Dach- und Solartechnologie

Im Vergleich zu einem Anbau oder einer Aufstockung lässt sich ein Dachausbau mit Dachfenster oder Gaube relativ unkompliziert durchführen. Das A und O ist wie bei allen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten allerdings vorab eine fundierte Planung. Grundlegend für die Ausgestaltung des späteren Wohnraums im Oberstübchen sind Dachform, Dachneigung und Kniestock. Nur wer Vorkenntnisse im Bereich Architektur hat, kann sich selbst an den Zeichentisch oder PC setzen und entwerfen. Andernfalls lohnt es sich auf jeden Fall, einen Architekten oder Entwurfsplaner vom Fach heranzuziehen und mit ihm vor Ort die Gegebenheiten zu besichtigen und die eigenen Wünsche zu klären. Natürlich kommt es darauf an, was genau Sie mit Ihrem Dachgeschoss vorhaben: Soll dort oben ein großes Studio für Hobby und Entspannung entstehen? Oder möchten Sie sich eine komplette Wohneinheit inklusive separatem Bad einrichten? Vielleicht sind auch zwei Zimmer für den Nachwuchs geplant, die dann auf dieser Etage ihr eigenes Reich haben sollen?

Lichtfänger

Dachfenster mit Sonnenschutz

Aufenthalts- oder Schlafräume unterm Dach brauchen Außenjalousien, sonst wird es dort im Sommer ungemütlich heiß. Foto: Velux Deutschland

Sind Wünsche und Gegebenheiten abgeklärt, geht es ans konkrete Planen. Der Einbau von Dachfenstern ist deutlich weniger aufwendig und kostengünstiger, als eine Gaube in die Dachlandschaft einzufügen. Zudem ist der Einbau von Dachfenstern in aller Regel genehmigungsfrei, sprich Sie müssen dafür keine Baugenehmigung bei der Gemeinde einholen. Das sieht bei Gauben oftmals anders aus. Wer also nur mehr Tages licht im Dachgeschoss wünscht, wählt besser ein Dachfenster. Ob Sie sich für mehrere kleine Fenster oder ein großes Panoramafenster entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Standardware wie ca. 60 cm x 90 cm große Dach-Schwingfenster, gut isoliert und mit Kunststoffrahmen sind bereits für rund 300 Euro zu haben. Hinzu kommen noch die Kosten für den Einbau sowie für die Verkleidung und Abdichtung und eventuellen Sonnenschutz wie Rollläden oder Plissees.

Dachfenster in Panoramalösung

Tolle Raumwirkung: Hier ersetzen großflächige Panoramadachfenster fast die komplette ehemalige Dachfläche. Foto: Roto Dach- und Solartechnologie

Natürlich profitiert der Dachgeschossraum optisch von einer größeren, durchgängigen Fensterlösung. Hier gibt es mittlerweile sehr beeindruckende Panoramavarianten, die aber natürlich auch ihren Preis haben. Zu beachten ist außerdem, dass Schrägfenster, vor allem mit großen Glasflächen, auch immer erheblich dazu beitragen, dass sich der Wohnraum aufheizt. Durch die lang andauernde Sonneneinstrahlung haben schräge Dachflächenfenster hier einen Nachteil im Vergleich zu vertikal eingesetzten Gaubenfenstern, die weniger lang und stark der direkten Sonne ausgesetzt sind. Natürlich gewinnen Sie unter der Fensterfläche eines Dachfensters auch schon einiges an Raum. Wer also ein großes Panoramafenster einbaut, der verzeichnet auch allein dadurch schon einiges mehr an Kopffreiheit in diesem Bereich.

Kombiprodukte

Dachfenster mit Aufkeilrahmen

Genehmigungsrechtlich unproblematisch ist ein Dachfenster mit Aufkeilrahmen. Diese Lösung verschafft dazu eine große Stehhöhe. Foto: epr/Velux

Spannend wird es bei einigen Produkten, bei denen die Grenze zwischen Dachfenster und Gaube zu verschwimmen scheint. Hier sind interessante Lösungen auf dem Markt, die bereits für ein großes Plus an Wohnkomfort sorgen. So gibt es beispielsweise Glaselemente, die zusätzlich unter einem Dachfenster eingesetzt werden und somit den Lichteinfall maximieren. Oder aber spezielle Kombinationen mit einem Dachbalkon schaffen nicht nur mehr Licht im Dachgeschoss, sondern auch noch eine kleine Dachterrasse. Daneben besteht auch die Möglichkeit, statt eines einfachen Dachfensters ein Aufkeilfenster einzubauen. Durch den Aufkeilrahmen, auf dem das Fenster aufsitzt, entsteht im Wohnraum eine größere Stehhöhe unter dem Fenster. Welcher dieser Einbauten genehmigungspflichtig sind, ist im Einzelfall immer mit dem Bauamt der zuständigen Gemeinde zu klären.

Technik bringt Komfort

Auch bei Dachfenstern lässt sich mithilfe intelligenter Materialien und Technik noch mehr Luxus generieren. So gibt es spezielle Gläser, die mit einer unsichtbaren Beschichtung versehen sind. Diese sorgt dafür, dass sich Schmutz in Kontakt mit UV-Strahlung selbstständig zersetzt und anschließend vom Regen leichter abgewaschen werden kann. Das ist gerade bei Dachfenstern, die oft nur schwer zu putzen sind, von Vorteil. Selbstverständlich müssen Dachfenster auch entsprechend gut gedämmt sein, empfohlener Standard ist hier mittlerweile eine Dreifachverglasung. Solch gut gedämmte Dachfenster haben darüber hinaus den Vorteil, dass auch der Schallschutz sehr gut ist. Das macht sich bei klopfenden Regentropfen durchaus bemerkbar. Empfehlenswert sind außerdem hagelbruchsichere Scheiben.

Dachfenster in ein Smarthome einbinden

Moderne Dachfenster lassen sich perfekt in ein Smarthome einbinden. Droht Regen, schließen sie automatisch. Foto: Roto Dach- und Solartechnologie

Hinzu kommt die ganze Bandbreite an intelligenter Steuerungstechnik. Dachfenster mit Regensensorik schließen selbsttätig, sobald Niederschlag droht. Verschattungsszenarien lassen sich vorprogrammieren und laufen dann tagtäglich automatisch ab. Auch die Belüftung im Raum spielt eine Rolle. So gibt es mittlerweile Dachfenster, die über eine automatische, in den Fensterrahmen integrierte Lüftungsfunktion verfügen. Unterschiedliche Systeme garantieren damit eine konstante Versorgung mit Frischluft, auch bei geschlossenem Fenster. Diese Belüftungssysteme gibt es auch mit Wärmerückgewinnungsfunktion, das hilft, Energie zu sparen.

Mehr Platz mit Gauben

Ein Klassiker und relativ kostengünstig sind Schleppgauben. Hier kam bei der Verkleidung Titanzink zum Einsatz. Foto: epr/NedZink

Möchte man ein Dachgeschoss in zwei oder drei Räume aufteilen, ist meist der Einbau einer oder mehrerer Gauben nötig, um genügend nutzbaren Wohnraum zu schaffen. Welche Gaubenform zu welchem Dach und Wohnhaus passt, klärt man am besten gemeinsam mit einem Architekten. Dabei ist darauf zu achten, eine maximale Stehhöhe im neuen Zimmer zu generieren und den Lichteinfall durch das einzusetzende Fenster zu optimieren. Wie immer ist alles natürlich weniger eine Frage dessen, was baulich geht, als dessen, was das Budget hergibt. Auch hier gilt: Alle Sonderwünsche kosten extra. Möchte man beispielsweise in eine Satteldachgaube ein oben spitz zulaufendes Fensterelement einsetzen, um mehr Lichteinfall zu bekommen, schlägt dieses deutlich teurer zu Buche als ein Standardfenster.

Wie groß eine Gaube sein darf, kann in der zuständigen Landesbauordnung oder aber auch im örtlichen Bebauungsplan vorgeschrieben sein. Hier spielt in der Regel die Größe einer Gaube im Vergleich zur bestehenden Dachfläche eine Rolle. Generell sind Gauben genehmigungspflichtig. Das heißt, Sie müssen sich vorab um eine Baugenehmigung kümmern, sprich die Pläne auf der Gemeinde einreichen und das Prozedereabwarten. Es gibt jedoch auch Gemeinden, die im Rahmen einer „Gaubensatzung“ den Einbau von Dachgauben genehmigungsfrei erlauben; Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Gaube bestimmten, in der Satzung vorgegebenen Richtlinien entspricht. Bevor Sie also loslegen, sollten Sie sich unbedingt bei der zuständigen Gemeinde hierüber informieren und eine Bauvoranfrage stellen.

Stand: Juli 2018

Klassische Zimmererarbeit

Die „Luxia“-Lichtgauben gibt es in vier Breiten, die sich auf Dächern mit einem Winkel von 28–70 Grad montieren lassen. Foto: epr/TVS Fenstertechnik

Der Einbau einer Dachgaube ist eine klassische Zimmererarbeit. Die bisherigen Sparren werden dort entfernt, wo die neue Gaube eingesetzt werden soll. Diese besteht aus einer Holzkonstruktion, die entsprechend gedämmt wird. Innen erfolgt ein Ausbau mit den klassischen Mitteln des Trockenbaus. Von außen wird die Gaube mit Zink oder Kupfer verkleidet und abgedichtet, wobei auch gleich die nötige Dachentwässerung mittels Regenrinne usw. angebracht wird. Es bietet sich aus optischen Gründen an, die Gaube entsprechend dem Hausdach einzudecken. Zimmereibetriebe können die Gaube im Werk vorfertigen, anliefern und diese dann per Kran einheben und montieren. Lässt dies das Grundstück nur schwer oder nicht zu, kann eine Gaube aber auch vor Ort Schritt für Schritt eingebaut werden.

Populär sind mittlerweile auch sogenannte Fertiggauben. Diese kann man sich sogar online konfigurieren und bestellen. Dazu müssen Sie die Gaubenhöhe, den Traufüberstand, die Dachneigung und weitere Daten wie Gaubenbreite und Gaubendachneigung eingeben. Anschließend erhalten Sie ein entsprechendes Angebot. Oftmals sind die Anbieter auch kleine Zimmererbetriebe, die dann mittels CAD-Zeichnung die Gaube konstruieren und anfertigen. Allerdings benötigen Sie dann immer noch jemanden, der die Gaube vor Ort einbaut. Unterm Strich brauchen Sie sehr viel planerisches Vorwissen, um die Daten parat zu haben, mit denen die Gaube konfiguriert werden soll.


Das könnte Sie auch noch interessieren:
Mehr Platz unterm Dach
Sunblocker für das Haus

Immer top informiert: Jetzt für den Newsletter anmelden