Die Erben des Bauhauses

Die Erben des Bauhauses
Geradlinige Kubatur mit großen Glasfronten: Das Modell „Modum 710“ von Huf Haus steht unverkennbar in der Tradition der Bauhaus-Bewegung. Foto: Huf Haus

Die Grundsätze der Bauhaus-Bewegung sind bis heute ein Erfolgsmodell und gelten immer noch als der Inbegriff moderner Gestaltung. Doch wie schafft man den Sprung von der damaligen Architektur zu einer Baukunst, die den Ansprüchen der heutigen Zeit gerecht wird?

Transparenz und klare Formen: Auch dieses Wohnhaus orientiert sich am Bauhaus. Foto: Sofia Sabel, Göteborg/Schüco

Wer an Häuser der Bauhaus-Ära denkt, hat unweigerlich weiße kubische Formen mit Flachdach im Sinn. Dabei gibt es keinen „Bauhaus- Stil“ im eigentlichen Sinne – schließlich würde das nicht dem Forschergeist der Bauhaus-Bewegung entsprechen. Auch die Farbe Weiß ist nicht zwingend für ein waschechtes Bauhaus, denn die Originale waren durchaus farbenfroh: So hatte die Schule in Dessau beispielsweise eine leuchtend rote Eingangstür, während die Wände und Decken der Meisterhäuser in Blau, Rot oder Orange gestaltet wurden. Genauso gern experimentierten die „Bauhäusler“ mit verschiedenen Grundformen und neuen Materialien.

Was ist es dann also, was ein Gebäude im Sinn der Bauhaus-Tradition ausmacht? Was bei jedem Produkt – ob Alltagsgegenstand oder Wohngebäude – auffällt, ist die klare, schnörkellose und meist streng geometrische Formgebung. Denn reine Schmuckelemente, die keinen weiteren Zweck erfüllen, werden als überflüssig betrachtet. Schön ist, was sich der Funktionalität und dem Nutzen des Produkts unterordnet. Frei nach dem geflügelten Wort, das nicht nur Mies van der Rohe berühmt machte: Less is more.

Auch bei den Bauhaus-Erben: Funktional und flexibel

Entsprechend durchdacht und hochwertig ist ein klassisches Bauhaus geplant; mit offenen und flexiblen Grundrissen, die perfekt auf die Bewohner zugeschnitten sind und praktische Details für mehr Wohnkomfort bieten. Das Flachdach erfüllt ebenfalls eine weitere Funktion: Es lässt sich zusätzlich als Dachterrasse nutzen. Großzügige Glasflächen vermitteln nicht nur ein luftiges Wohngefühl, sondern sorgen auch für mehr Tageslicht und solare Wärmeerträge. Wer also heutzutage ein Eigenheim im typischen Stil eines Bauhauses errichten will, hat viele Möglichkeiten, sein Haus durchaus individuell zu gestalten: Ausgehend von der geplanten Nutzung und den Bedürfnissen der Bewohner ist der Grundstein eine auf die Funktionalität und Effizienz reduzierte Formensprache, die die moderne Ästhetik der Entwürfe bestimmt. Warum also nicht mal ungewöhnliche Materialien wählen oder mit kräftigen Farben experimentieren?

Minimalismus in Holz: die Marienhof-Siedlung des ökologischen Holzfertighausherstellers Baufritz. Foto: Baufritz

Qualität durch Vorfertigung

Neben der radikalen Funktionalität und Einfachheit legten Walter Gropius und seine Kollegen viel Wert auf eine hohe Qualität und wollten die industriellen und technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit nutzen, um einer breiten Käuferschicht hochwertige Produkte anbieten zu können. Diesen Anspruch erfüllen heute zum Beispiel Fertighäuser, die maßgeschneidert und nach gleichbleibend hohen Qualitätsstandards im Werk vorproduziert werden. Viele Hersteller haben inzwischen ein umfassendes Portfolio aus modernen Entwürfen, die in der Tradition des Bauhauses stehen – und diese sind überraschend vielfältig. Die Bandbreite reicht von minimalistischen Holzkuben über gläserne Flachdachbauten bis hin zum klassischen Look in weißer Putzfassade. Die Grundrisse sowie funktionale Ausstattungsdetails lassen sich ebenso individuell und flexibel planen, damit Sie sich in Ihrem persönlichen Bauhaus rundum wohlfühlen können.


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