Der Carport: ein sicherer Hafen

Der Carport: ein sicherer Hafen
Dank der Holzfüllungen fügt sich der Carport nahtlos in die natürliche Umgebung ein. Foto: epr/capotec

Vor der Witterung gut geschützt ist ein Auto in einem Carport. Viele bevorzugen diese Form der Unterbringung, da sie im Vergleich zur Garage kostengünstiger und schneller zu verwirklichen ist.

Luftigleicht wirken die modular aufgebauten Carports von Gerhardt Braun – hier mit einem schicken Rankgitter verziert. Foto: Gerhardt Braun RaumSysteme GmbH & Co. KG

Wer die Annehmlichkeiten eines Unterstands für sein Auto einmal kennengelernt hat, möchte sie nicht mehr missen. Im Sommer kein überhitztes Auto, in dem man sich auf den schwarzen Ledersitzen die Gliedmaßen verbrennt. Im Winter kein Eis und Schnee, die mühsam von den Scheiben gekratzt werden müssen, um starten zu können. Um in diesen Genuss zu kommen, ist jedoch nicht immer gleich der Bau einer Garage erforderlich. Bereits ein Carport kann hier gute Dienste leisten. Er hat gegenüber einer Garage sogar den entscheidenden Vorteil, dass das Auto in der feucht-nassen Jahreszeit dank guter Durchlüftung schnell trocknet und die Gefahr von Korrosionsschäden deutlich sinkt.

Genehmigung einholen

Flexibel bleiben: Möchte man nach ein paar Jahren doch lieber eine Garage, lässt sich der Carport einfach mit einem Sektionaltor ausstatten. Foto: epr/capotec

Die Planung eines Einfamilienhauses sieht normalerweise zwei Pkw-Stellplätze vor, von denen einer als Garage, der andere als freie Stellfläche oder Carport realisiert wird. Sie sollten jedoch beachten: Wie eine Garage ist auch ein Carport prinzipiell genehmigungspflichtig, selbst wenn Sie ihn in Eigenregie aufbauen. Dabei gibt es aber keine bundesweit gültige Regelung, sondern nur länderspezifische Auflagen. Oft sind es die Städte und Gemeinden, deren Vorschriften berücksichtigt werden müssen. Entscheidend ist meist das Ausmaß der Bodenfläche, aber auch die Dachform und der Abstand zu benachbarten Grundstücken sind nicht zu vernachlässigen. Welche Formulare Sie genau benötigen, erfahren Sie bei dem für Ihren Bauantrag zuständigen Bauamt.

Ausführung planen

Viele Gemeinden fördern Dachbegrünungen direkt über Zuschüsse oder indirekt über Gebührenminderungen fürs Abwasser. Foto: djd/Optigrün

Bevor Sie die beim Bauamt erhaltenen Unterlagen ausfüllen, sollten Sie sich Gedanken machen über die Positionierung, die Maße und das Material Ihres neuen Carports. Der Carport kann entweder direkt ans Haus angeschlossen werden und so eine architektonische Einheit mit ihm bilden oder in einem gewissen Abstand dazu errichtet werden. Am überzeugendsten funktioniert das Konzept der einheitlichen Gestaltung, wenn der Carport Elemente und Materialien des Haupthauses aufgreift. Existiert eine Verbindungstür vom Haus zum Stellplatz, kann dieser bei schlechtem Wetter trockenen Fußes erreicht werden.

Bei den Maßen des Carports genügen für einen Standard-Pkw eine Länge von 5 m sowie eine Breite von 2,30–2,50 m. Größere Wagen benötigen entsprechend mehr Platz. Die Wahl des Materials sollte abhängig gemacht werden von den Baumaterialien des Hauses. Als Bausatz am einfachsten aufzustellen ist ein Carport aus Holz. Besonders empfehlenswert für den Outdoorbereich ist Kiefernholz, da man dieses kesseldruckimprägnieren und damit extrem widerstandsfähig machen kann. Aber auch Lärche, Douglasie und Fichte sind für den Carportbau geeignet. Ebenfalls stabil und witterungsbeständig sind Carports aus Aluminium, rostfreiem Stahl, Kunststoff oder sogar Glas.

Pläne umsetzen

Wer zwei Fahrzeuge besitzt oder seinen Gästen einen trockenen Unterschlupf für das Auto bieten möchte, kann auch einen geräumigen Doppelcarport, hier von capotec, errichten lassen. Foto: epr/capotec

Wenn Sie nun eine genaue Vorstellung von der Position, dem Ausmaß und den Materialien Ihres Carports haben und das Bauamt die Baugenehmigung erteilt hat, können Sie sich an den Kauf machen. An eine Eigenkonstruktion sollte sich nur wagen, wer über ein gewisses technisches Know-how verfügt. Neben der richtigen Statik und der Tragfähigkeit von Schneemassen muss der Carport nämlich auch über einen Schutz in Richtung Wetterseite und ein entsprechendes Entwässerungssystem verfügen, damit sich kein Regenwasser auf dem Dach sammelt. Eine praktische Alternative, bei der man ebenfalls Eigeninitiative übernehmen kann, ist ein Bausatz. Bei etlichen Bausätzen müssen auch noch zusätzliche Elemente wie Pfostenanker oder Dachrinnen gekauft werden. Achten Sie daher genau darauf, was in dem jeweiligen Bausatz enthalten ist und wie einfach oder kompliziert seine Montage ist. Wer ganz auf der sicheren Seite sein möchte, entscheidet sich für einen Fertigcarport. Bei dieser Lösung wird alles, von der Planung bis hin zur Montage, in die Hände einer Firma gelegt, was allerdings nicht bedeutet, dass keine Individualisierung möglich ist.

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