Ein Stil, tausend Möglichkeiten

Ein Stil, tausend Möglichkeiten
Diese Putzfassade in zeitlos-klassischem Weiß wirkt nicht langweilig – dank der clever verschachtelten Anordnung der einzelnen Baukörper. Foto: FingerHaus

Heute sieht man vorwiegend Bauhaus-Architektur in klassischer weißer Putzfassade – elegant, zeitlos und doch modern. Dabei geht es auch anders: mit vielseitigen Materialien wie Holz oder Klinker, die eine ebenso zeitgemäße wie ungewöhnliche Optik schaffen.

Was das Bauhaus bis heute so faszinierend und wertvoll macht, ist die unerschrockene und kompromisslose Bereitschaft, Gestaltung von Grund auf neu zu denken. Stahl, Glas und Beton haben sich als „typische“ Baustoffe der avantgardistischen Architektur in unseren Köpfen eingebrannt. Und tatsächlich sind viele bekannte Bauhaus-Gebäude von diesen Materialien geprägt. Doch bei genauem Hinsehen entdeckt man viele Facetten und ein buntes Potpourri an Farben, Formen und Materialien. Schließlich war das Bauhaus vor allem eine große Ideenwerkstatt, in der mit neuen Bautechniken experimentiert wurde. Dazu konnte traditionelles Mauerwerk genauso gehören wie eine moderne Stahlskelettkonstruktion.

Baustoffe für die Konstruktion

Auch der moderne Fachwerkbau wie hier von Huf Haus lässt sich als Bauhaus realisieren – grenzenlos offene Wohnräume inklusive. Foto: Huf Haus

Wer die Bauhaus-Philosophie heute also fortführen möchte, sollte sich von gedanklichen Zwängen freimachen. Sie lieben eine geometrische Linienführung, können sich aber nicht für eine weiße Putzfassade begeistern? Dann gestalten Sie Ihr Zuhause doch einfach anders! Für die Wandkonstruktion stehen Ihnen alle Möglichkeiten offen – vom Stein auf Stein gemauerten Haus bis zum vorgefertigten Holzfertigbau.

Eine Massivbauweise aus Ziegelsteinen oder Porenbeton punktet vor allem mit einem guten Brand-, Schall- und Wärmeschutz. Dabei ist je nach Baustoff nicht mal eine zusätzliche Dämmung erforderlich. Holzfertighäuser erfüllen ebenfalls die hohen Anforderungen an die Energieeffizienz, werden witterungsunabhängig im Werk vorproduziert und auf der Baustelle in kurzer Zeit montiert. Seit einigen Jahren können Bauherren sogar ganze Wohnmodule nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen, die sich jederzeit umbauen oder erweitern lassen – mobil, flexibel und bezahlbar. Ein Konzept also, das einem grundlegenden Bauhaus-Gedanken entspricht, mithilfe industrieller Fertigungsmethoden den – damals wie heute – dringend benötigten neuen Wohnraum zu schaffen. Und Walter Gropius konstruierte selbst zum Beispiel das Bauhaus-Gebäude sowie die Meisterhäuser ebenfalls nach dem Baukastensystem, um die Grundsätze des rationalen Bauens zu perfektionieren. Er wäre dankbar gewesen, wenn er die heutigen Möglichkeiten gehabt hätte, um all seine Ideen umzusetzen.

Möglichkeiten für die Fassade

Unabhängig von der Wahl der Wandkonstruktion sind Sie auch in der Fassadengestaltung frei: Denn diese schützt Ihr Haus nicht nur vor Wind und Wetter, sondern bestimmt vor allem seine Außenwirkung. Neben verschiedenfarbigen Putzvarianten gibt es zum Beispiel die Möglichkeit einer vorgehängten, hinterlüfteten Fassade: Hier kann die äußere Gebäudehülle aus Holz, Glas und Metall, aus Klinker oder Naturstein bestehen. Auch ungewöhnlichere Materialien wie Faserzementplatten, Cortenstahl oder Hochdrucklaminatplatten (HPL) lassen sich heutzutage problemlos realisieren. Oder bevorzugen Sie vielleicht eine puristische Optik in Sichtbeton? Die Bauhaus-Pioniere von damals hätten an den modernen Hightech-Materialien sicher ihre wahre Freude gehabt.


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