Elektroinstallationen: Auf Zukunft eingestellt

Elektroinstallationen: Auf Zukunft eingestellt
Elektroinstallationen sollten immer von einem Fachbetrieb ausgeführt werden. Foto: ArGe Medien im ZVEH

Wer schon einmal einen Stromausfall erlebt hat, weiß: Ohne Strom geht heute fast nichts mehr! Eine moderne Elektroinstallation ist die Grundlage für ein komfortables, sicheres und energieeffizientes Wohnumfeld.

Praktisch: die Schukosteckdose von Busch-Jäger mit integriertem USB-Anschluss für das einfache Aufladen von Smartphone und Co. Foto: Busch-Jaeger

So individuell wie die Lebenssituation der Bauherren ist, so flexibel muss auch die Elektroinstallation sein: Für junge Familien steht vielleicht die Kommunikation im Vordergrund, während später eher der Wohnkomfort in den Fokus rückt. Deswegen muss das Wohnumfeld diesen sich ändernden Bedürfnissen gerecht werden  – und auch die Elektroinstallation.
In den letzten 20 Jahren habe sich hier einiges getan, erklärt Dipl.-Ing. Bernd Dechert, Geschäftsführer Technik und Berufsbildung beim Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke ZVEH: „Zum einen durch den technischen Fortschritt, aber auch durch Themen wie Energiewende, Digitalisierung und Smarthome sind die Anforderungen an eine moderne Elektroinstallation enorm gestiegen.“ Für zahlreiche Gebäudefunktionen ist sie heute die Grundlage von der Heizung über die Beleuchtung bis zur Küche. Daher ist es wichtig, die Elektroinstallation bereits in der Planungsphase des Eigenheims mit zu bedenken.

Tipps zur Planung bei Elektroinstallationen

Mehr Transparenz hinsichtlich Verbrauch und Effizienz bieten moderne elektronische Haushaltszähler, kurz eHZ. Foto: epr/Hager

Für eine gut geplante Elektroinstallation spielen die individuellen Bedürfnisse der Bewohner eine maßgebliche Rolle. Überlegen Sie Raum für Raum, welche elektrischen Geräte Sie wo platzieren möchten. „Wir empfehlen, sich noch vor der Baumaßnahme von einem Elektrofachbetrieb beraten zu lassen“, rät Bernd Dechert. Mit den Experten können Sie den Ausstattungsumfang besprechen und die Anzahl sowie Anordnung der Steckdosen, Schalter, Lichtauslässe, Fernseh- und Kommunikationsanschlüsse festlegen. Wichtig: nicht an der falschen Stelle sparen! Planen Sie lieber von vornherein genügend Steckdosen und separate Stromkreise ein. Bedenken Sie auch, wenn Sie Räume später umnutzen möchten. So bleiben Sie flexibel und sparen sich aufwendige, deutlich teurere Anpassungen im Nachhinein, bei denen die Wände erneut aufgestemmt werden müssten.

Vorkehrungen für später treffen

„Wer sich hinsichtlich der Nutzung noch unsicher ist, sollte Elektroverteiler mit ausreichend Reserveplätzen sowie Leerrohre einplanen“, empfiehlt Bernd Dechert. So kann man beispielsweise den Einbau weiterer Komfort- und Sicherheitsfunktionen wie die Gebäudeautomatisierung vorbereiten. Ein Tipp: Bauherren sollten im Bauwerksvertrag bzw. in der Leistungsbeschreibung die RAL-Ausstattungswerte festlegen. Dabei handelt es sich um eine detaillierte Leistungsbeschreibung, die vom Elektrofachbetrieb, Bauträger oder Haushersteller umgesetzt werden muss, wenn sie vertraglich festgehalten wurde.

Ausstattungsklassen

Die RAL-RG 678 legt sechs Ausstattungsstufen fest. Diese Grafik zeigt die jeweiligen Baukosten im Vergleich. Grafik: Initiative Elektro+

Maßgeblich für die Elektroinstallation ist die DIN 18015-2, die Art und Umfang der Mindestausstattung beschreibt. Vorgaben zur Standard- und Komfortausstattung gibt die Richtlinie RAL-RG 678 des Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung. Letztere gibt insgesamt sechs Ausstattungsstufen bei Elektroinstallationen vor (siehe Tabelle unten). Welche die richtige ist, können Sie nach Bedarf entscheiden. Die ersten drei Ausstattungswerte beschreiben dabei die Basisinstallationen. Je mehr Sterne, desto mehr Steckdosen, Schalter und Co. werden eingeplant. Die „plus“- Klassen stehen dagegen für die Umsetzung oder Vorbereitung einer Gebäudeautomation. Zu Letzterer gehören die Lichttechnik, das Energiemanagement, automatisierte Beschattungssysteme und Alarmanlagen.

Welche Ausstattung ist geeignet?

Wichtig: Lassen Sie vom Fachbetrieb regelmäßig einen E-Check durchführen. Foto: ZVEH

Praktische Planungshilfen sowie einen Raumplaner mit Beispielgrundrissen finden Sie auf der Webseite der Initiative Elektro+ unter www.elektro-plus.com/downloads. Preislich bewegt sich eine 1-Sterne-Elektroinstallation etwa bei 3 Prozent der Bausumme, während die nächsthöhere Ausstattungsstufe nur 1–1,5 Prozent mehr kostet. Noch einmal 1,5–2 Prozent mehr müssen Sie bei der Umsetzung smarter Gebäudetechnik einplanen. „Um zukunftsfähig zu sein, empfehlen wir mindestens den Ausstattungswert 2 bzw. 2plus“, so Bernd Dechert. Nach Abschluss der Elektroarbeiten sollten Bauherren auf einem Prüfprotokoll bestehen, rät der Profi. Auch eine regelmäßige Überprüfung durch einen Fachmann sei wichtig: „Dafür bieten Innungsfachbetriebe den sogenannten E-Check an, der etwa alle fünf Jahre durchgeführt werden sollte.“ So haben Sie im Schadensfall nicht nur einen rechtsgültigen Nachweis für die Versicherung, sondern sind auch in Zukunft auf der sicheren Seite.

Ausstattungswerte nach RAL-RG 678

(Stand Juli 2018)

Ausstattungswert Kennzeichnung Qualität
1 * Mindestausstattung gemäß DIN 18015-2
2 ** Standardausstattung
3 *** Komfortausstattung
1plus *plus Mindestausstattung gemäß DIN 18015-2 und Vorbereitung für Gebäudesystemtechnik gemäß DIN 18015-4
2plus **plus Standardausstattung und mindestens ein Funktionsbereich gemäß DIN 18015-4
3plus ***plus Komfortausstattung und mindestens zwei Funktionsbereiche gemäß DIN 18015-4

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