Energie sparen: Smart Home

Energie sparen: Smart Home
Wenn die Kaffeemaschine den Wachmacher automatisch vorbereitet, startet der Tag doch gleich viel entspannter. Foto: Hager

Eine intelligente Haustechnik lässt vieles wie von Zauberhand geschehen. Man spart sich aber nicht nur viele Handgriffe, sondern auch wertvolle Energie. Außerdem bietet ein Smart Home mehr Sicherheit und Entlastung im oft so stressigen Alltag. Doch welche Automation ist die richtige für Sie? Wir zeigen Ihnen viele spannende Neuheiten.

Die meisten Bauherren wünschen sich ein energiesparendes Zuhause, in dem sie möglichst lange komfortabel und selbstbestimmt leben können. Gerade in diesem Zusammenhang spielt ein Smart Home seine Vorzüge aus, denn es vereinfacht den Alltag ungemein. Dabei müssen Sie Ihr Heim nicht komplett vernetzen: Schon mit intelligenten Einzellösungen bringen Sie mehr Komfort ins Haus und können die Energiekosten spürbar senken.

Smart-Home-Einsteiger

Verschiedene Anwendungsmöglichkeiten der intelligenten Gebäudetechnik. Foto: djd/EnOcean

Die technischen Möglichkeiten sind heute äußerst vielfältig und für Laien nur schwer zu überblicken. Der erste Schritt hin zum Smart Home führt deshalb über einen gründlichen Bedarfscheck: Überlegen Sie, welchen Zweck die Hausautomation erfüllen soll und welche Komponenten Sie einbinden möchten. Einige Hersteller bieten spezielle Starterpakete an, die den Einstieg in eine Hausvernetzung erleichtern sollen und sich später sogar erweitern lassen. Sie beinhalten meist nur wenige Komponenten zu einem bestimmten Thema, beispielsweise App-gesteuerte Funksteckdosen, Heizkörperthermostate oder Fenstersensoren. Die Kosten für eine intelligente Vernetzung variieren stark – je nachdem, wie viele Geräte eingebunden werden sollen. Einsteigerpakete bekommt man schon ab etwa 150 Euro, für komplexere Systeme muss man dagegen mit mehreren Tausend Euro rechnen. Wenn Sie die Vernetzung später ausdehnen möchten, sollten Sie sich für ein offenes System entscheiden.

Kabel- oder Funksysteme?

Schickes Schalterdesign für die Innenstationen der Türkommunikation. Foto: Jung.de

Generell haben Sie die Wahl zwischen kabelgebundenen und funkbasierten Systemen. Für den Neubau bieten sich Kabelsysteme an, die mit einer zuverlässigen und schnellen Datenübertragung sowie einer hohen Reichw eite überzeugen. Der Abstand zwischen den Geräten spielt dabei keine Rolle. Im Vergleich zu Funksystemen sind sie weniger anfällig für Störungen, zeigen sich aber auch weniger flexibel: Die festen Anschlüsse in der Wand bestimmen, wo ein Gerät verwendet werden kann. Es empfiehlt sich, von vornherein genügend Leerrohre einzuplanen, in die bei Bedarf später zusätzliche Kabel eingezogen werden können.

„BTconnect“ von Busch-Jaeger vereint Radio und Bluetooth-Empfänger. Foto: Busch-Jaeger

Das bekannteste kabelgebundene System ist der KNX-Standard – ein offenes, weltweit genormtes Bussystem, das von vielen namhaften Herstellern unterstützt wird. Die verschiedenen Produkte können im Gesamtsystem ohne Probleme zusammengeschlossen werden. Es gibt auch Systeme – etwa das LCN-System –, die eine zusätzliche Ader in der normalen Stromleitung nutzen. Die Planung und Installation eines komplexen kabelgebundenen Systems sollten Sie einem Fachhandwerker überlassen.

Funkbasierte Systeme punkten mit ihrer Flexibilität und ihrer einfachen Installation: Einzellösungen lassen sich auch vom Laien zum Laufen bringen. Ist eine Programmierung erforderlich, sollte aber auch hier ein Fachmann ran. Funksysteme sind zudem günstiger als kabelgebundene Systeme und lassen sich bei einem Umzug einfach mitnehmen. Allerdings ist die Reichweite begrenzt: Hindernisse für das Funksignal sind beispielsweise dicke Wände oder Stahlbetondecken. Wie bei den kabelgebundenen Systemen gibt es auch hier mehrere Übertragungsstandards. Beispielsweise nutzt Z-Wave das 868-MHz- Band, das nicht so überfüllt ist.

Die Temperaturen im Haus flexibel regeln: Mit einer zentral gesteuerten Einzelraumregelung können Sie Heizkosten sparen. Foto: djd/honeywell

Achten Sie bei der Auswahl der einzelnen Komponenten darauf, dass diese im selben Frequenzbereich funken. Es gibt mittlerweile auch Bestrebungen, unterschiedliche Funkstandards miteinander zu verbinden. Ein Beispiel hierfür ist EnOcean. Diese Technik kommt überwiegend ohne Batterien aus, da die einzelnen Geräte mithilfe von Solarzellen oder beim Tastendruck die benötigte Energie selbst erzeugen. Neben einer eigenen Verkabelung und Funk kann auch die vorhandene Stromleitung zur Datenübertragung genutzt werden. Dazu werden sogenannte Powerline- Adapter benötigt. Die Qualität der Datenübertragung hängt dabei stark von der Elektroinstallation ab. Zudem sollten Sie bedenken, dass Stromleitungen weniger Daten übertragen können als speziell dafür verlegte Kabel. Weite Distanzen lassen sich damit nicht überbrücken. Es besteht auch die Möglichkeit, die verschiedenen Systeme in einer Kabel-Funk-Lösung miteinander zu verbinden.

Alles im Blick

Ein Schalter für alles: Der Unterputz-Sensor von innogy macht die ganze Haussteuerung mit nur einem Tastendruck möglich. Foto: innogy SmartHome

Egal, für welche Technik Sie sich entscheiden, die einzelnen Komponenten sind im Wesentlichen gleich. So besteht ein Smart Home immer aus Sensoren, Eingabegeräten, Endgeräten (Aktoren) sowie einer zentralen Steuereinheit (Gateway). Die Sensoren messen dabei den Istzustand im Haus, etwa die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur oder ob das Fenster geöffnet wurde. Diese Informationen werden vom Gateway – dem „Gehirn“ des Hauses – verarbeitet, das dann Steuerungsbefehle an die Endgeräte gibt. Darunter fallen etwa Heizkörperventile, Rollläden, die Lüftung oder die Beleuchtung.

Das Licht ein- und ausschalten, die Jalousien steuern oder die Haussicherung aktivieren: Die Smart- Living-Lösung Coqon ist ein funkvernetztes, offenes und beliebig erweiterbares System. Foto: Coqon

Die Bewohner können natürlich auch Einfluss nehmen und ihr Smart Home über die verschiedenen Eingabegeräte steuern – etwa über klassische Drehregler und Touchpanels oder komfortabel über das Tablet oder das Smartphone. Mit einem Smart Home lässt sich übrigens auch nachvollziehen, wann welche Geräte wie viel Strom verbraucht haben. So können Energiefresser schnell enttarnt werden. Es lassen sich auch Energiebilanzen im Wochen-, Monatsund Jahresvergleich erstellen.

Den Alltag erleichtern

Wo verbrauchen wir wie viel Strom – und wann? Auskunft gibt der Smart-Pilot von Jung als KNXSteuerzentrale für das ganze Haus. Damit fällt es leicht, den Überblick zu behalten. Foto: Jung.de

Die Vernetzung der Hausfunktionen zielt hauptsächlich auf die Verbesserung der Energieeffizienz, des Komforts und der Sicherheit ab. Natürlich können viele Funktionen auch manuell gesteuert werden. Durch die Automatisierung erkennt das System aber selbstständig, ob Handlungsbedarf besteht. So wird beispielsweise die Temperatur heruntergeregelt oder das Licht gelöscht, wenn sich niemand mehr im Raum befindet. Sind dagegen sehr viele Menschen in einem Zimmer, sorgt die Lüftungsanlage automatisch für Frischluft. Es gibt auch „lernfähige“ Systeme: Sie erstellen aus den gesammelten Daten Nutzungsprofile. Wenn das Verhalten der Bewohner davon abweicht, passen sie ihr Programm an die Veränderungen an. Ist beispielsweise für längere Zeit niemand im Haus anwesend, wechselt das System automatisch in den Urlaubsmodus.

Die Alarmanlage und Sicherheitskamera des Anbieters Myfox ist per App über das Smartphone einfach von unterwegs zu bedienen. Foto: Myfox SAS/akz-o

Auch beim Thema „Sicherheit“ kann ein intelligentes Haus überzeugen: So werden im nächtlichen Brandfall etwa die Rollläden hochgefahren und das Licht wird eingeschaltet. Auf Wunsch geht auch ein Notruf ab. Zudem lassen sich größere Schäden durch Wasser verhindern, indem ein drohender Rohrbruch erkannt wird. Das System stellt dann automatisch die Wasserzufuhr ab. Die smarte Vernetzung kann aber auch über die Haustür hinaus erweitert werden. Sogenannte alltagsunterstützende Assistenzsysteme (AAL) sind beispielsweise mit Angehörigen, Pflegediensten oder Ärzten verbunden und senden im Notfall ein Signal, sodass schnelle Hilfe von außen möglich ist.

Das könnte Sie auch noch interessieren: 

Vor Gewittersaison Rückstausicherung im Keller nachrüsten
Clever Heizen: Heizsysteme im Überblick
Unser Online-Shop

Immer top informiert: Jetzt für den Newsletter anmelden