Energiesparfenster

Energiesparfenster
Foto: VFF/Bayerwald

Bei Fassadendämmungen wird oft an den Fenstern gespart, jedoch können schlecht gedämmte Fenster bis zu 30% Wärmeverlust verursachen. Daher lohnt es sich ein Auge auf die richtige Fensterauswahl zu werfen.

Thermografische Aufnahmen bringen es ans Licht: Alte, undichte oder schlecht gedämmte Fenster sind in den meisten Fällen die Hauptverursacher von Wärmeverlusten. Bis zu 30 Prozent gehen auf ihr Konto, da nutzt auch die beste wärmegedämmte Fassade nichts. Im Gegenteil: Wer über eine Fassadendämmung nachdenkt, sollte dabei erst recht auch die Fenster im Auge haben. Was es dabei zu beachten gibt, haben wir Christian Klinger gefragt, Miteigentümer des österreichischen Fensterherstellers Internorm.

Energie Einsparen: „Welche Anforderungen an Energieeffizienz müssen Fenster heute erfüllen?“

Experteninterview Energiesparfenster InternormChristian Klinger: „Als Bestandteil der Außenwand mit maßgeblichen Flächenanteilen hat das Fenster eine ganz wesentliche Bedeutung bei der Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes. Durch gute Planung und den Einsatz von hochwärmedämmenden Produkten können Fenster zur Netto-Energiegewinnfläche werden. In Kombination mit intelligentem Sonnenschutz und Spezialbeschichtungen zur Optimierung des solaren Energieeintrags schneiden Fenster heute in der Energiebilanz besser ab als hochwärmegedämmte Außenwände.“

„Lohnt es sich, in eine Dreifachverglasung zu investieren, oder reicht im Neubau bereits eine Zweifachverglasung aus?“

„Energie zu sparen, lohnt sich immer. Der Preisunterschied von einer Zweifach- zu einer Dreifachverglasung ist aufgrund der höheren Energieeinsparung auf alle Fälle wirtschaftlich vertretbar.“

„Ist die Energieeffizienz bei Verbundfenstern besser und wie erfolgt eine Reparatur bei Fenstern mit integriertem Sonnenschutz?“

„Die Energieeffizienz bei integrierten Rollos bzw. Jalousien in Verbundfenstern ist sehr hoch und vergleichbar mit einem außen liegenden Sonnenschutz. Die Reparatur ist sehr einfach – der Zugang erfolgt über den öffenbaren Vorderflügel. Zwischen den Scheiben liegend ist der Sonnenschutz vor Beschädigung und Schmutz sicher.“

„Welche Fenstermodelle sind derzeit besonders auf dem Markt gefragt?“

„Stark nachgefragt werden derzeit einflügelige Fenster und Fixverglasungen. Bei großflächigen Verglasungen gibt es einen starken Trend zu Hebe-Schiebetüren.“

Verglasung, Rahmen, Energiewerte

Bei modernen Fenstern kommt heute Mehrscheiben-Isolierglas zum Einsatz. Um die Wärmeverluste zu minimieren, müssen jedoch alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sein. Wie gut ein Fenster die Wärme Haus hält, lässt sich am Wärmedurchgangskoeffizienten erkennen, dem Uw-Wert, der sich aus allen Bestandteilen des Fensters zusammensetzt. Hierbei gilt: Je niedriger der Wert, desto besser die Wärmedämmung. Liegt der Uw-Wert bei normalen Standardfenstern mit Zweifachverglasung bei 1,4–1,8 W/m²K, so darf im der U-Wert bei Energiesparfenstern, auch Warmfenster genannt, nicht mehr als 1 W/m²K betragen. Damit ist sichergestellt, dass die Oberflächentemperatur der Fensterinnenfläche im Winter nicht mehr als 4,2 °C unter die Raumtemperatur fällt. Den durchschnittlichen mitteleuropäischen Temperaturen in kalten Winternächten entsprechend bedeutet dies, dass die innere Oberflächentemperatur des Fensters immerhin noch bei ca. 17 °C liegt.

Ein wichtiger Bestandteil moderner Fensterkonstruktionen sind die Rahmen- und Flügelkonstruktionen. Es stehen Varianten aus Kunststoff, Holz, Aluminium, Stahl sowie verschiedene Materialkombinationen zur Auswahl, wobei Kunststofffenster heute den höchsten Marktanteil haben. Sehr großer Beliebtheit erfreuen sich allerdings auch Holzfenster oder Holz-Metall-Konstruktionen. Der natürliche Werkstoff schafft nicht nur ein behagliches Ambiente, sondern verfügt auch über gute Wärmedämmeigenschaften.

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Das Holz-Alu-Verbundfenstersystem „HV 350 “ mit integrierter Verschattung von Internorm zählt zu den aktuellen Hightechfenstern. Mit der „I-tec SmartWindow“-Gebäudesteuerungs-App beispielsweise lassen sich die Fensterkomponenten jetzt bequem per Tablet oder Smartphone steuern. Foto: Internorm 

 

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Mit den „Tresorband-Fenstern“ (links) von Bayerwald gibt man Einbrechern eine wirklich harte Nuss zu knacken. In der Variante mit 3-Scheiben-Wärmeschutz-Verglasung sind sie zudem sehr energiesparend (Ug 0,6 W/m2K (Mitte)). Außerdem hat der Hersteller auch großformatige Verglasungen im Angebot.  Fotos: Bayerwald

 

Förderungen und Zuschüsse für energiesparende Fenster

Die zum 1. Mai 2014 in neuer Fassung in Kraft getretene Energieeinsparverordnung (EnEV) sieht beim Fenstertausch in bestehenden Gebäuden
einen U-Wert von maximal 1,3 W/m²K vor. Für Dachfenster gilt ein Wert von 1,4. Die Modernisierung wird durch Förderprogramme der KfW sowie von Bund, Ländern und Kommunen mit vergünstigten Darlehen oder Zuschüssen gefördert. Bei Neubauten wird der Einbau von Energiesparfenstern durch die KfW nur dann gefördert, wenn der Standard eines KfW-Effizienzhauses erreicht wird.

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Ganz neue Designoptionen für Kunststoffprofile eröffnet das Farbgebungsverfahren „Schüco AutomotiveFinish“ – ideal für die Ton-in-Ton Gestaltung von Fenstern, Türen und
Zubehörelementen. Foto: Schüco International

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