Mit Strategie ins Eigenheim

Mit Strategie ins Eigenheim
Foto: WeberHaus

Die niedrige Hypothekenzinsen sind verlockend. Doch trotz der günstigen momentanen Lage: Entscheidend ist eine auf Dauer wetterfeste Finanzierungsstrategie.

Die Ergebnisse des regelmäßig erstellten „Länderindexes: Baufinanzierung in Deutschland“, berechnet vom Darlehensvermittler Baufi24, verwundern nicht: In allen Bundesländern rangiert bei Bauherren und Käufern das Einfamilienhaus mit weitem Abstand auf Platz 1 der Wunsch-Hitliste. Nimmt man sämtliche Hausvarianten, nämlich Reihen-, Zweifamilien- und Einfamilienhaus sowie Doppelhaushälfte zusammen, summieren sich potenzielle Bauherren und Hauskäufer sogar auf gut 75 Prozent. Nur rund ein Viertel interessiert sich für eine Eigentumswohnung.

Der Hausbau als Geldanlage

Wohnimmobilien sind seit Ausbruch der Finanz- und der europäischen Staatsschuldenkrise begehrt wie lange nicht. „Sie gelten gemeinhin als erstklassiger Sachwert, der Krisen weitgehend schadlos übersteht“, glaubt Florian Haas, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e. V. in München. Mit die wichtigste Voraussetzung auch für künftiges Wachstum beim Wohnungsbau ist, dass die Hypothekenzinsen so niedrig bleiben. „Dann nämlich können die eigenen vier Wände, vorzugsweise in mittelgroßen und kleineren Gemeinden sowie im etwas weiteren Einzugsgebiet der Großstädte, häufig zu mietähnlichen Konditionen finanziert werden“, ist Jürgen Dawo, Gründer von Town & Country Haus, überzeugt.

 

Umfrage Hausbesitzer zur Wertentwicklung von Immobilein

 

Eine gute Anlage: Die meisten Hausbesitzer gehen davon aus, dass ihr Heim später an Wert gewinnen wird, vor allem wenn es sich in Stadtlage befindet. Grafik: Interhyp

 

 

Die Nebenkostenfalle

Mancher Bauherr erlebt nach der Fertigstellung seines Traumhauses sein blaues Wunder – vor allem in finanzieller Hinsicht und trotz großer Umsicht und Detailversessenheit bei Kostenplanung und Kostenkontrolle. Das heißt, das Eigenheim ist schlussendlich deutlich teurer als geplant, das Budget des Bauherrn und seiner Familie bis an die Grenze des Verkraftbaren strapaziert. Der Grund dafür ist denkbar einfach und überflüssig obendrein, denn viele Bauherren und Käufer tappen in die sogenannte Nebenkostenfalle. Sie vergessen oder, was noch schlimmer ist, ignorieren ganz einfach die Tatsache, dass es mit den Ausgaben für Grundstück und Neubau bei Weitem nicht getan ist.

Fällig werden Grunderwerbsteuer sowie die Gebühren für den Notar und die Eintragung des Eigentums ins Grundbuch. Richtig ins Geld gehen die Nebenkosten, sobald der Käufer die Dienste eines Vermittlers in Anspruch nimmt. Abhängig vom Bundesland kostet nämlich die Makler-Courtage zwischen 3 und 7 Prozent (plus Mehrwertsteuer) vom Kaufpreis. Die Folge: „Erst die vollständige Bilanz der Gesamtkosten schützt vor unliebsamen finanziellen Überraschungen“, betont der Schutzgemeinschaft-Vorsitzende Haas. Nur auf der Grundlage einer ungeschönten und präzisen Kostenbilanz ist eine auf Dauer stimmige Finanzierungsstrategie möglich. Denn praktisch jeder Käufer oder Bauherr eines Eigenheims muss für die Verwirklichung seines Traums Schulden machen, sich also bei einer Bank oder Sparkasse Geld in Form eines Hypothekendarlehens besorgen.

Die passende Strategie

Sich über die gesamten Kosten des Projekts „Eigenheim“ im Klaren zu sein, ist zweifellos ebenso wichtig wie das gut austarierte Verhältnis von Eigenund Fremdkapital sowie – als Ergänzung – Eigenleistungen beim Bau. Zudem spielt die Kombination unterschiedlicher Finanzierungsinstrumente, Annuitätendarlehen von Bank oder Sparkasse, Bausparvertrag, Kredit vom Lebensversicherer, eine ähnlich wichtige Rolle wie das Bemühen, alle staatlichen Förderungen bei der Eigenheimfinanzierung zu nutzen. Grundsätzlich jedoch benötigt die Finanzierungsstrategie einen Überbau. Sobald dieser steht, können daraus problemlos die einzelnen Finanzierungsdetails abgeleitet werden.

Hier ein konkretes Finanzierungsbeispiel exemplarisch durchgerechnet für einen Grundstückserwerb und einen Neubau für insgesamt ca. 312.000 €:

Rechenbeispiel Immobilienfinanzierung

 

 

 

 

 

 

 

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