Familientreffpunkt Küche

Familientreffpunkt Küche
Foto: djd/Küchen Quelle

Die Zeiten, in denen Küchen ein trauriges, abgeschiedenes Dasein fristen mussten, sind vorbei: Heute erstrahlen sie in neuem Glanz und behaupten sich optisch wie funktional in einem modernen Wohnumfeld. Doch wie findet man die perfekte Küche für das neue Zuhause? Ein Überblick.

Dank mobiler Elemente bietet das Konzept „Raumwunder“ von ewe auch in kleinen Küchen jede Menge Stauraum. Foto: ewe Küchen

Genuss und Gespräch, Effizienz und Entschleunigung – kaum ein Ort vereint Gegensätze so selbstverständlich wie die Küche. Und kaum ein Raum hat sich derart gewandelt: War sie früher lediglich ein praktischer Arbeitsraum, ist sie heute das kommunikative Zentrum eines Hauses, an dem die Familie abends zusammenkommt und sich über die Erlebnisse des Tages austauscht. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an einen modernen Kochbereich, denn dieser muss gleichermaßen gemütlich, komfortabel und funktional gestaltet sein. Doch wie geht man die Küchenplanung am besten an? Bevor Sie sich im Küchenfachhandel ausführlich beraten lassen, sollten Sie sich zunächst selbst ein paar Gedanken zur neuen Küche machen, schließlich muss diese perfekt auf Ihre individuellen Bedürfnisse und Nutzungsgewohnheiten abgestimmt sein. Einige Punkte, die Sie bei der Planung beachten sollten, finden Sie in unserer Checkliste zur Küchenplanung.

Küchenzonen

Eine 3 mm dicke Massivholzschicht bildet die Arbeitsplatte „Skogså“ von IKEA. Foto: Inter Ikea Systems 2018

Das Wichtigste bei der Konzeption des Kochbereichs ist eine vorausschauende Planung der täglichen Arbeitsabläufe. Hier gilt es, die einzelnen Elemente so anzuordnen, dass man anfallende Küchenarbeiten effizient, komfortabel und bequem erledigen kann. Dafür legt der Fachmann verschiedene Küchenzonen bzw. Funktionsbereiche fest: Aufbewahren und Bevorraten von Lebensmitteln, Vor- und Zubereiten der Speisen sowie Spülen. Diese Vorgehensweise ermöglicht kurze Wege und eine durchdachte Ausstattung, mit der Sie alles schnell griffbereit haben. Rechtshänder planen die einzelnen Zonen dabei möglichst von rechts nach links.

Die Küchenzonen „Aufbewahren“ und „Bevorraten“ beherbergen zum einen den Kühl- und Gefrierschrank sowie Vorratsschränke für ungekühlte Lebensmittel. Zum anderen gehören dazu sämtliche Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie Besteck, Geschirr und kleine Elektrogeräte.

Dieser U-förmige Spülenauszug des österreichischen Herstellers Blum nutzt den vorhandenen Stauraum optimal aus. Foto: AMK

Anschließend folgt der Bereich „Spülen“, zu dem natürlich auch der Geschirrspüler gehört. Küchenspülen gibt es heute in zahlreichen Größen, Formen und Materialien. Da hier ein Großteil der Arbeiten anfällt, haben sich große, multifunktionale XL-Spülbecken mit verschiedenen Arbeitsebenen und mobilen Elementen bewährt.

Keramische Arbeitsplatten sind kratzbeständig, hitzeresistent und leicht zu reinigen. Foto: epr/Tile of Spain/Roca

Der Funktionsbereich „Vorbereiten“ umfasst neben den Arbeitsflächen die zugehörigen Küchenhelfer wie Schneidbretter, Gewürze oder Arbeitsschüsseln. Zum komfortablen Arbeiten sollte dieser Bereich mindestens 90 cm, besser 120 cm breit und gut beleuchtet sein. Die Arbeitsplatte muss einigen Anforderungen standhalten und sollte belastbar, kratz- und abriebfest sowie unempfindlich gegen Wasser, Dampf und Hitze sein. Sie sind in den verschiedensten Varianten erhältlich, von Holz über Edelstahl und Glas bis hin zu Naturstein, Keramik oder sogar Beton.

Schließlich fehlt noch der wichtigste Bereich der Küche: die Kochstelle. Dazu gehören ein Kochfeld und Backofen, Dampfgarer und Mikrowelle sowie die Dunstabzugshaube. Töpfe und Pfannen finden hier ebenfalls ihren Platz.

Gut in Form

Kommunikatives Zentrum ist die „Y-Küche“ von Ballerina Küchen, die sich frei stehend oder wandseitig positionieren lässt. Foto: AMK

Ausgehend von den fünf Küchenzonen entwickeln die Planer die Form der Küche. Dabei spielen natürlich auch der vorhandene Raum sowie die Elektro- und Wasseranschlüsse eine wesentliche Rolle. Einzeilige Küchen sollten nicht länger als etwa 300 cm sein, um die Wege möglichst kurz zu halten. Das ist ein Vorteil des zweizeiligen Aufbaus, wobei sich die Funktionsbereiche zudem räumlich trennen lassen. Eine platzsparende Variante sind Küchen in U-Form, bei denen die beiden Küchenzeilen mithilfe von Schränken zusammengefügt werden und so noch mehr Stauraum bieten. Besonders praktisch ist eine Küche in L-Form, die sich sehr kompakt planen lässt. Für großzügige, offen geplante Wohnküchen mit fließenden Übergängen bieten sich Kochinseln oder -halbinseln an. Sie fungieren als schicke Raumteiler und sind in den verschiedensten Formen denkbar.

Komfort beim Kochen

Perfekt für die Kochinsel: das große Edelstahl-Spülbecken „Blanco Zerox 700-IF/A“ mit der Armatur „Blancoculina-S“ . Foto: epr/Blanco

Für optimale Kochfreuden sorgt ein hohes Maß an Komfort – und wer schon mal ein mehrgängiges Menü für Familie oder Freunde gezaubert hat, weiß insbesondere eine ergonomische und rückenfreundliche Küche zu schätzen. Dafür ist neben einer funktionalen Bedienung die Arbeitshöhe der Möbel und Geräte besonders wichtig. Ausschlaggebend nach DIN EN ISO 14738 ist die Ellbogenhöhe: Diese wird bei 90 Grad abgewinkeltem Unterarm vom Boden bis zum Ellbogengelenk gemessen. Die Arbeitsfläche sollte dann etwa 10 bis 15 cm unterhalb dieses Referenzwerts liegen. Da bei der Spüle allerdings im tieferen Spülbecken hantiert wird, sollte diese etwa 10 cm höher als das ergonomische Referenzmaß eingebaut werden. Anders herum verhält es sich beim Kochfeld: Hier arbeiten wir mit höher liegenden Töpfen, sodass dieses etwa 25 cm tiefer liegen sollte. Kühlschrank, Geschirrspüler, Backofen, Dampfgarer und Mikrowelle lassen sich bequem und rückenschonend auf Sichthöhe in Hochschränke integrieren.


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