Fassade sanieren

Fassade sanieren
Foto: epr/Osmo/Hanse Haus

Die Fassade zu sanieren, ist ein größeres Renovierungsprojekt. Doch treten Schäden an der Außenhülle auf, heißt es schnell reagieren. Andernfalls könnte das komplette Haus zum Sanierungsfall werden.

Wie eine Haut umhüllt die Fassade das Haus und hat dabei zwei Funktionen: Sie soll gefallen und das Gebäude vor Witterungseinflüssen schützen. Dabei ist sie selbst natürlich permanent dem Wetter ausgesetzt. Sie muss Sonne, Regen, Frost, Hagel und Schnee trotzen. Früher waren weite Dachüberstände üblich. Diese haben beispielsweise Schlagregen ganz unmittelbar und großflächig von den Außenwänden eines Hauses ferngehalten. Moderne Architektur arbeitet jedoch oft mit sehr geringen bzw. fast gar keinen Dachüberständen. Das hat zum einen optische Gründe, zum anderen lässt sich dadurch auch der passive Solarertrag durch die Fenster maximieren. Man sollte sich dann aber dessen bewusst sein, dass die Fassade bei diesen Häusern einer viel größeren Beanspruchung ausgesetzt ist. Eine Rolle spielt hierbei auch die Ausrichtung des Hauses auf dem Grundstück. So ist naturgemäß die Nordwestfassade in unseren Breitengraden oftmals stärkeren Angriffen durch Wind, Hagel und Schlagregen ausgesetzt.

bunte Holzfassaden von Reihenhäusern

Knallbunt: hier mit einer Landhausfarbe auf Ölbasis, die Holzton und Maserung perfekt überdeckt.
Foto: epr/Osmo

Ein interessanter Aspekt, wenn Sie zum Beispiel überlegen, ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte zu bauen oder zu erwerben: Hier kann es durchaus sein, dass die eine Wohneinheit deutlich weniger den klimatischen Beanspruchungen ausgesetzt ist als die andere und sie sich damit als spürbar pflegeleichter erweist. Solch eine Überlegung vorab kann einem jahrelange, mühsame Erhaltungsarbeiten am Haus ersparen.

Harte Schale

Hausfassade aus Beton, Glas und Putz

Betonfassaden sind sehr pflegeleicht.
Foto: epr/BetonBild

Je nach Haus und dessen Baumaterial bzw. auch Konstruktionsweise können verschiedene Fassadenmaterialien zum Einsatz kommen. Sichtbetonwände bilden hier eine Besonderheit: Sie werden naturbelassen, bei ihnen ist in der Regel die raue Optik im Industrial Style
beabsichtigt und erwünscht. Beton, der im Außenbereich zum Einsatz kommt, ist durch Versiegelung geschützt. Dadurch wirkt er Wasser abweisend und resistent gegen Säure und Schmutz. Trotzdem können Betonoberflächen nachdunkeln, doch diese Optik ist oft vom Architekten gewünscht und macht den speziellen „Betoncharakter“ aus. Generell ist eine Betonfassade pflegeleicht. Bei Verschmutzungen säubert man sie mit einem Hochdruckreiniger.

Gut verputzt?

Fassade sanieren mit verschiedenen PutWandputzen; körnig, glatt, geschwungen

Mal körnig, mal glatt, mal geschwungen: Mit Edelputzen lassen sich Hausfassaden ganz individuell gestalten, in Farbe und auch Struktur.
Foto: epr/Saint-Gobain Weber

Bei uns trifft man am häufigsten Putzfassaden an, wobei sich unter der äußeren Putzschicht, die als Witterungsschutz dient, ganz unterschiedliche Baustoffe verbergen können. So sind Holzausfertighäuser von massiv gemauerten Ziegel- oder Kalksandsteinhäusern auf den ersten Blick gar nicht zu unterscheiden, wenn sie beide von außen verputzt sind. Hinter Putzfassaden verbergen sich auch häufig Wärmedämmverbundsysteme.

Kommt eine Putzfassade in die Jahre, können sich Risse bilden. Dabei gilt es, tiefer liegende, dynamische Risse von oberflächlicheren, putzbedingten Rissen zu unterscheiden. Generell sollte eine Putzschicht intakt sein. Denn schließlich schützt sie das Haus vor Nässe und weiteren Umwelteinflüssen. Entdecken Sie große, breite, tiefer gehende Risse, die nicht nur an der Putzfassade, sondern auch im Bauwerk darunter zu finden sind, ist das immer ein Fall für den Profi. In diesem Fall muss ein Fachhandwerker klären, wie weiterbehandelt wird. Mit Schönheitsreparaturen kommt man hier nicht weit. Beschränkt sich der Schaden allerdings erkennbar nur auf die obere Putzschicht und breitet sich eher flächig aus, kann man selbst aktiv werden.

Nichts falschmachen!

Fassade sanieren mit maschinellem Aufbringen von Dämmputz

Dämmputze werden in der
Regel maschinell aufgetragen.
Es folgt darauf ein passender Oberputz.
Foto: djd/Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel

Gründe für solch oberflächliche Schäden gibt es viele: Wurde Putz falsch angemischt oder falsch verarbeitet, kann er schnell reißen oder bröckeln bzw. gar nicht richtig haften. Unter einer Außentemperatur von 5 °C sollte man generell keinen Putz aufbringen. Auch wenn sich unterschiedliche Materialien unter dem Putz befinden wie zum Beispiel an Fenster- oder Türlaibungen und Rollladenkästen, können aufgrund des ungleichen thermischen Verhaltens der Baustoffe (zum Beispiel Mauerwerk und Kunststoff oder Holz) bei Kälte oder Hitze Rissen und Spalten im Putz entstehen. Möchte man diese ausbessern, muss man zunächst die Wand gut abkehren und eventuell leicht abklopfen, um alle losen Putzschichten zu entfernen. Sehr kleine oberflächliche Risse verfüllt man einfach mit Außenhaftputz, am besten zweilagig ausgeführt.

Wichtig: Prüfen Sie zunächst, ob der Putz auch auf dem Untergrund haften bleibt! Etwas tiefere Spalten müssen erst mit geeignetem Unterputz bzw. Putzgrund verfüllt werden, bevor spezielle Schaumstoffschnüre und Fugenfüller eingebracht werden. Ist alles aus gehärtet, bringt man die restlichen Putzschichten, wie sie auch auf der übrigen Hauswand ausgeführt sind, wieder an. Kleinere Spalten bessert man mit Fertigspachtel aus dem Baumarkt aus.

Holzfassaden pflegen

Baufritz-Haus mit Lärchenholzfassade

Lärchenholzwände vergrauen dank des natürlichen Verwitterungsprozesses über die Jahre. Das Ergebnis ist eine silbrigglänzende Optik. Foto: www.baufritz.com/BHW Bausparkasse

Auch Holzfassaden erfordern Pflege. Klar ist: Sollten sich große Risse bilden oder lockern sich sogar einzelne Elemente, muss der Fachmann ran. Diese Bauteile müssen eventuell ausgetauscht oder ausgebessert werden. Denn: Auch einer Holzfassade schadet eindringende Nässe! Das kann zu Fäulnis führen, was dann einen großen Sanierungsaufwand zur Folge hat.

Bei der Optik von Holzfassaden scheiden sich die Geister: Während die einen von der wunderschönen silbrig glänzenden Patina langsam vergrauender Lärchenholzfassaden schwärmen, finden andere die durch Dachüberstände bzw. Vordächer ungleichmäßig verwitternden Fassaden einfach nur hässlich. Das ist Geschmackssache und kann jeder halten, wie er möchte. Verantwortlich für die langsame Vergrauung ist in erster Linie die UV-Einstrahlung. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, Lärchenholzfassaden mit einer speziellen Vergrauungslasur zu beschichten. Diese ist silbergrau pigmentiert und schützt die Holzoberfläche in den ersten Jahren vor Witterungseinflüssen. Zudem entspricht sie in der Optik bereits dem später sowieso auftretenden, silbriggrauen Erscheinungsbild. Die Beschichtung baut sich mit der Zeit von selbst ab, wodurch dann die natürliche Patina des Holzes zum Vorschein kommt. Der Kontrast „vorher/nachher“ ist in diesem Fall nicht so groß. Der Vorteil einer unbehandelten Holzfassade liegt auf der Hand: Sie haben keinerlei Wartungsaufwand.

Streichen, streichen, streichen

Terrasse, Holzprofile an Fassade und Boden

Mit den Vertikal-Profilen „Verto“ von Osmo lassen sich durch geschickte Kombination interessante dreidimensionale Effekte an der Fassade erzielen.
Foto: epr/Osmo

Wer sich jedoch für eine gestrichene Holzfassade entscheidet, der muss alle paar Jahre wieder eins: streichen. Verwenden Sie eine offenporige Lasur, ist das generell nach zwei bis drei Jahren der Fall. Es empfiehlt sich jedoch, die Holzfassade bereits nach der ersten Sommerperiode genau in Augenschein zu nehmen und sie auf eventuellem Risse zu prüfen. Dickschichtlasuren sollten alle fünf Jahre erneuert werden. Es gibt aber auch komplett deckende Anstriche. In der Regel sieht man, wann diese wieder aufgefrischt werden müssen. Sie können durchaus auch bis zu acht Jahre halten.


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