Förderprogramme

Förderprogramme
Über Förderungen sollten Sie sich frühzeitig informieren. Zinsgünstige Kredite und Zuschüsse gibt es vor allem von der KfW, aber auch Länder und Kommunen unterstützen Bauherren. Foto: djd/www.musterhaus.net/zinkevych – stock.adobe.com

Einen Hausbau müssen Bauherren finanziell nicht alleine stemmen. In 10 Punkten informieren wir Sie über unterschiedliche Förderprogramme.

1. Rechtzeitig informieren

Kümmern Sie sich rechtzeitig vor der Grundstückssuche bzw. vor dem Baubeginn um Förderungen, dann können Sie Ihre Baufinanzierung auf mehrere Säulen verteilen und sich eine spürbare Ersparnis durch zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse sichern. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Fördermöglichkeiten, eine Übersicht bieten die Seiten www.aktion-pro-eigenheim.de oder www.baufoerderer.de, das Informationsportal des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

2. Baukindergeld

Nehmen Sie das neue Baukindergeld in Anspruch, abgewickelt wird es über die KfW. Pro Kind und Jahr erhält eine Familie 1.200 Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren. Sie können Baukindergeld kassieren für alle Kinder, die bei der Antragstellung jünger als 18 Jahre und kindergeldberechtigt sind. Außerdem dürfen Sie in den Jahren vor der Antragstellung gewisse Einkommensgrenzen nicht überschritten haben. Der Antrag muss spätestens drei Monate nach dem Einzug in die neue Immobilie bei der KfW eingegangen sein.
Die Übergangsregelung für das Baukindergeld ist Ende des Jahres 2018 ausgelaufen. Das betrifft alle, die ihr neues Heim zwischen dem 01.01.2018 und 17.09.2018 bezogen haben. Ein rückwirkender Antrag ist nun nicht mehr möglich.

3. KfW

Der Staat unterstützt Bauherren hauptsächlich über den KfW-Konzern. Bei der Förderbank gibt es zinsgünstige Kredite und Zuschüsse, Sie werden vor allem dann belohnt, wenn Sie besonders energieeffizient bauen. Informieren Sie sich zu den einzelnen Förderprogrammen und Konditionen auf der Seite www.kfw.de oder unter der kostenfreien Servicenummer 0800 539 9002. Wenn Sie dann ein zinsgünstiges KfW-Darlehen für Ihren Neubau in Anspruch nehmen möchten, müssen Sie einen unabhängigen Sachverständigen für die Planung hinzuziehen. Die Kosten dafür können Sie mit einer gesonderten Förderung reduzieren, der Zuschuss beträgt 50 Prozent der Kosten, maximal 4.000 Euro. Nachzulesen im Programm 431.

Halten Sie bei der KfW-Finanzierung dabei die richtige Reihenfolge ein: In der Regel müssen Sie zuerst die KfW-Darlehen beantragen und sich bewilligen lassen, erst dann können Sie bauen oder kaufen.  KfW-Darlehen können Sie nicht selbst beantragen, sondern nur über Ihre baufinanzierende Bank oder Bausparkasse. KfW-Zuschüsse hingegen beantragen Sie direkt online bei der staatlichen Förderbank.

4. In den Bundesländern

Informieren Sie sich über die Fördermöglichkeiten in Ihrem Bundesland, zinsgünstige Darlehen und Zuschüssen gibt es über spezielle Landesförderinstitute. Die entsprechenden Bedingungen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Und Sie können kombinieren und noch mehr profitieren: In der Regel können Sie KfW-Förderungen mit anderen Programmen der Förderbank oder mit Fördermitteln Ihres Bundeslandes oder Ihrer Heimatkommune verknüpfen.

5. Kommunen

Informieren Sie sich auch bei Ihrer Kommune über Zuschüsse und Darlehen. Fragen Sie nach, ob die Stadt oder Gemeinde aktuell attraktive Grundstücke für Ortsansässige zur Verfügung hat.

6. BAFA

Nutzen Sie unter Umständen auch die Fördertöpfe des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die staatliche Institution unterstützt die Nutzung erneuerbarer Energien für die Wärmeerzeugung vor allem bei Modernisierungen und Sanierungen, aber auch für Neubauten gibt es in Einzelfällen Geld. Informationen dazu gibt es unter www.bafa.de.

7. Wohn-Riester

Wohn-Riester: Informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Hausbank oder Bausparkasse, welche Form des Wohn-Riesters für Sie infrage kommt. Die staatlichen Zulagen für das Riester-Darlehen werden über das finanzierende Kreditinstitut beantragt. Die maximale Riester-Förderung erzielen Sie, wenn jährlich 4 Prozent des Vorjahres-Brutto-Einkommens in einen Riester-Vertrag fließen – abzüglich der Zulagen. Dabei können Sie eine Tilgung bis zu 2.100 Euro jährlich im Rahmen eines Riester-Darlehens steuerlich als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung absetzen.

8. Bausparer

Der Staat fördert Ihre Kapitalbildung zum Erwerb von Wohneigentum auch mit Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage. Beim Bausparen ist aber immer zu beachten, ob es sich lohnt, denn gerade derzeit sind die Guthabenzinsen sehr niedrig, sodass man mit anderen Sparprodukten wie etwa dem Tagesgeldkonto eine höhere Rendite erzielen kann. Zudem ist das Geld aus einem Tagesgeldkonto in der Regel schneller verfügbar.

9. Kirchen

Wenn Sie Mitglied in einer der beiden großen Kirchen in Deutschland sind, sollten Sie sich auch dort, also in Ihrem Bistum oder Ihrer Landeskirche, über Fördermöglichkeiten informieren. Angeboten werden etwa Baugrundstücke in Erbbaupacht, aber auch Darlehen.

10. Windhundverfahren

Wird eine Förderung im Windhundverfahren vergeben, heißt das, dass Sie schnell sein müssen. Denn die Fördermittel werden nach der zeitlichen Reihenfolge vergeben, bei der Förderung ist das der Termin der Antragstellung. Sind die Fördertöpfe ausgeschöpft, gehen weitere Antragsteller leer aus.

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