Schonfrist für Öfen Ende 2017 vorbei

Schonfrist für Öfen Ende 2017 vorbei
Der Bezirksschornsteinfeger stuft während der Feuerstättenschau den Emissionsausstoß des Kaminofens mit Hilfe einer Tabelle ein. Dann vergibt er ein Label. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Alte Öfen sind schädlich für die Umwelt. Sie emittieren zu viele Emissionen. Daher werden sie allmählich mit der Stillegung oder obligatorischen Nachrüstung bedroht. Viele Hausbesitzer sind bis Ende 2017 betroffen. Sie sollten sich darauf vorbereiten.

Ein knisterndes Feuer im Herd ist gemütlich – aber wenn das Modell älter ist, entlädt es viel Feinstaub in die Umgebung. Somit sieht ein Gesetz zum Schutz der Umwelt vor, dass Öfen, die älter als 30 Jahre sind, mit einem speziellen Filter nachgerüstet oder abgeschaltet werden müssen. Alten Öfen droht das Aus. Sofern sie nicht den aktuellen Grenzwerten für Schadstoffe entsprechen. Überdies betrifft eine neue Frist bis 31. Dezember 2017 Öfen mit einem Baujahr bis einschließlich 1984. Diese Schonfrist läuft aber bald ab: Die wichtigsten Fakten:

Warum müssen Öfen ersetzt oder nachgerüstet werden?

„Die Emission moderner Geräte ist bis zu 85 Prozent niedriger als die der alten Öfen“, erklärt Rolf Heinen vom Haus-, Heizungs- und Küchengeräte-Verband (HKI). Die Bundes-Immissionsschutzverordnung hat seit 2010 Grenzen für Schornsteine ​​und Kachelöfen gesetzt. Demzufolge müssen die Eigentümer die Öfen durch einen Filter aufrüsten.

Was sind die Grenzen der Schonfrist?

Bei den so genannten Einzelraumfeuerstätten, die seit vor Inkrafttreten der Verordnung am 22. März 2010 in Betrieb sind, betragen die Grenzwerte 4 Gramm Kohlenmonoxid und 0,15 Gramm Staub pro Kubikmeter. Allerdings sind diese Werte weniger streng als die für neue Öfen. Alle Anlagen nach 2015 haben Grenzen von 1,25 Gramm Kohlenmonoxid und 0,04 Gramm Staub pro Kubikmeter. Öfen aus der Zeit von März 2010 bis Ende 2014 können auf bis zu 2 Gramm Kohlenmonoxid und 0,075 Gramm Staub pro Kubikmeter kommen.

Welche Öfen sind betroffen?

„Bis Ende 2014 mussten Öfen mit einem Baujahr bis 1974 stillgelegt oder nachgerüstet werden“, erklärt Stephan Langer vom Bundesverein des Schornsteinfegerhandels. „Die nächste Frist endet Ende Dezember 2017. Jeder, der einen Ofen hat mit Baujahr einschließlich 1984, muss bis dahin aktiv sein.“ Am Ende des Jahres 2020 wird der Zeitraum für Modelle von 1985 bis 1994 ablaufen. 2024 müssen Öfen der Baujahre 1995 bis Ende März 2010 ausgetauscht oder nachgerüstet werden. Ausgenommen sind historische Modelle, die vor 1950 hergestellt wurden, offene Kamine und Herde.

Was sagen Experten über die Nachrüstung mit einem speziellen Filter?

„Mit den alten Öfen macht das wenig Sinn“, sagt Tim Froitzheim vom Zentralverband Sanitär Heizung. Von der Regulierung betroffenen Anlagen sind bis Ende 2017 rund 30 bis 40 Jahre alt. „Das ist ein stolzes Alter für ein technisches Gerät, das dieser Belastung ausgesetzt ist. Ihre Verbrennungstechnologie war nicht für die heutigen niedrigen Emissionen ausgelegt.“ Er rät, an einen Tausch zu denken. Langer vergleicht die Preise: „Nachrüst-Sets kosten rund 1000 Euro, neue Öfen sind bereits ab 500 Euro erhältlich.“ Und Froitzheim ergänzt: „Die Grenzwerte beziehen sich auf Staub und Kohlenmonoxid.“ „Allerdings entfernen die Filter nur eine gewisse Menge an Staub aus den Rauchgasen, der Filter kann nicht ausreichen, um die Grenzwerte für Kohlenmonoxid einzuhalten. » (dpa)

Datenbank zur Recherche
Infos zur Bundes-Immissionsschutzverordnung des Bundesumweltministeriums


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