Ganz neue Aussichten im Bad

  • In Bad
  • 27.05.2019
Ganz neue Aussichten im Bad
Badezimmer von oben mit Mineralguss-Waschtisch aus der Serie Eqio von burgbad. Foto: burgbad

Kommt das Badezimmer in die Jahre, kann aus der einstigen Wohlfühloase schnell ein ungemütliches Feuchtbiotop werden. Spätestens jetzt sollten Sie Ihrem Bad eine Schönheitskur gönnen. Die Renovierung steht an.

Neue Aussichten gewünscht? Am Anfang jeder Sanierung erfolgt die Bestandsaufnahme: Wie sieht unser Bad aktuell aus, welchen Platz und Komfort bietet es, und was würden wir gerne verändern? Überlegen Sie, welche Sanitärgegenstände in das neue Bad kommen sollen, und berücksichtigen Sie dabei auch die Anzahl der Personen, die das Bad zukünftig gemeinsam nutzen werden.

Erfrischende Aussichten im neu renovierten Bad mit begehbarer Dusche

Oben rechts das alte Bad, beengt und etwas in die Jahre gekommen. Hier nach der Sanierung: Das Bad hat an Komfort und vor allem an Atmosphäre gewonnen. Fotos: Kermi

Auf jeden Fall sollte die Ausstattung auf die Bedürfnisse der Benutzer zugeschnitten sein – zum Beispiel im Hinblick auf die Barrierefreiheit. Auch über die Heizung müssen Sie sich bereits jetzt Gedanken machen: Im Bad sind Fußbodenheizungen sehr angenehm. Ihr Einbau und Anschluss muss frühzeitig einkalkuliert werden. Schon in diesem Stadium können Sie einen Fachmann zurate ziehen, der Sie in der Planungsphase unterstützt. Er entwirft gemeinsam mit Ihnen auf dem Papier bzw. PC Ihr neues Traumbad und kann Ihnen einen Kostenvoranschlag für die durchzuführenden Arbeiten nennen. Aber Achtung: Gerade bei Altbauten sind die tatsächlichen Kosten im Vorhinein schwer abzuschätzen. Oftmals macht man unerfreuliche Entdeckungen, wenn die alten Sanitärgegenstände und Fliesen entfernt werden. Müssen auch noch defekte Rohre ausgetauscht und Mauerschäden behoben werden, können die Ausgaben explodieren. Planen Sie deshalb bei Ihrem Budget Puffer ein.

Neu Aussichten

Eine italienische Designarmatur, hier „Taormina“ von Ritmonio
adelt jedes Badezimmer. Foto: Ritmonio

Bei einer umfassenden Badrenovierung sind in der Regel mindestens vier Gewerke (Installateur, Klempner, Fliesenleger, Elektriker) zu koordinieren. Das können Sie natürlich selbst machen: Holen Sie bei den jeweiligen Handwerkern Kostenvoranschläge ein und stecken Sie den zeitlichen Ablauf der auszuführenden Arbeiten ab. Wenn Sie jetzt Aussichten auf schwierige eine Koordination befürchten, muss das nicht sein. Denn wichtig ist: Kümmern Sie sich frühzeitig darum, damit die Badsanierung zum geplanten Zeitpunkt auch wirklich stattfinden kann!

Sie können Ihr Bad aber auch gemeinsam mit einem Komplettanbieter sanieren. Dieser regelt alle Arbeiten von der Planung über die Koordination der Gewerke bis hin zur Ausführung und dem Entsorgen des Bauschutts. Er haftet auch für eventuelle Mängel oder Schäden. Solch eine Lösung kann Nerven und Zeit sparen, kostet jedoch Geld. Bedenken Sie vorab: Gerade bei größeren Renovierungsarbeiten sollten Sie mit Schmutz rechnen. Besonders das Abschlagen der alten Fliesen bringt jede Menge sehr feinen Staub mit sich, der sich im ganzen Haus verteilen kann. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, alten Fliesen mit einer neuen Oberflächenbeschichtung zu einer moderneren Optik zu verhelfen. Dabei handelt es sich nicht um eine Farbe, sondern um eine Art Flüssigkunststoff, der auf den alten Fliesen aufgebracht wird. Damit umgehen Sie auf jeden Fall eine der lärm- und dreckintensivsten Arbeiten.

Tipps für kleine Bäder

Praktisch: Mit dieser Funktionsbrause ist Haarewaschen am Waschbecken ganz einfach. Foto: Hansa

Ob Sie nur die Sanitäreinrichtungen und Möbel austauschen oder ganze Wände und Fenster umsetzen, ist nicht zuletzt eine Frage des Budgets. Bei einer Komplettsanierung rechnet man in etwa mit 2.000–3.000 € pro Quadratmeter. Die meisten Bäder aus den 1970er- und 1980er-Jahren folgen dem gleichen Muster: Den kleinen rechteckigen Raum teilen sich ein Waschbecken, eine Badewanne und das WC. Eine großzügigere Atmosphäre erhält man, indem man diese stringente Aufteilung durchbricht: Verzichten Sie bei kleinen Räumen lieber auf eine Badewanne und setzen Sie stattdessen auf eine bodengleiche Dusche mit farblich abgestimmter Duschtasse und gläsernen Seitenwänden. Statt eine emaillierte Duschfläche einzubauen, ist es auch möglich, den Duschbereich durchzufliesen. Dafür empfehlen sich vor allem großformatige Fliesen: Sie lassen den Raum optisch größer erscheinen und sind aufgrund der geringeren Fugenlänge leichter zu reinigen.

Aussichten im Bad in einem Traum aus Rosa und Beige

Modernes Design mit den Sanitärobjekten „Avento“ von Villeroy & Boch. Durch den akzentuierten Einsatz von Fliesen erhält das Bad Wohncharakter. Foto: Villeroy & Boch

Mit einer geschickten Anordnung der Sanitärgegenstände können selbst kleine Bäder zu wahren Raumwundern werden. Bei der klassischen Anordnung der Sanitärobjekte entlang einer Wand wird häufig Platz verschenkt. Besser ist es, bislang „tote“ Winkel und ungenutzte Nischen in die Planung einzubeziehen. Eine große Hilfe sind hierbei Installationsblöcke, die speziell für die Eckmontage konzipiert sind. Waschtisch oder Toilette rutschen in die Nische, während entlang der Wand Platz für Abstellflächen oder Schränke bleibt. Generell bieten Vorwandinstallationen eine große Flexibilität bei der Anordnung der Sanitärgegenstände. Hinter ihnen werden die Rohre und Leitungen geführt, sodass WC, Waschtisch oder Wanne nicht unmittelbar beim Wasseranschluss platziert sein müssen. Installationswände können von beiden Seiten aus genutzt werden. Während die eine Wandfläche so beispielsweise als Abtrennung der Dusche fungiert, können Sie auf der anderen Seite ein Spiegel, ein Waschtisch oder Ablageflächen anbringen.

Pures Design

Nicht nur, aber besonders im Alter weiß man ein größtenteils barrierefreies Bad besonders zu schätzen. Foto: tdx/Diana Bad

Bei der Wahl der Sanitärgegenstände spielen Budget, Design und Alltagstauglichkeit eine wichtige Rolle. Nach wie vor im Trend sind schlichte und puristische Objekte. Diese sind zeitlose Klassiker: Denn mit der entsprechenden Dekoration und auswechselbaren Wohntextilien lässt sich solch ein Bad im Handumdrehen immer wieder neu stylen. Wer über ein großes Badezimmer verfügt, kann dem Raum auch mit neuen Raumteilern zu mehr Struktur verhelfen. Wanne oder WC verschwinden dann beispielsweise hinter einer halb hohen Trennwand, die gemauert ist oder aus für Nassräume geeigneten Trockenbauelementen entsteht. Eine Alternative sind Glasbausteine, die das Licht durchschimmern lassen. Besonders harmonisch wirkt das Badezimmer, wenn die Wände und der Boden farblich und strukturell aufeinander abgestimmt sind. Wenn Sie sich für Fliesen entscheiden, dann halten Sie die Fugen sehr schmal, das bringt Ruhe in den Raum und vergrößert ihn optisch.

Im Trend liegen neben dem keramischen Klassiker auch Oberflächen aus Holz. Zu beachten ist dabei, dass das Holz nicht über einen längeren Zeitraum hinweg direkt mit Wasser in Berührung kommen darf. Kurzfristiges Spritzwasser und eine erhöhte Luftfeuchtigkeit sind hingegen für das Naturmaterial unproblematisch. Ein Aufquellen wird durch das Auftragen von Hartwachsöl, das zwei- bis dreimal im Jahr wiederholt werden sollte, verhindert. Für den Einsatz im Badezimmer eignen sich vor allem harte Holzarten wie Eiche, Lärche oder Nussbaum, die nicht so empfindlich auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen reagieren. Bei einem Parkettboden empfiehlt sich eine vollflächige Verklebung durch einen Fachmann. Die Randfugen müssen dabei sorgfältig gegen eindringendes Wasser abgedichtet werden. Eine Alternative hierzu sind speziell für Feuchträume entwickelte Laminate in Holzoptik.

Ein wenig Wellness

Wer glaubt, dass eine frei stehende Badewanne nur in ein riesiges Bad passt, der irrt. Denn auch für kleinere Badezimmer kann sie eine Bereicherung sein: Bei einer Beckengröße von 170 x 80 cm benötigt sie eine Fläche von nur etwa 5 m². Wenn Sie die Wanne mit der Stirnseite an der Wand platzieren, steht Ihnen sogar noch mehr Platz zur Verfügung. Der Trend bei den frei stehenden Badewannen geht eindeutig hin zu Modellen mit großzügigen Maßen. Ob lang gestreckte oder kreisrunde Varianten: Hier lässt es sich genüsslich allein oder auch zu zweit entspannen. Massagedüsen, eine Wasserheizung, ein Audiosystem oder Stimmungslichter, die für viele Wannen gegen Aufpreis erhältlich sind, perfektionieren das heimische Wellnessvergnügen. Immer mehr Hausbesitzer statten ihr Badezimmer auch mit Dampfbad bzw. -dusche oder Sauna aus – vorausgesetzt, die Raumgröße lässt es zu.


Das könnte Sie auch noch interessieren:
Fliesen: Gestaltung mit Format
Perfekt aufgestellt: Trockenbauwände

Immer top informiert: Jetzt für den Newsletter anmelden