Gasbrennwerttechnik kombiniert

Gasbrennwerttechnik kombiniert
Flexibles System: Eine thermische Solaranlage lässt sich mit nahezu jedem Wärmeerzeuger koppeln. So kann sie dann im Fall eines Heizungstauschs bestehen bleiben. Foto: djd/BDH

Gasbrennwerttechnik beschert eine hohe Energieausnutzung und schadstoffarme Verbrennung.

Dank der Zusammensetzung von Erdgas entsteht bei dessen Verbrennung weniger CO² als bei Heizöl. Ob die Gasbrennwerttechnik eine Technik der Zukunft ist, bleibt abzuwarten. Doch man kann gut mit Solar- oder Holzheizsystemen kombinieren. Und das Beste: Förderungen gibt es dafür auch noch.

Solarwärme

Der Vakuumröhrenkollektor „Aqua Plasma“ des Herstellers Paradigma fängt dank seiner speziellen Antireflex-Beschichtung besonders viel Sonnenlicht ein. Foto: Paradigma/txn

Eine geradezu ideale Ergänzung zu Gasbrennwertgeräten ist die Solarthermie, die Nutzung der Sonnenwärme. Verbreitet sind Flachkollektoren. Vakuumröhrenkollektoren, die in der Anschaffung teurer sind, aber einen höheren Wirkungsgrad erzielen, bringen den meisten Vorzug dort, wo nur wenig Platz für die Montage zur Verfügung steht. Über einen Solekreislauf gelangt die vom Kollektor gesammelte Wärme durch einen Wärmetauscher an einen Solarspeicher. Steht jedoch nicht genügend Sonnenwärme zur Verfügung, heizt der Brennwertkessel über einen zweiten Wärmetauscher nach.

Sonnenkollektoren brauchen südlich ausgerichtete Montageflächen: ein Steildach, ein Flachdach oder auch eine Fassade. Kleinere Anlagen zur Warmwasserbereitung benötigen pro Person etwa 1,5 m² Flach- oder 1,2 m² Röhrenkollektor. Sie können damit im Jahreslauf rund zwei Drittel des benötigten Brauchwassers erwärmen. Installiert sollte ist in diesem Fall ein richtig dimensionierter Brauchwasserspeicher sein, abgestimmt auf die Personenzahl des Haushalts und die Lebensgewohnheiten. Für die Heizungsunterstützung muss die Anlage deutlich größer ausgelegt werden. In diesem Fall ist ein Heizwasserspeicher erforderlich. Das Brauchwasser wird dann entweder im Durchlaufprinzip über einen Wärmetauscher oder über einen kleinen integrierten Brauchwassertank erwärmt.

Holzheizung: ein guter Partner

Gute Partner sind Kaminöfen wie dieser von Contura: Sie sorgen nicht nur in der Übergangszeit für wohlige Temperaturen. Foto: epr/Contura

Gut kombinieren lassen sich Brennwertgeräte auch mit Kaminöfen, die mit Holz als erneuerbarer Energie beheizt werden. Ein Kaminofen kann gerade in der Übergangszeit für Wärme sorgen, meist aber nur in ein bis zwei Räumen. Neben Scheitholz können Kaminöfen mit Pellets betrieben und in diesem Fall auch automatisch gezündet werden. In vielen Fällen bietet es sich an, ein Modell mit Wassertasche zu verwenden: Der Ofen ist dabei über einen Wasserkreislauf mit einem Brauch- oder Heizwasserspeicher verbunden und kann dort seine überschüssige Wärme abgeben.

Energiesparhäuser

Vielfach wollen Bauherren die Mindestanforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) übertreffen, nicht nur um Heizkosten zu sparen, sondern auch um Fördergelder nutzen zu können. Gefördert werden zum Beispiel sogenannte „KfWEffizienzhäuser“ beim Neubau (KfW-Standard 40 bis 70) und bei der Sanierung (KfW-Standard 55 bis 115). Die jeweilige Zahl gibt an, wie hoch der Energieverbrauch des geplanten Gebäudes in Prozent im Vergleich zu einem rechnerischen Referenzgebäude ist, das die Anforderungen der EnEV erfüllt. Gasbrennwertgeräte werden für solch energiesparende Gebäude in immer kleineren Leistungsbereichen angeboten.

Kombiniert mit einer Solaranlage empfiehlt sich beim GW smart“ von Rotex zusätzlich der Hochleistungs-Wärmespeicher „Sanicube“. Foto: Rotex

In sehr kleinen Leistungsbereichen werden sie auch als Gasbrennwertboxen bezeichnet. Eine solche Brennwertbox kann zum Beispiel auch fest in einen Heizwasserspeicher integriert sein, der mit einem Sonnenkollektor und einem Kaminofen verbunden ist. Bei äußerst niedrigem Energieverbrauch wie in Passivhäusern kann als Brennstoff jedoch auch Flüssiggas eingesetzt werden. Die Mischung aus Propan und Butan kann unter vergleichsweise geringem Druck flüssig in Tanks oder Gasflaschen gespeichert werden. Ein Gasanschluss ist daher nicht erforderlich, zwei bis drei große Gasflaschen können die notwendige Restenergie im Laufe eines Jahres decken.

Wirtschaftliche Lösung

Die Gasbrennwertzentrale „CGS-2L“ von Wolf besitzt einen integrierten Wassertank. Foto: Wolf

Gasbrennwertgeräte punkten mit vielen Vorteilen und sind daher oft die wirtschaftlichste Lösung: Sie arbeiten schadstoffarm, erreichen hervorragende Nutzungsgrade, haben nur geringe Wartungskosten und sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung. Man benötigt zwar einen Gasanschluss, spart aber einen Lagerraum für Brennstoffe. Gasanbieter können Sie wie Stromanbieter frei wählen, durch Vergleich verschiedener Anbieter lassen sich die Energiekosten oft deutlich senken. Wirtschaftlich nutzbar bei entsprechenden Voraussetzungen sind auch Solaranlagen. Beim Neubau gilt es zu bedenken, dass das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) vorschreibt, dass eine bestimmte Menge des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt sein muss, die man sonst anderweitig kompensieren müsste, zum Beispiel durch erhöhte Wärmedämmung

Das wandhängende Gerät „Logamax plus GB192i-19 CMS“ erkennt die Gasqualität und stellt automatisch die idealen Parameter für die Verbrennung ein. Foto: Buderus

Oft die wirtschaftlichste Lösung ist Gasbrennwerttechnik auch bei Sanierungen. Hier steht nicht selten der Umstieg von Heizöl auf Erdgas im Blick, sofern es einen Gasanschluss mit vertretbarem Aufwand geben kann. Von großem Vorteil ist auch die einfache Abgasführung. Für energetische Sanierungen gibt es von verschiedenen Stellen Förderungen, zum Beispiel im Rahmen des KfW-Förderprogramms „Energieeffizient Sanieren“. Dazu gehört ebenso der Austausch eines alten Heizkessels. Auch für den Einbau von Solaranlagen können Sie bei Sanierungen Fördergelder beantragen. Eine komfortable Suche nach den verschiedenen Förderungen ermöglicht die Internetadresse www.energiefoerderung.info.


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