Gasbrennwerttechnik: Technik mit Zukunft?

Gasbrennwerttechnik: Technik mit Zukunft?
Das Gerät „Condens 9000i“ lässt sich mithilfe der App „Junkers HomeCom“ bequem mit dem Smartphone bedienen. Foto: Junkers Bosch

Die Zahlen sprechen für sich: Nach wie vor sind rund zwei von drei neu installierten Wärmeerzeugern Gasbrennwertkessel. Nicht ohne Grund: Sie punkten mit einer hohen Energieausnutzung, einer schadstoffarmen Verbrennung, geringen Wartungs- und moderaten Anschaffungskosten.

Der Heizungsmarkt ist im Umbruch. Der lange Zeit dominierende Brennstoff Heizöl spielt bei Neuinstallationen nur noch eine untergeordnete Rolle, Gas hat längst die Führung übernommen. Gesetzliche Anforderungen machen die Gebäude energiesparender, wollen vor allem den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid begrenzen. Dazu kann die moderne Gasbrennwerttechnik einen wichtigen Beitrag leisten: Durch die Zusammensetzung von Erdgas entsteht bei der Verbrennung weniger CO² als bei Heizöl, die hohe Energieausnutzung tut ein Übriges. Gasbrennwertgeräte können gut mit erneuerbaren Energien wie Sonnenenergie oder Holzbrennstoffen kombiniert oder aber auch mit klimaneutralen Gasen betrieben werden.

Hohe Energieausnutzung

Die kompakten wandhängenden Gasbrennwertgeräte der „ecoTec plus“-Serie von Vaillant finden auch im Badezimmer Platz. Foto: Vaillant

Der Siegeszug des Gasbrennwertkessels ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sein Nutzungsgrad rund 10 Prozent höher ist als der konventioneller Kessel, denn er kann auch den größten Teil der Wärme nutzen, die in den heißen Verbrennungsgasen steckt. Diese kühlen so weit ab, dass der bei der Verbrennung entstehende Wasserdampf kondensiert und seine gespeicherte Wärme freigibt. Die abgekühlten Abgase sind nur noch rund 40 °C warm und benötigen daher keinen konventionellen Schornstein mehr, Abgasleitungen aus Kunststoff oder Metall reichen völlig aus. Brennwertgeräte gibt es als herkömmliche Stand- oder als platzsparende Wandkessel, die durchaus auch im Wohnbereich installiert werden können. Daneben werden Brennwertthermen eingesetzt, die Heiz- oder Warmwasser im Durchlaufprinzip erhitzen.

Nutzungsrad
Für Verwirrung sorgt immer wieder die Angabe des Nutzungsgrads von Brennwertkesseln. Genannt werden nach wie vor Nutzungsgrade von bis zu 109 Prozent. Dieser Wert bezieht sich jedoch auf den sogenannten Heizwert, das ist der Energieinhalt von Erdgas ohne die im Wasserdampf gespeicherte Energie. Bezogen auf den Brennwert, die gesamte in einem Brennstoff steckende Energie, erreichen Brennwertgeräte einen Nutzungsgrad von bis zu 99 Prozent. Diese fast vollständige Energieausnutzung ist jedoch nur möglich, wenn die Heizwassertemperatur maximal 25 – 35 °C beträgt, also zum Beispiel mit Fußboden- oder Wandflächenheizungen.

Gas hat Zukunft

Gasbrennwertgeräte lassen sich auch mit Flüssiggas betreiben. Der Tank kann oberirdisch oder auch unter der Erde aufgestellt werden. Foto: Progas

Erdgas oder Flüssiggas sind fossile Energien, die jedoch spürbar weniger Kohlendioxid ausstoßen als ihr langjähriger Konkurrent Heizöl. Doch kann der Hausbesitzer mit seiner Gasheizung schon heute noch einen Schritt weitergehen und zum Teil oder vollständig klimaneutral heizen. So könnte er zum Beispiel bei verschiedenen Anbietern „Klimagas“ beziehen, eigentlich normales Erdgas mit Preiszuschlag, der für eine Kompensation des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids über spezielle Emissionszertifikate eingesetzt wird.

Andere Anbieter setzen auf die erneuerbare Energie „Biogas“, auch Bio-Erdgas genannt, das bei der Vergärung organischer Abfälle oder nachwachsenden Rohstoffen entsteht. Es werden Gasprodukte angeboten, die aus 10, 20 und bis zu 100 Prozent Biogas bestehen.

Schließlich lässt sich klimaneutrales Gas auch aus Ökostrom erzeugen, zum Beispiel aus überschüssigem Windstrom. Mittels Elektrolyse lassen sich die Gase Wasserstoff oder auch Methan gewinnen, die in das vorhandene Gasnetz eingespeist werden können. Die Zukunft der Technik „Power-to-Gas“ („elektrische Energie zu Gas“) hat gerade erst begonnen. Angeboten wird ein solches Gasprodukt bereits von einem Umweltverband als „Windgas“.

Eine lohnende Investition: Mit geringen Energiekosten überzeugt die Kombination Gasbrennwertkessel und Solaranlage. Grafik: www.meine-heizung.de


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