Gesund wohnen: Schadstoffen auf der Spur

Gesund wohnen: Schadstoffen auf der Spur
Foto: Verband Privater Bauherren

Die Gesundheit ist unser höchstes Gut. In vielen Häusern schlummern jedoch Schadstoffe, die die Bewohner belasten. Die Liste der Beschwerden ist dabei ebenso vielfältig wie die Zahl der möglichen Verursacher. Genau hinzuschauen lohnt sich.

Kopfschmerzen, Haut- und Augenreizungen oder Atembeschwerden: Viele Menschen kämpfen täglich mit den unterschiedlichsten Beschwerden. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und nicht immer eindeutig. Wenn sich die Krankheitsanzeichen jedoch im eigenen Zuhause verschlimmern und außerhalb davon verringern, ist dies ein starker Indikator, dass die Quelle der Beschwerden in den eigenen vier Wänden zu suchen ist. Besonderes Augenmerk kommt den verwendeten Bauprodukten zu, die die Innenraumluft und damit die Gesundheit belasten können. Die Spurensuche führt fast immer über einen Experten, etwa einen Baubiologen, der versucht, mithilfe von Umweltgiftmessungen und Materialanalysen die Schadstoffe zu ermitteln.

Schadstoffarten

Auch wenn einige der klassischen Wohngifte wie etwa Asbest inzwischen verboten sind, wirken sie bis heute in zahlreichen Bestandsimmobilien noch als „Altlasten“ nach. Doch auch Neubauten sind für Schadstoffe „anfällig“, denn – wenn auch nur in geringen Konzentrationen verwendet – können diese aufgrund der besonders dichten Bauweise moderner Gebäude gesundheitsgefährdend wirken. Unterschieden werden drei Arten von Schadstoffen: biologische wie zum Beispiel Schimmel oder Keime, chemische wie etwa die sogenannten flüchtigen organischen Verbindungen (kurz VOCS) oder physikalische wie Radon. Manche von ihnen machen sich durch einen unangenehmen Geruch bemerkbar, andere hingegen geben jahrelang unbemerkt ihre Emissionen ab. Ein richtiges und intensives Lüften schafft zwar erst einmal Erleichterung, ist aber mit Sicherheit keine dauerhafte Lösung. Dabei reagiert jeder Bewohner auch unterschiedlich auf die Substanzen, empfindliche Menschen oder Kleinkinder sind besonders anfällig.

Biogene Stoffe

Leider in vielen Häusern und Wohnungen zu finden und gleichermaßen unterschätzt: Schimmelsporen sehen nicht nur hässlich aus, sondern können bei hoher Konzentration chronische Atemwegserkrankungen wie etwa Asthma auslösen. Ursache für Schimmel ist eine zu hohe Feuchtigkeit in den Räumen. Ein regelmäßiges, richtiges Lüftungsverhalten in Kombination mit einem gleichmäßigen Beheizen sämtlicher Räume bannt bereits die größten Gefahren.

Chemische Schadstoffe

Meist sind es chemische Krankmacher, die in Bauteilen oder Materialien unserer Einrichtung lauern. Zu ihnen gehören die sogenannten flüchtigen organischen Verbindungen (Volatile Organic Compounds, kurz VOC), die etwa als Lösemittel in Farben, Lacken, Klebern, aber auch Möbeln vorkommen. Im Gegensatz zu anderen schädlichen Stoffen machen sie sich oft über einen unangenehmen Geruch bemerkbar. Typische Krankheitsbilder sind Kopfschmerzen, Übelkeit oder zermürbende Schlafstörungen.

Das bekannte Formaldehyd, das vielfach in älteren Fertighäusern zum Einsatz kam, gehört zu den VVOCs (Very Volatile Organic Compounds) und gast noch über Jahre aus. Es gilt inzwischen als krebserregend. Bei den schwerflüchtigen organischen Verbindungen, kurz SVOSC, hingegen handelt es sich unter anderem um Weichmacher, die in Kunststoffen, Klebstoffen und Beschichtungsmitteln vorkommen. Zu diesen gehören auch Biozide wie PCP oder Lindan, die bis in die 1980er- Jahre als Holzschutzmittel bei zahlreichen Häusern zum Einsatz kamen.

Asbest & Co.

Noch bis ins Jahr 1993 wurden Asbestfasern in Deutschland hergestellt und noch heute tauchen die gefährlichen Fasern immer wieder in älteren Gebäuden auf. Asbest wurde nicht nur in Dämmplatten und Bodenbelägen, sondern beispielsweise auch als Brandschutzverkleidung um Heizkörper verwendet. Ebenfalls kritisch zu sehen sind die sogenannten künstlichen Mineralfaserplatten (KMF), die vor dem Jahr 2000 im Bereich Wärmedämmung eingesetzt wurden und die wie Asbest krebserregend wirken können. Daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer Schadstoffe mit möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner. Allerdings ist das Bewusstsein für dieses sensible Thema in den letzten Jahren doch stark gestiegen. Der Trend im Neubau geht daher zu der Verwendung von möglichst unbedenklichen Baustoffen. Gütesiegel liefern hier wertvolle Entscheidungshilfen und sorgen für mehr Sicherheit.


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