Gesundheitliche Lichtplanung

Gesundheitliche Lichtplanung
Von links nach rechts: Textil-Stehleuchte Alia mit LED, Holz-Tischleuchte Charlia, Holz-Tischlampe Katie, dreibeinige Stehlampe Katie und dreibeinige Stoff-Stehleuchte Charlia. Foto: lampenwelt.de

Licht sorgt in unseren Häusern und Wohnungen nicht nur für Orientierung und Sicherheit. Es weckt auch Emotionen und fördert die Gesundheit. Die Voraussetzung dafür ist eine detaillierte Planung, die bereits im Vorfeld des Hausbaus oder der Modernisierung in Angriff genommen werden sollte.

Zugegeben, die Beleuchtung ist nicht das Erste, woran Bauherren und Modernisierer denken, wenn sie ihr Bauprojekt in Angriff nehmen. Doch spätestens bei der Planung der Elektroinstallation rückt auch das Thema „Licht“ in den Fokus. So lassen sich die Stromanschlüsse für Leuchten gleich am richtigen Ort verlegen. Leider bleibt es oft bei einer einfachen Deckenleuchte, eventuell kombiniert mit einer Leseleuchte. Dabei erfüllt die Beleuchtung nicht nur praktische Funktionen, sondern schafft auch Atmosphäre. Richtig eingesetzt wirkt sich Licht sogar positiv auf Geist und Körper aus. Eine gesundheitliche Planung ist also unersätzlich.

Gesundheitliche Planung

Die glänzenden Hängeleuchten der Serie „Otis“ von Fink Living sind in zwei verschiedenen Größen erhältlich. Foto: Fink Living

Doch wie wird die Beleuchtung „gesund“? Hier ist der Blick auf den menschlichen Körper und den Biorhythmus hilfreich. Der Mensch ist von Natur aus auf die Lichtverhältnisse der Sonne ausgerichtet. Sie gibt die Impulse für die Ausschüttung verschiedener Hormone, die nicht nur das Empfinden, sondern auch die Schlaf- und Wachphasen steuern. Am Morgen ist das Licht leicht bläulich und wird zum Mittag hin immer heller. Im menschlichen Körper werden dann Serotonin und Cortisol ausgeschüttet, wir fühlen uns dadurch wach und können arbeiten. Am Abend sinkt die Lichtintensität, und die Blauanteile nehmen ab. Jetzt wird vor allem das Schlafhormon Melatonin produziert, das müde macht und die Körperfunktionen zugunsten der Nachtruhe entschleunigt.

Da der Mensch sich heute überwiegend in geschlossenen Räumen mit künstlichen Lichtquellen aufhält, kann es passieren, dass sich seine innere Uhr verschiebt oder die Schlaf- und Wachphasen weniger stark ausgeprägt sind. Beide Effekte können die Gesundheit beeinträchtigen. Es ist deshalb wichtig, das richtige Licht zur richtigen Zeit einzusetzen. Die Beleuchtung sollte dabei nach dem Vorbild des Tageslichts die Aktiv- und Ruhephasen unterstützen. Um am Morgen in Schwung zu kommen, empfiehlt sich ein kühles Tageslichtweiß mit hohen Blauanteilen. Es aktiviert den Körper und wirkt konzentrationsfördernd. Am Abend hingegen schaffen eine reduzierte Lichtstärke und ein warmweißes Licht eine entspannende Atmosphäre. Am besten verzichtet man dann auf großflächig strahlende Leuchten und setzt stattdessen auf ein gerichtetes Licht.

Eine gute Basis

Richtig bunt: Mit seinen knalligen Farben und dem hellen gleichmäßigen Licht eignet sich dieser Lichtspender von Regenbogen Leuchten gut für das Kinderzimmer. Foto: Regenbogen Leuchten

Für eine optimale Planung ist es wichtig, die drei Grundfunktionen des Lichts zu kennen. Die Grundbeleuchtung – auch als Raumlicht bezeichnet – breitet sich gleichmäßig aus und dient der Orientierung. Geeignete Leuchten geben ihr Licht entweder zur Decke ab oder verteilen es zu allen Seiten. Wer auf eine Deckenleuchte verzichten möchte, kann auch mehrere Wandleuchten installieren. Gut geeignet sind zudem Einbaustrahler, die – nahe der Wand platziert – kaum Schatten werfen.

Das Zonenlicht soll dagegen nur einzelne Bereiche erhellen – etwa für das Lesen, das Essen oder das Arbeiten. Dafür wird gerichtetes, akzentuierendes Licht verwendet. Ergänzend dazu setzt das Stimmungslicht schließlich Highlights. Im Unterschied zu den anderen beiden Lichtfunktionen beleuchtet es das Zimmer kaum. Vielmehr geht es darum, Gemütlichkeit zu schaffen, was besonders im Wohnzimmer von Bedeutung ist. Damit das Stimmungslicht auch zur Geltung kommt, braucht es einen geeigneten Platz. Das können Fensterbänke, Kommoden oder Regale sein. Auch eine Hintergrundbeleuchtung am Schrank oder sanfte Einbaustrahler im Boden sorgen für eine behagliche Atmosphäre.

Individuell eingestellt

Funktional: Die LED-Einbaustrahler von Paulmann sorgen über der Arbeitsfläche in der Küche für eine blendfreie
Beleuchtung, die zudem keine Schatten wirft. Foto: Paulmann

Sinnvoll ist es, für jeden Raum ein eigenes Lichtkonzept zu erstellen, denn nicht überall wird das gleiche Licht benötigt. Eine gute Allgemeinbeleuchtung mit großflächig strahlenden Leuchten ist vor allem in der Küche und im Bad wichtig. Ein kühles Lichtspektrum ersetzt das Tageslicht und macht am Morgen munter. Als Ergänzung dazu eignen sich punktuelle Lichtquellen: Über der Arbeitsfläche leuchten beispielsweise Spots Schneidebretter und Töpfe gut aus. Die Theke und der Essplatz dagegen tauchen mit schicken Pendelleuchten in eine gemütliche Atmosphäre. Sehr komfortabel ist zudem die Beleuchtung von Schränken und Regalen. Im Badezimmer sorgen zusätzliche Spiegelleuchten, die das Licht flächig abstrahlen, für das perfekte Styling. Möchte man entspannen – etwa bei einem Schaumbad oder bei einem Saunagang –, bietet sich indirektes Licht an.

Die LED-Leuchte „Smart White+“ wird über das Smartphone bedient und punktet mit einem großen Farbspektrum. Foto: txn/Carus

Das Wohnzimmer ist ein multifunktionaler Raum, der vielfältig genutzt wird. Die Basis für eine angenehme Beleuchtung bildet hier ein warmes, helles Grundlicht, das sich dimmen lässt. Es hilft dabei, starke Lichtkontraste abzumildern. Gemütliche Lichtinseln schaffen Sie mit punktuellem Licht in Form von Steh-, Tischoder Pendelleuchten. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Lesebereich: Die Leuchten sollten hier verstellbar sein, damit das Licht an die richtige Stelle gelenkt werden kann. Neben einen Lesesessel kann auch eine Stehleuchte stehen, die ihr Licht nicht nur auf das Buch, sondern auch nach oben leitet.

Im Arbeits- und Schlafzimmer

Diese Retro-LED-Lampen von Philips Lighting sind viel zu schade, um sie unter einem Lampenschirm zu verstecken. Foto: Philips Lighting

Im Arbeitszimmer fördert ein helles blendfreies Licht, das sich gleichmäßig verteilt, die Konzentration. Die Augen müssen sich so nicht immer verschiedenen Helligkeiten anpassen. Auf den Schreibtisch gehört zudem eine flexible Schreibtischlampe. Als Alternative dazu gibt es auch höhenverstellbare Pendelleuchten, Stehoder Gelenkarmleuchten. Bei Rechtshändern ist die Lichtquelle links, bei Linkshändern rechts platziert, um störende Schatten der Hände zu vermeiden. Bei der Arbeit mit dem Computer sollte neben der Arbeitsplatzbeleuchtung stets auch die Allgemeinbeleuchtung eingeschaltet sein. So wird ein starker Helligkeitsunterschied vermieden und einer schnellen Ermüdung vorgebeugt.

Last but not least: das Schlafzimmer. Zur Allgemeinbeleuchtung, die warmweiß und dimmbar sein sollte, kommen hier noch die Leuchten am Bett und am Kleiderschrank bzw. am Spiegel. Komfortabel sind Wechsel- oder Mehrfachschalter, mit denen sich alle Leuchten vom Bett aus bedienen lassen. Moderne Sicherheitskonzepte sehen auch einen Schalter in Bettnähe vor, mit dem sich – bei unbekannten Geräuschen – die Außenbeleuchtung direkt einschalten lässt.

Welches Leuchtmittel ist wofür geeignet?

Leuchtmittel

Glühlampe: Einst war sie das dominierende Leucht mittel, aufgrund des hohen Energieverbrauchs kam 2012 das Aus für die Glühlampe. Seither dürfen nur noch Lagerbestände verkauft werden. Ihr Wirkungsgrad liegt nur bei ca. 5 Prozent – eine 100-W-Glühlampe gibt also nur 5 W Licht ab. Der Großteil der Energie geht in Form von Wärme verloren. Die Lebensdauer ist mit ca. 1.000 Stunden eher gering.

Halogen: In Lichtfarbe und Farbwiedergabe kommt die Halogenlampe der Glühlampe am nächsten. Ihre Lebensdauer liegt mit ca. 5.000 Stunden deutlich über der einer Glühlampe. Es gibt sie als Hochvolt- und als Niedervolt-Ausführung, die beide dimmbar sind. Allerdings sind auch sie Temperaturstrahler, die einen hohen Anteil an Wärme produzieren. Wie die Glühlampe sollen auch weniger effiziente Halogenlampen schrittweise vom Markt genommen werden.

Energiesparlampen: Eine sparsame Alternative zur Glühlampe sind Energiesparlampen, die den Schraubsockel E27 und E14 tragen. Sie punkten mit einer langen Lebensdauer, einer hohen Licht ausbeute und einer guten Farbwiedergabe. Ihr Nachteil: Sie spenden nach dem Anschalten erst verzögert das volle Licht. Zudem enthalten sie kleine Mengen Quecksilber, weshalb sie zwingend über den Sondermüll entsorgt werden müssen.

LEDs: Nicht mehr wegzudenken sind inzwischen LEDs, die – in Kombination mit speziell entwickelten Leuchten oder in Form von Schraubund Stecksockeln – den privaten Wohnbereich erobern. Die energieeffizienten Leuchtdioden besitzen eine lange Lebensdauer von mehreren tausend Stunden. Und sie lassen sich leicht steuern: Lichtfarbe und Helligkeit können nach dem Vorbild des Tageslichts verändert werden.

Leuchtstofflampen: Hierbei handelt es sich um Röhren, die mit Quecksilberdampf und Argon ge füllt sind. Sie bieten eine hohe Lichtausbeute, eine gute Farbwiedergabe und eine lange Lebensdauer. Leuchtstofflampen müssen an Vorschaltgeräten betrieben werden, die einen komfortablen und wirtschaftlichen Betrieb sichern.


Das könnte Sie auch interessieren:

Im rechten Licht
Schönes Licht – Lichtplanung
Unser Online-Shop

Immer top informiert: Jetzt für den Newsletter anmelden