Wärmstens empfohlen: Heizen mit Holz

Wärmstens empfohlen: Heizen mit Holz
Foto: Contura

Sie möchten im kommenden Winter das Prasseln des Kaminfeuers genießen? Dann ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um sich über das Thema "Heizen mit Holz" zu Informieren. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten für Kamin- und Pelletöfen vor.

Für Lagerfeuerromantik inmitten des Raums sorgt dieser elegante Heizkamin mit Eckscheibe. Die Verkleidung stammt von CB stone-tec, der Heizkamineinsatz ist von Austroflamm. Scheitholz dient hier als Brennmaterial. Foto: Hagos

Seit etwa 400.000 Jahren nutzen Menschen den Brennstoff Holz. Wie mit allen natürlichen Ressourcen sollte man auch mit Holz grundsätzlich sparsam und bedacht umgehen. Dennoch spricht vieles für das Naturmaterial als Heizmittel. Schließlich handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff – Brennholz ist in Deutschland ein Restprodukt nachhaltiger Forstwirtschaft und steht quasi unbegrenzt zur Verfügung. Es verbrennt emissionsarm und CO²-neutral, und  schafft dabei auch noch ein gutes Raumklima. Holz ist günstiger als Öl und Gas, sodass der Kauf einer Holzheizung eine sinnvolle und umweltfreundliche Investition in die Zukunft darstellt.

Wer als Hausbesitzer mit Holz heizen möchte, sollte zunächst prüfen, ob dies am Wohnort überhaupt gestattet ist. Kommunale erbrennungsverbote bzw. die Verpflichtung, die örtliche Wärmeversorgung mitzunutzen, können dem im Wege stehen. Ist von offizieller Stelle eine Genehmigung eingeholt, sollte im nächsten Schritt zwischen einer Einzelfeuerstätte und einer Zentralheizung gewählt werden. Ein Kamin oder Kachelofen beheizt nur einen Raum, während ein Holzvergaserkessel ein ganzes Haus mit Wärme versorgen kann. Finanziell lohnt sich das Heizen mit Holz in jedem Fall, da der Brennstoff ausgesprochen preiswert ist, insbesondere in waldreichen Gebieten.

Kamin versus Kachelofen

„Roco“, der Pelletofen des Herstellers Rika, lässt sich auch per Smartphone oder Tablet
steuern. Foto: Rika

Ob Kamin oder Kachelofen ist letztlich eine Stil- und Geschmacksfrage. Kamine sind mit ihrem offenen Feuer der Mittelpunkt jedes Raums. Sie lassen sich vergleichsweise schnell installieren und strahlen eine urige Gemütlichkeit aus. Diese kann durch ein ungewöhnliches Kaminmodell auch einen spannenden Kontrapunkt erfahren. So gibt es Kamine, die von der Decke hängen, und solche, die in den Fußboden eingelassen werden und ein ebenerdig brennendes Feuer erzeugen. Ein Kachelofen sollte von einem professionellen Ofenbauer in die Bausubstanz des Hauses integriert werden. Sein großer Vorteil: Er speichert die Wärme und gibt sie sukzessive an seine Umgebung ab, sodass es nach dem Ende des Brennvorgangs noch über Stunden hinweg mollig warm bleibt. Perfekt vor allem für große Räume, die die ausufernden Dimensionen eines Kachelofens vertragen können. Die Preise für einen soliden Kachelofen liegen zwischen 5.000 und 10.000 Euro, einen guten Kaminofen gibt es bereits ab 1.000 Euro.

Wärme im ganzen Haus

Ein Kachelofen gibt überwiegend langwellige Infrarotstrahlung ab, die eine wohltuende
Tiefenwirkung entfaltet. Foto: AdK

Ein Holzvergaserkessel ist die beste Lösung, wenn die Holzverbrennung gleich mehrere Räume mit Wärme versorgen soll. Moderne Holzvergaserkessel setzen über 90 Prozent des Brennstoffs in nutzbare Wärme um – deutlich mehr als Öl- oder Gasheizkassel, die nur ca. zwei Drittel in Heizwärme übertragen. Neuere Modelle arbeiten höchst effizient und sind zudem mit einem Pufferspeicher ausgestattet, preislich liegen sie bei etwa 10.000 Euro aufwärts. Sinnvoll ist die Kombination eines Holzvergaserkessels mit einem zusätzlichen Energieträger wie etwa einer Solarthermieanlage. Dabei ergänzen sich die Wärme quellen optimal: Im Sommer liefern die Sonnenkollektoren ausreichend Wärme, den Kessel muss man damit nicht befeuern. Im lichtarmen Winter kommt dann verstärkt der Ofen zum Einsatz. Für ein solches hybrides Heizsystem kann man beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eine Förderung beantragen.

Pellets oder Scheite?

Beim „ixbase“ von wodtke treffen innovative Steuerungstechnik und moderner Bedienkomfort auf geradliniges Design. Der Pelletofen erhält eine Auszeichnung beim German Design Award 2017. Foto: wodtke

Wer von einem Holzofen träumt, stellt sich meist die klassischen Scheite als Heizmittel vor. Scheitholz ist äußerst dekorativ und günstig, und es kann selbst gespalten werden – ein archaisches Vergnügen, das sich viele Hausbesitzer nicht nehmen lassen wollen. Dennoch haben genormte Pellets aus gepressten Holzspänen den Scheiten einiges voraus. Pelletöfen können vollautomatisch betrieben werden, ohne umständliches Anzünden und lästiges Nachlegen. Holzpellets sind gebrauchsfertig im Baumarkt erhältlich und benötigen keine Trockenzeit. Sie lassen sich platzsparender lagern und ermöglichen einen saubereren Abbrand mit weniger Asche. Ihr Heizwert übertrifft selbst Tophölzer wie zum Beispiel Buchen- oder Eichenholz.

Feinstaub minimieren

Mit seiner Verkleidung aus glatt geschliffenem Sandstein, der Gusseisentür sowie der Glasfront
lässt der „Contura 520S Style“ das Feuer besonders schön lodern. Foto: Contura

Generell gelten Holzöfen als besonders umweltverträgliche Heizvariante. Die beim Abbrand entstehende Asche kann man problemlos im Hausmüll entsorgem oder sogar als Dünger nutzen. Dennoch können der im Vergleich zu Öl und Gas sehr hohe Feinstaubgehalt sowie das hochkonzentrierte Kohlenmonoxid in den Abgasen einer Holzheizung problematisch sein. Bei einer Untersuchung des Umweltbundesamts überstieg die gemessene Feinstaubemission aus Holzfeuerungsanlagen sogar den Schadstoffausstoß, der durch Treibstoffverbrennung im Straßenverkehr verursacht wurde. Im Januar 2015 wurden die Obergrenzen für Einzelraumfeuerungsanlagen vom Gesetzgeber nochmals verschärft. So darf etwa bei Neuanlagen der Feinstaubausstoß 0,02 g Staub/m³ nicht überschreiten. Eine gute Wahl sind daher Holzpelletkessel mit Feinstaubfiltern, die die Luftqualität rund um die Feuerstätte deutlich erhöhen. Das Gütesiegel „Blauer Engel“ garantiert dabei die Einhaltung der hohen Anforderungen nach der Bundesemissionsschutzverordnung.

Holz als Hingucker

Eine raffinierte Kombination aus Kaminofen und Schornstein liefert der Hersteller Schiedel
mit seinem Ofensystem „Kingfire“. Hier das Modell „Rondo“. Foto: Schiedel

Der ästhetische Aspekt von Holz als Brennstoff kommt nicht nur im Flammenspiel, sondern auch in der Lagerung zum Ausdruck. Gerade Scheitholz lässt sich als Eyecatcher inszenieren, entweder in einem speziellen Holzregal in der Nähe des Ofens oder sogar im Ofen selbst – viele moderne Feueröfen haben dafür offene oder verglaste Aufbewahrungskammern. Holz sollte sonnig und gut belüftet, aber vor Regen geschützt gelagert werden, etwa in einem luftigen Schuppen. Im Ofen verbrannt werden dürfen Holzscheite erst dann, wenn die Holzfeuchte unter 20 Prozent liegt, wofür bei den meisten Holzarten mindestens ein bis zwei Jahre Lagerung notwendig sind. Mithilfe eines Holzfeuchte-Messgeräts lässt sich leicht feststellen, wann der gewünschte Trocknungsgrad erreicht ist. Wer keine geeigneten Lagermöglichkeiten hat (für ein Einfamilienhaus sollten es etwa zwölf Raummeter sein), kann in manchen Wohngegenden auf ein  Brennholz- Abo zurückgreifen, dass von vielen Holzfachhändlern lokal angeboten wird. Dabei wird regelmäßig Ofenholz geliefert, der Aufwand des Schichtens und Einlagerns entfällt.

5 Tipps für schadstoffarmes Heizen

Tipp 1: Geeignetes Brennholz verwenden.
Tipp 2: Bedienungsanleitung lesen.
Tipp 3: Rauchentwicklung vermeiden.
Tipp 4: Keinen Müll abfackeln.
Tipp 5: Sparsam heizen.

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