Heller im Keller

Heller im Keller
Foto: epr/Aco Hochbau

Soll im Keller auch gespielt, gesportelt oder gewohnt werden, ist eine gute Beleuchtung erforderlich. Die gelingt im Untergeschoss mit einer Kombination aus geschickt geplanten Lichtschächten und moderner LED-Technik.

Nach wie vor gehen Keller ihrer klassischen Aufgabe als Wasch- und Trockenraum, zur Unterbringung der Heizung sowie der Hausanschlüsse nach. Das ist jedoch nur eine – kleine – Seite ihres Aufgabenspektrums: Denn vor allem bieten sie die Möglichkeit, den Wohnraum zu erweitern. Ob als Hobbyraum, zusätzliches Büro oder private Fitness- bzw. Wellnessoase, das Potenzial von modernen Wohnkellern ist riesig.

Für ein gemütliches Souterrain bedarf es aber vor allem viel Licht und einer guten Belüftung. Außer beim Bauen am Hang, bei dem bereits aufgrund des abfallenden Geländes ein zumindest teilweise frei stehender und belichteter Keller geschaffen wird, sind für dieses Ziel besondere bauliche Maßnahmen erforderlich, da Keller heutzutage nahezu vollständig in den Boden versenkt werden. Meist verbleibt vom Bodenniveau des Erdgeschosses nur ein Höhenunterschied von 15–20 cm zur Oberfläche des umgebenden Geländes. Damit natürliches Tageslicht ins Untergeschoss gelangen kann, müssen daher Kellerfenster eingeplant werden, die entweder durch vorgelagerte Lichtschächte oder durch Abgrabungen die Lichtausbeute vergrößern. Heller im Keller, heißt es dann.

Tageslicht einlassen

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Hier holt ein schmales horizontales Lichtband Tageslicht ins Untergeschoss. Großflächig verbaut macht es den Keller sehr hell. Foto: Knecht Kellerbau

Die größte Lichtausbeute für das Souterrain lässt sich durch Abgrabungen vor den Kellerfenstern erzielen. Dabei wird das Gelände vor dem Kellerfenster abgeböscht, um freien Raum zwischen Fenster und Geländeoberfläche zu schaffen. Je nach örtlichen Gegebenheiten und Genehmigungsfähigkeit lassen sich auf diese Weise nicht nur großzügige Fensterflächen, sondern zusätzlich auch ein separater Eingang realisieren. Doch Vorsicht! Dies ist nur möglich, wenn der Bemessungswasserstand unterhalb des Fensters bzw. der Tür liegt. Grundwasser oder aufstauendes Niederschlagswasser müssen zuverlässig unterhalb abgeleitet werden können, damit es zu keinem Rückstau kommen kann. Ein Baugrundgutachten liefert hier Aufschluss.

Sind Abgrabungen zulässig und technisch möglich, sorgen Abböschungen nicht nur für viel Licht und Luft im Untergeschoss, sondern erfüllen auch die gesetzlichen Anforderungen eines weiteren Rettungswegs. Ist dann noch die Abböschung attraktiv bepflanzt, steht einem angenehmen Wohnen im Keller schließlich nichts mehr im Wege. Die architektonischen Möglichkeiten hierzu sind vielfältig und bieten moderne und hochwertige Lösungen für jedes Budget.

Achtung: Zweiter Rettungsweg!
Nicht nur heller soll es im Keller werden. Neben Licht und Luft benötigen Aufenthaltsräume in Kellergeschossen einen zweiten Rettungsweg. Dieser muss mindestens einen Öffnungsquerschnitt von 60 cm x 100 cm aufweisen und auch ohne Werkzeuge zu öffnen sein.

Noch heller mit natürlichem Licht: Kellerschächte

Der „Lichtfluter“ ist ein spezielles Bauelement, das durch seinen Neigungswinkel optimalen Lichteinfall ermöglicht. Foto: Knecht Kellerbau

Weniger aufwendig lassen sich mithilfe von Lichtschächten Licht und Luft ins Souterrain bringen. Sie werden an die Kelleraußenwand des Hauses angefügt. Anders als bei abgeböschten Kellerfenstern wird hierbei nur durch einen angefügten Schacht ausreichend Abstand zwischen Erdreich und Fenster gebracht, um Lichteinfall und Luftaustausch zu ermöglichen. Entsprechend geringer ist die Lichtausbeute. Während Lichtschächte aus Beton verrottungsfest sind und den mechanischen Belastungen beim Verfüllen der Baugrube besser standhalten sowie größere Fensterausschnitte (je nach Modell und Hersteller bis zu 2 m) und Tiefen (bis zu 1 m) zulassen, reflektieren weiß gehaltene Lichtschachtkörper aus Kunststoff das zur Verfügung stehende Tageslicht besser.

Letztere bestehen dabei aus recyclingfähigem, glasfaserverstärktem Kunststoff und weisen ebenfalls eine hohe Formstabilität auf. Vor allem aufgrund ihrer einfachen und zeitsparenden Montage haben sich Kunststofflichtschächte gegenüber solchen aus Beton weitgehend durchgesetzt. Je nach Einsatzbereich und Ausführung können sie direkt an der Kellerwand, auf der Dämmschicht (Perimeterdämmung) oder auch druckwasserdicht (auf einer weißen oder schwarzen Wanne) montiert werden. Als Abdeckung der Lichtschächte dienen Lichtschachtroste, die je nach Ausführung begehbar oder befahrbar sind. Dabei gibt es Lichtschachtkörper entweder einzeln oder als Komplettsets (Lichtschacht, Rost, Befestigungszubehör und gegebenenfalls Entwässerungsanschluss) in Größen bis zu ca. 1,20 m und Tiefen von in der Regel 40, 50 oder 60 cm. Großlichtschächte mit einer Tiefe von 70 cm sind ebenfalls erhältlich, allerdings in der Regel nicht befahrbar, und ihre druckwasserdichte Montage ist problematisch.

Heller mit Technik: Bewegungsmelder

Intelligente Lichtsteuerung: Alle „Zigbee“-Leuchten von Paulmann sind mit dem Smarthome-System von ubisys kompatibel. Foto: Paulmann/ubisys

Nicht nur aus Energiespargründen, sondern auch zugunsten eines angenehmen Raumklimas ist es sinnvoll, Kellerräume möglichst natürlich zu belichten. Ist dies aus technischen Gründen jedoch nicht möglich, kann man für das Untergeschoss auch eine intelligente Lichttechnik wählen. Insbesondere mit den heute gebräuchlichen Hochleistungsleuchtdioden ergibt das eine sparsame und zugleich angenehme Beleuchtung. Unabhängig von der sonstigen Beleuchtungssituation im Kellergeschoss sind Treppenräume oder Flure in der Regel immer Dunkelbereiche, die künstliches Licht benötigen. Besonders elegant kann man solche Durchgangsräume mit Bewegungsmeldern ausstatten. Gleichzeitig wirkt man so dem typischen „Vergessen des Lichtausschaltens“ entgegen, da sich diese nach kurzer Zeit automatisch wieder abschalten. Für Nutzräume wie Heizraum, Waschraum oder Abstellraum, in denen man sich länger aufhält, sind Bewegungsmelder jedoch eher ungünstig. Diese Räume sollten über einen Lichtschalter mit einer zweckmäßigen Beleuchtungseinrichtung verfügen. Eine hohe Lichtausbeute bieten beispielsweise Leuchtstoffröhren oder Leuchtmittel mit moderner LED-Technik.

LED-Technik

Schön und sicher: Diese Treppe, die ins Untergeschoss führt, wurde mit kleinen LEDs an der Wandseite sehr elegant beleuchtet. Foto: epr/Kenngott

Dank der Leuchtdiodentechnik sind dem Geschmack und der Kreativität der Lichtplanung auch im Untergeschoss keine Grenzen mehr gesetzt. Von flachen und sehr hellen Decken-Leuchtpaneelen, die zunehmend alte Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen ablösen, bis hin zu LED-Strips stehen vielfältige Möglichkeiten für eine zweckmäßige und schöne Beleuchtung zur Verfügung. Über die Lichtfarbe, von Kaltweiß (ca. 6 500 K) bis hin zu Bernstein (ca. 2 700 K), lässt sich darüber hinaus die Lichtstimmung beeinflussen.

Einfach und unkompliziert gelingt dies etwa mithilfe von LED-Strips. Sie bestehen aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau und man kann sie über elektronische Steuerungen sogar mehrfarbig ansteuern und heller und dunkler einstellen. Mit ihnen lässt sich nahezu jede gewünschte Lichtfarbe erzeugen. Die Leuchtmittel sind dabei sowohl als Glühbirnen- als auch als Leuchtstoffröhren oder quasi als Endlosstreifen von der Rolle erhältlich. Letztere kommen besonders gut auf Schränken oder hinter Blenden als indirekte Beleuchtung zur Geltung. Zusätzliche Lichtquellen runden schließlich das Profil eines gemütlichen Wohnkellers ab. Das können beispielsweise ein geschickt platzierter Deckenleuchter oder eine elegante Tischleuchte sein.

Lesen Sie auch unsere Checkliste, wie man mehr Licht in den Keller bekommt.


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