Honorar für die Genehmigungsplanung

Honorar für die Genehmigungsplanung

Wussten Sie, dass Sie das Architektenhonorar für die Genehmigungsplanung nicht zahlen müssen, wenn die Planung unbrauchbar ist?

Wenn bei Planung und Bau eines Hauses die Kosten explodieren, ist Ärger vorprogrammiert. Selbst dann, wenn dies nur auf dem Papier geschieht, so wie in einem Fall, den der Bundesgerichtshof (BGH) unter dem Aktenzeichen VII ZR 230/11 entschied. Geklagt hatte ein Architekt, der das Honorar für die Genehmigungsplanung eines Wohnhauses verlangte. Diese Planung hatte der Auftraggeber nie verwirklicht, weil sie für ihn unbrauchbar sei. Die Begründung: Die veranschlagten Planungsbaukosten hätten weit über dem vorgegebenen Kostenrahmen gelegen. Der Architekt bestritt wiederum, dass eine Bausummenobergrenze vereinbart worden sei.

Das sagt das Gericht zum Honorar

Braucht es grundsätzlich auch nicht, widersprach der BGH dem Kläger. Die richterliche Begründung: Ein Architekt ist grundsätzlich verpflichtet, bereits im Rahmen der sogenannten Grundlagenermittlung mit dem Auftraggeber den wirtschaftlichen Rahmen für ein Bauvorhaben abzustecken und dessen Kostenvorstellungen zu berücksichtigen. Diese seien in dem Sinne verbindlich und würden Vertragsinhalt, wenn der Architekt ihnen nicht widerspricht. Hat der Planungsfachmann Zweifel, wie viel der Bauherr ausgeben möchte, muss er den Sachverhalt klären. Überschreitet er den vorgegebenen Kostenrahmen, und ist die Planung deshalb unbrauchbar, kann der Anspruch auf Honorar nach Meinung des BGH entfallen.

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