Hybridheizungen: Gemeinsam sind wir stärker

Hybridheizungen: Gemeinsam sind wir stärker
Dieser Ofen ist so ausgestattet, dass er überschüssige Heizenergie in den Kreislauf der Zentralheizung einspeisen kann. Foto: Schiedel

Ohne es zu wissen, haben sehr viele Hausbesitzer bereits eine Hybridheizung. Darunter versteht man Systeme, bei denen zwei oder mehrere Heiztechniken kombiniert werden. Sie nutzen dabei jeweils die Vorteile der verschiedenen Technologien und binden häufig erneuerbare Energien in die Wärmeversorgung eines Gebäudes ein.

Hybridheizungen-Viessmann

Unter www.viessmann-hybrid.de lässt sich ermitteln, welche Einsparungen mit einem Hybridgerät möglich sind. Foto: Viessmann Werke

Verschiedene Heiztechniken zu kombinieren bringt in den meisten Fällen deutliche Vorteile. Vor allem wird eins: Energie gespart. Oft verbindet man klassische Heizungssysteme mit erneuerbaren Energien. Beim Neubau hat man in der Regel wenig Wahl, denn die gesetzlichen Bestimmungen des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) schreiben vor, dass ein Teil der Wärme durch erneuerbare Energien gedeckt werden muss. Holzheizungen und Wärmepumpen erfüllen diese Anforderungen, beim Einsatz fossiler Energieträger wie Gas müssen 15 Prozent der benötigten Heizwärme durch erneuerbare Energien wie Sonnenenergie gedeckt werden. Für Altbausanierungen gibt es vergleichbar Bestimmungen bisher nur im Bundesland Baden-Württemberg.

Gas oder Holz plus Solar

Vielleicht die häufigste Hybridlösung: die Kombination eines Heizkessels mit Sonnenkollektoren. Bei entsprechender Kollektorfläche lassen sich durch die Sonnenwärme im Verlauf eines Jahres rund zwei Drittel des benötigten Warmwassers erwärmen, in diesem Fall ist ein Brauchwasserspeicher erforderlich. Dies ist oft eine besonders wirtschaftliche Lösung, da sich die Anschaffungskosten mit rund 4.000 bis 6.000 Euro in Grenzen halten. Bei größerer Auslegung kann die Sonne auch 20 bis 40 Prozent der Heizwärme zur Verfügung stellen, dann wird ein Heizwasserspeicher eingesetzt. Die Warmwasserbereitung erfolgt entweder durch einen kleinen integrierten Brauchwassertank oder im Durchflussprinzip. Die Kosten schlagen mit ungefähr 8.000 bis 10.000 Euro zu Buche.

Eine Wärmepumpe mit Zusatzheizung

Hybrudheizungen-Sonne-EON

Mit PV-Anlage und Stromspeicher lässt sich zum Beispiel ein Teil der Antriebsenergie für eine Wärmepumpe selbst herstellen. Foto: djd/E.ON

Luftwärmepumpen benötigen einen zusätzlichen Wärmeerzeuger, der die Spitzenlast an den kälteren Tagen im Winter
abdecken kann. Nutzt man die Energiequelle Erdreich, kann ein weiterer Wärmeerzeuger für den Spitzenbedarf den baulichen Aufwand verringern und den Gesamtwirkungsgrad verbessern. Als zusätzliche Wärmeerzeuger sind zum Beispiel Gas- oder Pelletkessel einsetzbar. Von Herstellern werden sogenannte Gas-Hybrid- oder Pellet-Hybrid-Wärmepumpen angeboten, bei denen Wärmepumpe und Kessel optimal aufeinander abgestimmt sind oder gar in Form eines Kombigeräts im gleichen Gehäuse verbaut sind. Wärmepumpen lassen sich auch mit Solarenergie kombinieren. Bei geringem Restwärmebedarf können auch Kaminöfen mit Wassertasche als zusätzlicher Wärmeträger dienen. Bei sehr energiesparenden Häusern wird in der Regel eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung mit einem Wärmeerzeuger kombiniert. Bei Passivhäusern kann Strom auch komplett den Restwärmebedarf decken, zum Beispiel über eine Lüftungsanlage.

Kombinationen gefragt

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, verschiedene Heizsysteme zu kombinieren. Ausschlaggebend für die Entscheidung sind nicht nur die Kosten, sondern auch die technischen Möglichkeiten und nicht zuletzt die persönlichen Vorlieben. Je mehr Systeme kombiniert werden, desto teurer wird die Heizungsanlage. Demgegenüber lässt sich der Energiebedarf durch hybride Heizungssysteme spürbar oder gar deutlich senken. Eingerechnet werden müssen auch die Kosten, die bei Neubauten entstehen würden, wenn man die vorgeschriebene Nutzung erneuerbarer Energien durch einen höheren Dämmstandard kompensieren müsste. Da hybride Systeme vielfach zum Klimaschutz beitragen, werden sie gefördert. Förderungen gibt es zum Beispiel für Wärmepumpen, vielfach für Holzheizungen und den Einsatz von Sonnenenergie für die Heizungsunterstützung. Förderungen gibt es auch, wenn die Heizungsanlage dazu beiträgt, dass energiesparende KfW-Effizienzhäuser entstehen – sowohl beim Neubau wie bei der Sanierung (dazu Näheres unter www.kfw.de). Klar ist: Alle Berechnungen über Amortisierungen können nur grobe Schätzungen sein, denn sie beruhen auf den derzeitigen Energiekosten. Die Preisentwicklung für die nächsten Jahre vorauszusehen, ist unmöglich.

Vor- und Nachteile von Hybridheizungen

Vorteile

meist deutliche Energieeinsparung

oft Förderung bei Neubau und Sanierung

Nachteile

meist deutlich hohe Investitionskosten

aufwendige Planung 


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