Innentüren sanieren oder austauschen

Innentüren sanieren oder austauschen
Akzente setzen: Das Modell „Typ 30“ von Kilsgaard fällt durch seine tief strukturierte Oberfläche ins Auge. Foto: Kilsgaard

Wenn Innentüren in die Jahre gekommen sind – sei es, dass sie nach jahrzehntelangem Gebrauch unschöne Blessuren aufweisen oder dass sie nicht mehr zum Wohnkonzept passen –, stellt sich die Frage, ob eine gründliche Aufarbeitung ausreicht, um sie in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Oder ist ein Komplettaustausch nötig?

Zimmertüren mit Kratzern, Stoßkanten oder Schäden im Lack sind nicht schön anzusehen und beeinträchtigen die Behaglichkeit eines Raums. Aber auch eine neue Raumgestaltung kann Grund dafür sein, Türen auszutauschen. Generell ist das Angebot an Innentüren im Fachhandel und in Baumärkten riesig. Je nach Einsatzbereich und Design werden glatte Türen oder Stiltüren mit furnierter oder beschichteter Oberfläche angeboten.

Neue Beschläge

Auch der Tausch der Drückergarnitur trägt zu einem frischen Look der Tür bei. Die Auswahl ist riesig, sodass für jeden Wohnstil die passende Klinke dabei ist. Foto: djd/Türenheld.de

Geht es nur darum, durch jahrelangen Gebrauch wackelig gewordene Türgriffe zu erneuern oder alte Türen aufzupeppen, kann es manchmal bereits ausreichend sein, mit neuen Türbeschlägen für Veränderung zu sorgen. Grundsätzlich umfasst der Begriff Beschläge sowohl den schlossseitigen Beschlag (Türschloss mit Schlosskasten und Schlüssel, Türdrücker und entsprechende Abdeckung), als auch Angeln und Türbänder.

Für ein Umstyling lässt sich in der Regel schnell und leicht die Drückergarnitur wechseln. Ein Austausch, der bei Innentüren meist sehr einfachen Schließvorrichtungen, den sogenannten Buntbartschlössern, ist dafür nicht zwingend erforderlich. Entsprechende Drückergarnituren sind in unterschiedlichsten Formen und Materialien – von Aluminium über Edelstahl bis hin zu Kunststoff sowie Messing – erhältlich. Die klassischen Langschildgarnituren (Abdeckung umfasst Drücker und Schloss) sind dabei heute zugunsten von zweiteiliger Rosettengarnituren oder Studiobeschlägen, bestehend aus einer Türklinke sowie einer separaten Abdeckung für das Schlüsselloch, etwas aus der Mode gekommen.

Schneller Wechsel

Die Rosette „mini“ von Hewi setzt den Türdrücker gekonnt in Szene. Befestigen lässt sie sich,ohne bohren. Foto: Hewi

In der DIN 18101 sind alle eine Tür in ihrer Gesamtheit betreffenden Maße festgelegt, sodass die Bestandteile einer heute gebräuchlichen „Normtür“ problemlos untereinander austauschbar sind. Grundsätzlich kann also jede neuere Drückergarnitur mit relativ geringem Aufwand ausgetauscht werden. Meist sind die Drücker mit Madenschrauben oder über einen Splint, der durch den beide Seiten verbindenden Vierkant hindurchreicht, befestigt. Um die alte Drückergarnitur zu entfernen, wird anfangs dieser Splint (meistens nach oben) ausgetrieben oder die entsprechende Befestigungsschraube ausgeschraubt. Ist der Drücker entfernt, kann das Türschild danach abgeschraubt werden. Die neue Drückergarnitur lässt sich dann in umgekehrter Reihenfolge wieder montieren.

Größte Herausforderung bei der Selbstmontage neuer Beschläge ist es, die korrekte Position der Bohrlöcher zu ermitteln. Die meisten Türgarnituren werden jedoch mit entsprechenden Bohrschablonen geliefert, die das passgenaue Bohren erleichtern. Aufwendiger wird es beim Wechsel einer Schildgarnitur auf eine Rosette, da dabei alte Schraublöcher im Türblatt sichtbar bleiben und diese entsprechend durch Verschließen und Überstreichen einer Ausbesserung bedürfen.

Frischer Look bei Innentüren

Strahlend weiß: Ein neuer Anstrich von Rahmen und Tür – etwa mit den Farben von Alpina – wirkt manchmal schon Wunder. Foto: epr/Alpina

Nicht immer ist ein Austausch einer Innentür sinnvoll. Gerade bei besonders hochwertigen alten Türen aus Massivholz oder historisch wertvollen Türen ist ein Aufarbeiten vorzuziehen. Zudem sind solche Türen meist vom Schreiner angefertigte Unikate, die keiner heute gängigen Norm entsprechen und durch die aufwendige und kostenintensive Maßanfertigung nur schwer ausgetauscht werden können. Um alte Türen in Wert und Gestalt sachgerecht wiederherzustellen, ist es meist ratsam, einen Fachmann (Maler oder Schreiner) mit der Aufarbeitung zu betrauen.

Weniger anspruchsvolle Türen kann der geübte Handwerker durch entsprechendes Abschleifen, Spachteln und Neulackieren durchaus auch selbst auffrischen. Dies gilt jedoch nur, wenn es sich dabei um Holztüren handelt, die entsprechend bearbeitet werden können. Türen mit beschichteter Oberfläche lassen sich in der Regel nur komplett austauschen.

Wenn’s neu sein soll

Die Fachleute von Portas bereiten bei einer Türenrenovierung den Kern der Tür sorgfältig auf. Noch am selben Tag sind die Türen wieder eingesetzt. Foto: epr/Portas

Möchte man mit einer neuen Innentür frischen Wind ins Eigenheim bringen, oder ist die Tür zu stark beschädigt, bleibt nur der Austausch. In diesem Fall ist abzuklären, ob die Tür komplett, also Zarge und Türblatt, auszutauschen oder nur das Türblatt zu wechseln ist.

Der Ausbau alter Zargen ist eine staubige Angelegenheit! Besonders in älteren Häusern, bei denen die Zargen noch mit alten Einbaumethoden gesetzt wurden, können beim Entfernen große Löcher in der Laibungsmauer zurückbleiben, die aufwendig nachgespachtelt und verputzt werden müssen. Zudem stellt sich bei Altbauten meist das Problem, dass Wandöffnung und Wandstärke nicht der heutigen Norm entsprechen und somit keine fertig zu kaufenden Türen eingesetzt werden können. Einfacher ist es bei Türen nach DIN-Norm. Hier können Sie auch das Türblatt alleine, ohne aufwendige Demontage und Neusetzen der Türzarge, ausgetauschen. Türzargen und Türblätter sind in der Regel im Baumarkt oder im Baustofffachhandel getrennt zu erwerben. Noch ein Praxistipp: Stellen Sie sich auf die Seite, nach der die Tür öffnet. Wenn sich die Türangeln nun links befinden, benötigen Sie eine Tür in DIN-links, wenn sie rechts sind eine DINrechts- Tür.

Zarge austauschen

Auch der Türrahmen prägt die Optik eines Raums. Dank innovativer Zargensysteme unterstreicht er hier wie eine feine Linie das Erscheinungsbild der Tür. Foto: epr/vitaDoor

Soll auch die Zarge mit ausgetauscht wer – den, benötigen Sie die genauen Rohbau – maße der Türöffnung. Dazu sind die lichte Weite (Höhe und Breite) der Wandöffnung und die Wandstärke zu ermitteln. Bei alten Türstöcken ist es dazu hilfreich, die alte Zarge unten auszusägen, um die tatsächliche Position des Mauerwerks für das Aufmaß feststellen zu können. Am gebräuchlichsten und am leichtesten in Selbstmontage zu setzen sind die sogenannten Umfassungszargen. Sie bestehen aus einem L-förmigen Grundkörper, der auf das Mauerwerksloch von einer Seite aufgesteckt wird und der bereits die Bänder und das Schließblech enthält.

Fleißige Handwerker vor

Smarte Technologie für die Tür: Das elektronische Türschloss von WIR elektronik bleibt völlig unsichtbar. Foto: WIR elektronik/vitaDoor/akz-o

Wer beim Einbau der Zarge selbst Hand anlegen möchte, benötigt neben ein paar einfachen Werkzeugen und Materialien vor allem Geduld beim Ausrichten der Zarge. Zunächst gilt es, die alten Einbauten möglichst schonend zu entfernen, um ein Nacharbeiten von ausgebrochenem Putz und Mauerwerk zu vermeiden. Ist die alte Zarge vollständig entfernt, ist eine Vormontage (verschrauben und verleimen) der neuen Zarge und Deckblende, jeweils bestehend aus zwei Seitenteilen und einem Sturzteil, notwendig. Die fertig montierte Zarge kann nun von einer Seite in die Maueröffnung eingesetzt werden. Jetzt kommt der schwierigste Teil, bei dem die Türzarge mit sogenannten Türspreizern oder auch nur mit Brettchen und Beilegklötzchen von oben nach unten parallel und lotrecht auszurichten ist. Gleichzeitig wird sie zwischen Mauerwerk und Innenseite der Türzarge mit Keilen fixiert. Ein präzises Ausrichten ist besonders wichtig, da andernfalls die Tür später entweder auf- oder zufällt oder klemmt.

Bei wenig beanspruchten Innentüren reicht ein Ausschäumen des Zwischenraums mit Montageschaum, um diese ausreichend im Mauerwerk zu fixieren. Nach der vorgegebenen Trocknungszeit kann überquellender Schaum abgeschnitten werden. Die Türzarge umfasst nun die Mauer zweiseitig (auf einer Außenseite und auf der Innenseite der Laibung). Sie besitzt eine Nut, in die die Deckblende auf der noch unverkleideten Seite der Türöffnung dann nur noch hineingesteckt und gegebenenfalls verleimt wird. Schließlich kann das Türblatt eingehängt und so nachgestellt werden, dass es gut passt und leicht schließt.


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