Kamine und Kachelöfen: Wärme mit Wohlfühlfaktor

Kamine und Kachelöfen: Wärme mit Wohlfühlfaktor
Auch Kachelöfen können modern aussehen und gleichzeitig für eine gemütliche Atmosphäre sorgen. Foto: AdK/www.kachelofenwelt.de/Zehendner/akz-d

Moderne Kachelöfen, Heizkamine und Kaminöfen sind Designobjekte, die dem Wohnambiente das gewisse Etwas verleihen. Mit ihnen zieht neben gemütlicher Feuerromantik auch eine umweltfreundliche Wärmequelle ins Haus ein, die sich mit anderen Heizsystemen im Hybridverbund vernetzen lässt.

Heizen mit Holz ist einfach gemütlich: In diesem Fall ist der Kachelofen Mittelpunkt und Raumteiler zugleich. Foto: Union/Camina Schmid/akz-o

Von Feuer geht eine ganz besondere Magie aus. Kaum einer kann sich der Anziehungskraft des Flammenspiels entziehen. Eine Holzfeuerstätte im Haus wärmt also nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Moderne Heizkamine, Kachelöfen und Kaminöfen schmeicheln darüber hinaus auch dem Auge. Ein Wohlfühlfaktor also. Und wie Wärmeskulpturen werten sie den Wohnraum auf. Mittlerweile gibt es für jeden Geschmack und Lifestyle das in Form, Farbe und Material passende Ofendesign – vom puristischen Kamin mit Panoramaglasscheibe über den Schwedenofen im Specksteinmantel bis hin zum klassischen Kachelofen mit Kochstelle.
Wer mit Holz heizt, beruhigt außerdem sein ökologisches Gewissen: Der Brennstoff aus dem Wald spart fossile Energien, indem er CO²-neutral verbrennt. Das geschieht heute so sauber und effizient, dass neue Holzfeuerstätten sogar bei Feinstaubalarm betrieben werden dürfen.

Kleines Ofen-ABC

Kamin, Kaminofen oder Kachelofen? Das ist nicht nur eine Frage der Optik. Denn jede Variante heizt auf eine andere Art und Weise.

Heizkamin

Wohlfühlfaktor-Kamin

Der Heizkamin „Contura i41“ passt perfekt in ein modernes Wohnambiente. Maximaler Feuerschein dank Eck-Sichtscheibe. Foto: epr/Contura

Die ursprünglichste Form ist der Heizkamin. Im Vergleich zu Kamin- und Kachelofen weist er einen niedrigeren Wirkungsgrad auf, auch wenn heute die Flammen in der Regel hinter großen Glasscheiben züngeln und durch diese geschlossene Bauweise weniger Wärme über den Schornstein entweicht, als das früher bei einem offenen Kamin der Fall war. Heizkamine geben die Wärme schnell ab. Über Öffnungen gelangt die warme Luft in den Raum. Zur besseren Wärmespeicherung kann ein Kamineinsatz Nachheizflächen in Form eines keramischen Zugsystems oder eines Speicheraufsatzes erhalten. Im Vordergrund steht bei einem Heizkamin jedoch ganz klar die Feueratmosphäre, die durch eine großzügige Verglasung des Feuerraums perfekt in Szene gesetzt wird.

Kaminofen

Wohlfühlfaktor-Kaminofen

Kaminöfen mit schlichtem Design und geradliniger Form liegen im Trend. Hier das Modell „Sendai Pro“ von Hase. Foto: Hase

Wer weniger Platz zur Verfügung hat, für den ist ein Kaminofen die bessere Lösung. Außer einem Anschluss an eine Abgasleitung sind keine größeren Baumaßnahmen nötig. Weil die ersten Kaminöfen aus Skandinavien stammten, werden sie heute auch noch gern als Schwedenöfen bezeichnet. Sie gelten als die „Sprinter“ unter den Holzfeuerstätten. Kaum angezündet, verströmen sie Wärme. Dabei handelt es sich wie beim Kamin überwiegend um Konvektionswärme, also um die Erwärmung der Luft.

Ein Kaminofen hat üblicherweise einen metallenen Feuerraum, der mit Schamotte ausgekleidet ist. Hinsichtlich der Form und der Verkleidung des wärmenden Solitärs sind der Fantasie heute keine Grenzen gesetzt. Es gibt sie in rund und eckig, mit Mantel aus Stahl, Edelstahl, Keramikkacheln oder auch Naturstein. Je nach der Wärmespeicherfähigkeit des Verkleidungsmaterials ist der Anteil der Strahlungswärme, die der Kaminofen abgeben kann, unterschiedlich groß. Im Gegensatz zur Konvektionswärme erhitzt Strahlungswärme nicht die Raumluft, sondern die im Raum befindlichen Gegenstände und Körper, die wiederum die Wärme gleichmäßig und ohne Luft- bzw. Staubverwirbelungen an die Raumluft abgeben. Strahlungswärme wird daher als besonders angenehm empfunden.

Kachelofen

Wohlfühlfaktor-Kachelofen

Hingucker: Hier ist der keramische Kachelofen das tonangebende Designelement im Raum. Foto: epr/Verband der Keramischen Industrie/Kaufmann

Weil Kachelöfen aufgrund ihrer Bauweise vor allem behagliche Strahlungswärme verströmen, werden sie auch als Strahlungsöfen bezeichnet. Kachelöfen werden immer gemauert. Generell unterscheidet man Grundöfen von Warmluftkachelöfen. Wie es der Name schon andeutet, wird bei einem Grundofen das Feuer nicht auf einem Rost, sondern auf dem Grund des Ofens, dem Schamottstein, angezündet. Die durch das brennende Holz entstehenden Heizgase durchströmen dann die im Innern verbaute Speichermasse, die sich erwärmt. Nach und nach gibt die Speichermasse die Wärme dann über Stunden an den Wohnraum ab. Einen solchen Grundofen muss man nur ein- bis zweimal am Tag befeuern, um eine anhaltende Wärmeabgabe zu erhalten.

Da diese Urform des Kachelofens jedoch recht träge ist und erst langsam auf Temperatur kommt, wurden Warmluftkachelöfen entwickelt, die schnellere Konvektionswärme bereitstellen. Diese Ofenvariante besteht aus einem Gussheizeinsatz mit nachgeschalteten Heizgaszügen aus Metall oder Keramik, die sich zügig erhitzen. Durch Sockelöffnungen wird Raumluft ins Ofeninnere gezogen, erwärmt und über Luftgitter im oberen Bereich des Ofens wieder abgegeben. Beide Welten vereint der Kombikachelofen, der über metallische Heizflächen direkt nach dem Anheizen Warmluft erzeugt und dann über keramische Nachheizflächen über einen längeren Zeitraum Strahlungswärme abgibt.

Stückholz oder Pellets?

Die Betonblöcke des „Aduro 9 Lux Beton“ speichern die Wärme und geben sie über einen längeren Zeitraum langsam wieder ab. Befeuert wird mit Scheitholz. Foto: Aduro

Holz kann in verschiedenen Formen als Brennstoff dienen. Als Scheit- oder Stückholz ist es am günstigsten über den Förster vor Ort zu beziehen. Für einen Raummeter fertig aufbereitetes Scheitholz müssen Sie zwischen 60 und 100 Euro ausgeben. Je nach Baumart hat das Holz einen anderen Heizwert. Gutes Brennholz ist beispielsweise Buchen- oder Eichenholz. Wichtig ist, dass Sie generell nur unbehandeltes und trockenes Holz verfeuern. Dazu muss gespaltenes Frischholz etwa zwei Jahre lang an einem trockenen Ort lagern.

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Bei Pelletöfen gelangen die Pellets aus dem Vorratsbehälter automatisch in den Brennraum und werden dort elektrisch gezündet. Foto: HKI

Nur halb so viel Lagerraum wie Stückholz nehmen Pellets ein. Das sind naturbelassene Holzreste, die ohne chemische Bindemittel unter hohem Druck zu zylindrischen Stäbchen gepresst werden. Sie können die Presslinge als Sackware beziehen oder in einem Tankwagen anliefern lassen. In einem Pelletofen werden die Pellets vom Vorrats – behälter automatisch in den Brenntopf be – fördert. Das ist komfortabel, denn eine Füllung reicht oft für mehrere Tage. Mittlerweile gibt es neben Kaminen und Kaminöfen auch Kachelöfen, die sich alternativ zu Stückholz auch mit Pellets befeuern lassen.

Der Ofen als Wohlfühlfaktor und Unterstützer

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Links neben dem Kamin verbirgt sich der „Absolut Design Fertigfuß“, eine Schornsteinlösung für Häuser ohne Keller. Foto: Schiedel

Entscheiden Sie sich für einen wassergeführten Ofen mit Wasserwärmetauscher, können Sie die Feuerstätte auch zur Beheizung des ganzen Hauses und zur Brauchwassererwärmung verwenden. Über einen Wasserkreislauf wird dann ein Großteil der Wärme vom Kamin- oder Kachelofen in einen zentralen Pufferspeicher geleitet. So entlastet die Einzelfeuerstätte die Hauptheizung. Vor allem in einem hochwärmegedämmten Neubau macht das Sinn, weil der Raum, in dem der Ofen steht, dann nicht überhitzt.

Entgegen der landläufigen Meinung kann somit auch in einem Passivhaus mit niedrigem Heizbedarf eine Holzfeuerstätte eingebaut werden. Zu beachten ist allerdings, dass diese eine geringe Heizleistung von 3–5 kW hat und raumluftunabhängig betrieben wird. Denn aufgrund der luftdichten Gebäudehülle muss der Ofen die Zuluft über einen externen Kanal erhalten und darf sie nicht aus dem Aufstellungsraum selbst beziehen. Anderenfalls würde der Ofen sprichwörtlich den Bewohnern die Luft zum Atmen nehmen. Bei der Installation der Zu- und Abluftleitungen muss der Monteur besondere Sorgfalt walten lassen, damit die Gebäudehülle dicht bleibt.

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Kaminöfen wie „Peppa“ mit 4–6 kW Heizleistung sind ideal für moderne Häuser mit geringem Energiebedarf. Foto: Leda Werk

Ein weiterer wichtiger Punkt, der beim Einbau eines Holzofens in ein Passivhaus unbedingt beachtet werden muss, betrifft die kontrollierte Lüftungsanlage. Zieht diese mehr Luft nach draußen, als sie zuführt, kann es zu einem Unterdruck im Wohnraum kommen. Dieser Unterdruck aber kann lebensgefährliche Rauchgase aus der Feuerstätte in den Raum ziehen. Daher sollte immer ein Fachmann prüfen, ob bei einem gleichzeitigen Betrieb von Ofen und Lüftungsanlage eventuell Druckwächter oder Kohlenstoffmonoxid- Melder mit Sicherheitsabschaltung eingebaut werden müssen. Achtung: Ähnliches gilt übrigens auch für den gleichzeitigen Betrieb von Dunstabzugshaube bzw. Ablufttrockner und Ofen.


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