Keller ja oder nein: Entscheidung an der Basis

Keller ja oder nein: Entscheidung an der Basis
Blick von oben: Mit einem Fertigkeller aus wasserundurchlässigem Beton gehen Sie auf Nummer sicher. Foto: GÜF/glatthaar-fertigkeller

Mehr Platz, größere Stauflächen, ein deutlich höherer Wiederverkaufswert der Immobilie – generell spricht vieles für den Bau eines Kellers. Doch klar ist: Unterm Strich muss man sich diese Mehrinvestition zu Beginn der Bauphase finanziell einfach leisten können.

Gerade in Gegenden mit hohen Grundstückspreisen lohnt es sich, das Untergeschoss wohnlich auszubauen. Foto: Bürkle Kellerbau

Keller – ja oder nein? Wer sich in der Planungsphase des Hausbaus befindet, wird sich mit dieser Frage beschäftigen. Und da die Ausgaben für einen Keller doch schnell mit mehreren 10.000 Euro zu Buche schlagen, je nach Grundfläche des Hauses und Bodenbeschaffenheit, möchte hier so mancher kostenbewusste Bauherr den Rotstift ansetzen. Allerdings will das gut überlegt sein. Denn die Entscheidung für oder gegen einen Keller treffen Sie nur einmal. Sie lässt sich nicht revidieren.

Keller ja oder nein?

Was spricht gegen einen Keller? Zunächst einmal lässt sich Geld sparen, verzichtet man auf das Untergeschoss. Allerdings müssen Sie trotzdem ein Fundament bzw. eine Bodenplatte erstellen lassen, auf dem das Haus stehen soll. Somit schrumpfen die „gewonnenen“ Euros schon wieder etwas zusammen. Und: Wer sich gegen einen Keller entscheidet, hat natürlich auch weniger Platz zur Verfügung. Das muss nicht nur Stauraum sein, denn richtig gedämmt und intelligent beleuchtet lassen sich dort unten auch ganz komfortable Wohnsituationen einrichten. Zudem muss jeder, der keinen Keller unter dem Haus hat, einen alternativen Raum für die Haustechnik einplanen. Kurzum: Wenn es das Budget irgendwie hergibt, lohnt sich der Bau eines Kellers auf Dauer mit Sicherheit. Nicht zuletzt steigt dadurch ja auch der Wiederverkaufswert einer Immobilie. Doch man muss zum Zeitpunkt des Hausbaus eben erst einmal die Mehrkosten für einen Keller stemmen können.

Intelligent mit entsprechender Abböschung geplant: Moderne Keller sind heute sehr hell und freundlich. Foto: GÜF/Knecht Kellerbau

War früher der reine Nutz- und Vorratskeller die Regel, so bevorzugt man heute bei den meisten Kellerneubauten ein flexibel zu nutzendes Untergeschoss. Sprich die Etage wird von vornherein so dicht und gut gedämmt ausgeführt, dass sie sich immer auch für Wohnzwecke nutzen ließe. Dabei müssen dann die Vorschriften der EnEV an Wohnräume eingehalten werden. Mit dieser Variante bleibt man flexibel, und das sind den meisten Bauherren die Mehrkosten für Dämmung und Dichtung wert. Aufgrund der mittlerweile spürbar höheren Grundstückspreise in vielen Gegenden Deutschlands lohnt es sich eben einfach, die Grundfläche des Hauses optimal auszunutzen. An einen reinen, unbeheizten Nutzkeller werden bzgl. des Wärmeschutzes nicht so hohe Anforderungen gestellt, womit er sich etwas günstiger bauen lässt.

Dicht ist Pflicht

Keller-Bodengutachten

Vor dem Hausbau sollte ein Experte das Baugrundstück gründlich analysieren und ein Bodengutachten erstellen. Foto: GÜF/glatthaar-fertigkeller

Bevor eine Baufirma mit dem Kellerbau beginnt, muss Klarheit über die Bodenbeschaffenheit herrschen. Diese erlangt man zum Beispiel, wenn man ein Baugrundgutachten in Auftrag gibt. Man hat dann die Ergebnisse schwarz auf weiß und kann entsprechend planen. Bei der Untersuchung des Baugrunds spielt mögliche eindringende Feuchtigkeit eine Rolle. Man unterscheidet die Lastfälle Bodenfeuchtigkeit und nicht stauendes Sickerwasser sowie von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser.

Drückt kein aufstauendes Grundwasser auf den späteren Keller, reicht auch eine Abdichtung als „schwarze Wanne“ aus. Dabei wird auf die Außenwände des Kellers, der gemauert oder aus Beton sein kann, ein mehrlagiger Anstrich aus schwarzen Bitumendickbeschichtungen aufgebracht. Alternativ können es auch Bitumenbahnen sein. Die „schwarze Wanne“ benötigt allerdings eine Schutzschicht gegen mechanische Beschädigungen wie beispielsweise Noppenbahnen mit rückseitiger Gleitfolie, Sickerplatten aus Polystyrolkugeln oder eine Perimeterdämmung. Denn würde es zu Beschädigungen von außen kommen, wären aufwendige Nachbesserungsarbeiten mit Erdabtragung nötig, um nachträglich den Keller wieder dicht zu bekommen.

Ist das Untergeschoss drückendem Grundwasser oder aufstauendem Sickerwasser ausgesetzt, muss es besonders gut gegen die drohende eindringende Feuchtigkeit geschützt werden. Dann wird der Keller als „weiße Wanne“ ausgeführt, das gilt genauso auch für Fertigkeller. Für die Bodenplatte und die Kellerwände kommt dabei wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton) zum Einsatz. Eine zusätzliche Abdichtung gegen Feuchtigkeit ist nicht notwendig. Besteht auf dem Bauplatz die Gefahr, dass das Grundstück bei extremem Hochwasser überflutet würde, muss man allerdings auch wasserdichte Lichtschächte und wasserdichte Kellerfenster einbauen.

Warm einpacken

Im Heizkeller sollten Sie Türen wählen, die besonders gut wärme- und schallgedämmt sind, wie die „H8-5“ von Hörmann. Foto: Hörmann

Gegen eindringende Nässe von außen ist der Keller somit geschützt. Doch auch gegen die Kälte muss etwas getan werden, soll ein angenehmes Raumklima im Untergeschoss herrschen. Hier kommt die Perimeterdämmung zum Einsatz. Darunter versteht man die äußere Wärmedämmung erdberührter Bauteile. Die Dämmstoffe müssen hohe Ansprüche erfüllen: Sie dürfen natürlich nicht verrotten und müssen druckfest und feuchtigkeitsunempfindlich sein. Als Dämmstoff erster Wahl gelten hier Hartschäume. Solche Platten lassen sich auch als Schicht unter der Bodenplatte verlegen, dann hat man bei korrekter Ausführung eine geschlossene Dämmung ohne Wärmebrücken. Alternativ dazu kann die Dämmung auch einen Schritt später zwischen Bodenplatte und dem schwimmenden Estrich eingebracht werden. Besonders wichtig ist beim Keller eine professionelle Ausführung aller Arbeiten.

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