Lärmschutz im Garten

Lärmschutz im Garten
Die „NoiStop“-Lärmstopwand von Mobilane besteht aus Modulpaneelen mit einem Kern aus speziell gepresster Steinwolle. Foto: Mobilane

Der eigene Garten ist für viele Menschen ein Ort, wo sie nach einem langen Arbeitstag ihre Seele baumeln lassen können. Liegt dieser jedoch an einer Durchgangsstraße, einer Eisenbahntrasse oder neben einem Gewerbegebiet, ist an Erholung kaum zu denken. Wir zeigen Ihnen, wie Sie endlich Ruhe in die grüne Oase bringen.

Eine begrünte Lärmschutzwand – hier von naturawall – fügt sich harmonisch in das Landschaftsbild ein und schirmt den Lärm der Eisenbahntrasse zuverlässig ab. Foto: naturawall

Es könnte so schön sein: Man kommt nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause und genießt auf der Terrasse die letzten Sonnenstrahlen des Tages – ganz entspannt, vielleicht mit einem guten Buch oder einem Gläschen Wein. Doch statt des geschäftigen Brummens der Insekten und des Zwitscherns der Vögel hat man vorbeirauschende Autos, grollende Züge oder donnernde Lkws im Ohr. Gerade in städtischen Gebieten leiden Anwohner unter dem zunehmenden Verkehr. Fakt ist: Lärm macht auf Dauer krank. Schon bei einem Tagesmittelwert von 65 dB(A) kann es zur Beeinträchtigung der Gesundheit kommen. Die Beschwerden reichen von Schlafstörungen über Depressionen bis hin zu Herz-Kreislauf- Erkrankungen. Ab einer Lautstärke von 85 dB(A) droht eine dauerhafte Schädigung des Gehörs. Zum Vergleich: Eine normale Unterhaltung liegt bei 60 dB(A), ein vorbeifahrendes Auto mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h bei etwa 70 dB(A). Da hilft nur eines: Seine eigene grüne Oase mit einem Lärmschutz ausstatten.

Vor der Planung

Lärm nervt nicht nur, er macht auch auf Dauer krank. Abhilfe schaffen Lärmschutzzäune von Braun & Würfele. Foto: Ulrike Klumpp Fotografie/Braun & Würfele

Während man im Haus mithilfe spezieller Schallschutzfenster und -türen den Lärm effektiv aussperren kann, gestaltet sich der Schallschutz im Garten um einiges schwieriger. Wichtig für die Planung ist die Kenntnis über die Eigenschaften des Schalls. Schallwellen breiten sich ähnlich wie Lichtwellen aus. Kann ich den Verursacher der Störgeräusche sehen, dann höre ich ihn auch. Die Lärmquelle lässt sich also nur wirkungsvoll abschirmen, wenn die Schallschutzmaßnahme entsprechend lang und hoch ist. Zudem muss sie absolut dicht sein und darf weder Lücken noch Fugen aufweisen. Hecken und Gehölze bieten daher nur einen geringen Schutz gegen Störgeräusche. Besser geeignet sind spezielle Lärmschutzwände oder -wälle. Bevor Sie sich jedoch mit den verschiedenen Systemen beschäftigen, sollten Sie abklären, welche Bauweisen auf Ihrem Grundstück zulässig sind. Der erste Weg führt daher zur Kommunalverwaltung. Meist gibt es Vorgaben zur Höhe, zum Material und zum Abstand zur Straße.

Gut zu wissen
Einige Landkreise gewähren eine Förderung auf private Maßnahmen zur Bekämpfung von Straßenlärm. So bezuschusst der Landkreis München beispielsweise die Errichtung von Schallschutzwänden und -wällen an Kreisstraßen. Nachfragen auf den Ämtern lohnt sich!

Eine Frage der Oberfläche

Der Lärmschutzzaun „Limes“ punktet mit seiner natürlichen Holzoptik. In dieser Ausführung wirkt er schallreflektierend. Foto: Braun & Würfele Italien

Gegen Störgeräusche kann man auf zwei verschiedene Arten vorgehen: Zum einen kann der Schall reflektiert, zum anderen absorbiert werden. Glatte Flächen wie Glas, Beton oder Mauerwerk werfen den Schall zurück. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite verstärkt sich dadurch der Krach. Der Schallpegel kann sich hier um bis zu 3 dB erhöhen. Poröse Materialien und raue Oberflächen „schlucken“ dagegen den Schall. Dieser Effekt wird durch eine Begrünung noch verstärkt. Gerade in dicht besiedelten Gebieten sollten Sie auf Schallabsorption setzen, damit Ruhe in die Umgebung einkehren kann. Denn so haben Sie nicht nur Ihren Lärmschutz, sondern helfen auch den Nachbarn. Merken Sie sich dazu einfach: je mehr Oberfläche ein Material aufweist, desto mehr Schall fängt es auf.

Wälle und Wände

lärmschutz im garten mit einer bepflanzten lärmschutzwand

Lärmschutzwände von naturawall bestehen aus einem tragenden System aus Metall, das mit Erde befüllt und bepflanzt wird. Foto: naturawall

Die älteste und natürlichste Methode, sich Lärmschutz zu verschaffen, ist die Aufschüttung eines Erdwalls. Denn Masse schützt bekanntlich am besten vor Lärm. Von beiden Seiten naturnah bepflanzt – mit einer Kombination aus Flach- und Tiefwurzlern – fügt er sich harmonisch in die Umgebung ein. Bodendecker zwischen den Pflanzen sorgen für den nötigen Halt. Allerdings benötigt ein Erdwall viel Platz, der auf den meisten Grundstücken nicht gegeben ist. Zudem muss er sicher befestigt werden, damit es nicht zu Erdrutschen kommt. Die Böschung sollte dabei nie steiler als 45 Grad sein.

Platzsparender ist ein Steilwall, der mithilfe von Stahl-, Beton- oder auch Kunststoffelementen errichtet wird. Die einzelnen Elemente werden auf- und ineinander gestapelt, mit Erde bzw. Steinwolle gefüllt und dann bepflanzt. Es gibt auch Systeme, die mit Kokosmatten ausgekleidet werden. Die Pflanzen wurzeln dann seitlich durch die Kokosmatten hindurch. Der Platzbedarf ergibt sich aus der Hälfte der Höhe des Steilwalls plus dem Raum für die Bepflanzung.

Praktisch: Die Glaseinsätze lockern die Wand auf angenehme Weise auf. Sie verdunkeln nicht den Garten und der Pflegeaufwand ist gering. Foto: epr/Zaunzar

Neben Wällen lassen sich alternativ auch Schallschutzwände errichten. Diese können prinzipiell aus jedem beliebigen Material bestehen, solange es schwer genug ist. Auch Glas, Kunststoff oder WPC sind durchaus geeignet. Glas wird dabei vor allem aus ästhetischen Gründen eingesetzt. Hier bietet sich die Südseite an. So bleibt es im Garten sonnig, und man hat freie Sicht auf die Umgebung. Achten Sie aber darauf, dass Vögel die Scheiben erkennen können.

Gabionen

lärmschutz im garten mit gabionen

Derzeit sehr beliebt für den Lärmschutz im Garten sind Gabionen – hier etwa von Ranko. Sie lassen sich auch beliebig mit festen Wandelementen kombinieren. Foto: Ranko

Im Trend für den heimischen Lärmschutz liegen Gabionen. Das sind mit Steinen oder anderen Materialien gefüllte Metallkörbe. Sie sind langlebig und stabil und besitzen zudem eine unattraktive Oberfläche für Graffitikünstler. Einziger Nachteil von Gabionen ist der Preis, denn sie gehören zu den teuersten Lärmschutzmethoden. Die Auswahl der Füllung ist dabei ausschlaggebend für die Schalldämmung der Gabionenwand.

Mit sehr guten schallabsorbierenden Eigenschaften punktet etwa poröses Lavagestein. Aber auch hier gilt: Die Füllung muss absolut dicht sein und darf keine Spalten aufweisen. Empfehlenswert ist daher die Verwendung unterschiedlicher Steingrößen.

Bei einer besonders starken Lärmbelästigung haben sich Gabionen mit Split- oder Sandfüllung, die von Bruchsteinen umschlossen wird, bewährt.

Eine weitere Möglichkeit sind Erdgabionen, bei denen die Gitterkonstruktion mit Erde gefüllt ist. Die Abdichtung nach außen übernimmt ein Geovlies. Erdgabionen lassen sich vielfältig bepflanzen.


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