Makler muss Nachfragen des Käufers beantworten

Makler muss Nachfragen des Käufers beantworten
Der Makler ist schadenersatzpflichtig bei falschen Angaben. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa

Makler sollten Käufern gegenüber ehrlich sein. Machen sie Angaben, die sich später als falsch herausstellen, riskieren sie nicht nur ihre Provision. Sie machen sich unter Umständen auch schadenersatzpflichtig.

Makler müssen konkrete Nachfragen des Käufers beantworten können. Kennen sie die Antwort nicht, dürfen jene keine ungefähren Aussagen schaffen. Denn wenn der Vermittler nicht wahrheitsgemäß antwortet, macht er sich schadenersatzpflichtig.
In dem verhandelten Fall sollte die Maklerin zwei Doppelhaushälften verkaufen. Sie bot die Objekte für insgesamt 1,65 Millionen Euro an, die Käufer gaben zunächst aber nur ein Angebot über 1,3 Millionen Euro ab. Sie begründeten dies mit Unterlagen jener Maklerin. Sie hatte erklärt, die Kupferrohleitungen in einem der Häuser seien nicht erneuert worden. Das stimmte allerdings so in keiner weise. Die Verkäufer kündigten den Maklervertrag und verkauften die Objekte für 1,6 Millionen Euro direkt an die Käufer. Die Maklerin wollte nun aber ihre Provision einklagen. Die Käufer hingegen wollten die Kosten für ihre Zwischenfinanzierung ersetzt haben.
Vor dem Bundesgerichtshof (BGH, Az.: I ZR 235/15) bekamen die Käufer schließlich Recht: Ein Makler verletze seine Pflichten, wenn er Eigenschaften des Objektes alleinig behaupte, erklärten die Richter. Liegen ihm die entsprechenden Informationen nicht vor, hat er dies dem Käufer auch so erklären. Da die Maklerin mit diesem Fall fälschlicherweise behauptet habe, die Leitungen in einem dieser Häuser seien bei weitem nicht neu, gingen die Käufer davon aus, das Objekt nicht rentabel vermieten zu können. Erst nach der Richtigstellung durch den Verkäufer seien sie bereit gewesen, einen höheren Kaufpreis zu zahlen.
Darüber berichtet die Zeitschrift «Das Grundeigentum» (Heft 6/2017) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin.

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