Maßgeschneidert vom Profi

Maßgeschneidert vom Profi

Architekten sind Spezialisten für maßgeschneiderte Lösungen. Was mit ihnen gebaut wird, ist einzigartig und erfüllt im Idealfall jeden Wunsch des Bauherrn, vorausgesetzt im Vertrag wurde alles genau geregelt.

Wesentlicher Bestandteil einer Architektenplanung ist, dass der Architekt ein offenes Ohr für die Bedürfnisse und Wünsche des Bauherrn sowie die individuellen Abläufe im Haus hat. Daran orientiert sich die Auswahl an Materialien, die Anordnung der Räume und ihre innere Erschließung für den maßgeschneiderten Entwurf. Diese fachmännische Planung erfolgt anhand der „anerkannten Regeln der Technik“ und der Vorgaben des Bauplanungs- sowie Bauordnungsrechts. Außerdem hat der Architekt den Überblick, welche Fachplaner erforderlich sind. Hierzu zählen beispielsweise Statiker, Fachingenieure für Heizung, Sanitär, Lüftung und Elektro, Bauphysiker zur Erstellung der erforderlichen Nachweise nach der Energieeinsparverordnung (EnEV), Brandschutz- und Schallschutzplaner sowie bei schwierigem Baugrund auch ein Tiefbauingenieur.

Der Vertrag mit dem Architekten

Damit am Ende ein rundum gelungener Bau entsteht und keine bösen Überraschungen folgen, ist es für Bauherren enorm wichtig, die dafür erforderlichen Details in einem Vertrag festzulegen. Hierbei sollte man wissen: Verträge mit Architekten sind Werkverträge nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Der Planer hat damit sein „Werk“ zu erbringen, und das mangelfrei. Der Vertrag regelt, wie genau das am Ende aussehen soll und welche Leistungen dafür erforderlich sind. Bauherren können den Vertrag mit ihrem Partner dabei so gestalten, wie es ihren Interessen entspricht. Das umfasst beispielsweise, ob die gesamte Planung des Hauses oder nur Teilleistungen beauftragt werden ebenso wie die Kosten inklusive Architektenhonorar, die Termine und die Qualitätsstandards. Hierfür gibt es Standardverträge, die entsprechend angepasst werden können.

Um den Umfang des Leistungsspektrums sinnvoll festzulegen, empfiehlt es sich für den Bauherren, einen Blick in die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) zu werfen. In dem Regelwerk für die Honorarermittlung sind alle Grundleistungen der Planer in neun Leistungsphasen aufgeteilt und ausführlich beschrieben.

Kurz erklärt

Grundleistungen
In der Anlage 11 zu § 33 der HOAI sind die Grundleistungen, die der Architekt erbringen muss, genau beschrieben. Für die „Besonderen Leistungen“ steht dem Architekten ein eigenes Honorar zu.

Kostenschätzung
Dies ist die überschlägige Ermittlung der Kosten auf Basis der Vorplanung. Sie bildet die vorläufige Grundlage für Finanzierungsüberlegungen. Ihr liegen Vorplanungsergebnisse, Mengenschätzungen, erläuternde Angaben zu den planerischen Zusammenhängen und Bedingungen sowie Angaben zum Baugrundstück und zur Erschließung zugrunde.

Kostenberechnung
Darunter versteht man eine Ermittlung der Kosten auf der Grundlage der Entwurfsplanung. Ihr liegen durchgearbeitete Entwurfszeichnungen, Mengenberechnungen und kostenrelevante Erläuterungen zugrunde.

Anrechenbare Kosten
Die Kosten, die zur Herstellung des Objekts als Netto-Baukosten anfallen. Sie sind vom Architekten nach DIN 276 zu ermitteln.

 

Den vollständigen Artikel unserer Autorin Barbara Schmidt finden Sie in der Ausgabe Der Bauherr 5/2012!

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