Mehr Licht: Intelligente Lichtsteuerung

Mehr Licht: Intelligente Lichtsteuerung
Per Zuruf aufs Smartphone lässt sich die Lampe dank „Apple HomeKit“ steuern. Foto: licht.de

Schalter drücken: Licht an. Wieder drücken: Licht aus. So war es früher. Heute herrscht Vielfalt, ändern sich Lichtfarbe und Helligkeit je nach Lust und Laune oder auch ganz automatisch. Smarte Lichtsteuerung hat jede Menge zu bieten und bringt Komfort in Ihren Alltag.

Smart geregelt: die automatische Steuerung der Außenbeleuchtung. Foto: Hager

Die Sprachsteuerungsassistenten Alexa, Siri & Co. verbreiten sich zunehmend in den Wohn- und Esszimmern, und damit scheint auch die Akzeptanz von Smarthome-Lösungen zu steigen. Vor allem die Lichtsteuerung ist neben der automatischen Steuerung der Heizung und der Rollläden im Kommen. So nutzen laut einer repräsentativen OnePoll-Studie im Auftrag von Reichelt Elektronik (Mai 2017) schon 31 Prozent der Befragten in diesem Bereich Smarthome-Systeme. Küchen- und Haushaltsgeräte (19 Prozent) oder Kameraüberwachung bzw. Alarmanlage (18 Prozent) werden hingegen wesentlich seltener in ein Smarthome-System eingebunden. Warum ist automatische Lichtsteuerung so beliebt?

Vorteile der Lichtsteuerung

„Eine hohe Lichtqualität, Komfort und Energieeinsparung“, das sind für Iris Vollmann, Pressesprecherin der Branchenvereinigung licht.de, die drei Hauptaspekte, die für eine automatische Lichtsteuerung sprechen. Denn mit einer smarten Beleuchtung lässt sich nicht nur einfach das Licht ein- und ausschalten, sondern für jeden Anlass die passende Lichtatmosphäre kreieren: gedimmtes Stimmungslicht zum Abendessen, Licht in den Farben des Lieblingsvereins beim Fußballschauen im TV oder eine kühle Farbtemperatur in der Früh, um Morgenmuffel richtig aufzuwecken. Der Fantasie an Lichtszenarien sind kaum Grenzen gesetzt. Ganz nebenbei lässt sich durch ein Lichtmanagement, das sich am natürlichen Tageslicht orientiert, auch der menschliche Biorhythmus positiv beeinflussen. Das stärkt das Wohlbefinden, verhindert Schlafstörungen und sorgt für mehr Leistungsfähigkeit.

„Philips Hue Milliskin“ sind vernetzt steuerbare Einbauspots. Die Lichtstimmung lässt sich zwischen tageslichthellen 6.500 und kerzenlichtartigen 2.200 Kelvin anpassen. Fotos: Philips

Wie wird eine Lichtsteuerung geregelt?

Das intelligente Smarthome-Lichtsystem „Lightify“. Foto: Osram

Geregelt wird eine smarte Beleuchtung auf verschiedene Arten: wie eh und je per Schalter, per Fernbedienung, via App über Smartphone oder Tablet oder auch auf Zuruf über einen Sprachsteuerungsassistenten. Das ist komfortabel und erleichtert insbesondere gesundheitlich eingeschränkten Bewohnern das Leben. Noch bequemer ist es, wenn das smarte System die Leuchten oder Leuchtengruppen automatisch steuert – entweder tageslicht- oder präsenzabhängig. Iris Vollmann erklärt: „Bei der tageslichtabhängigen Steuerung messen Sensoren das einfallende natürliche Licht, und das System gibt nur so viel künstliches Licht dazu wie nötig. In Bereichen mit wenig Aufenthalt wie in Abstellräumen, Kellern und Fluren sind Anwesenheitssensoren dazu da, nur dann Licht einzuschalten, wenn der Raum auch genutzt wird.“

Das allein schon spart Energie, weil immer nur dann so viel Licht an ist, wie wirklich gebraucht wird. Noch mehr Energie spart eine smarte Beleuchtung, wenn sie in ein Smarthome-System integriert ist. So kann beispielsweise mit einem Alles-aus-Taster neben der Tür beim Verlassen des Hauses die komplette Beleuchtung ausgeschaltet und gleichzeitig die Heizung auf Sparmodus gestellt werden. Hat man vergessen, den Schalter zu drücken, kann man das noch von unterwegs per Smartphone nachholen.

Aber sicher!

Smarte LED-Lampe: „ComfyLight“ erlernt das Bewegungsverhalten der Bewohner während ihrer Anwesenheit und simuliert es perfekt während ihrer Abwesenheit. Foto: ComfyLight

Eine Lichtsteuerung trägt darüber hinaus auch zum Einbruchschutz bei. Denn eine automatische Außen- und Innenbeleuchtung täuscht die Anwesenheit der Bewohner vor. Wichtig dabei ist, dass die Beleuchtungszeiten keinem starren Muster folgen, wie es üblicherweise bei Zeitschaltuhren der Fall ist. Mit einer Lichtsteuerung, die sich nach einem Zufallsmodus ein- und ausschaltet, ist das kein Problem. Um mit dem Smartphone das Licht steuern zu können, müssen die Komponenten mit dem Internet verbunden sein. Damit Nutzer von smarten Beleuchtungssystemen aber vor virtuellen Angriffen von außen geschützt sind, empfiehlt Oliver Klug, Pressesprecher von Philips Lighting, „die Wahl hochwertiger Lichtsysteme, die Sicherheit großschreiben und ihre Software durch regelmäßige Updates auf dem neuesten Stand halten. Das System sollte Updates herstellerseitig automatisch bereitstellen, und es sollte keine Passwörter des Netzwerks speichern.“

Universal- oder Insellösung?

Das Smartphone wird zur zentralen Steuereinheit der Beleuchtung im ganzen Haus, hier mit der „Paulmann-Home-App“. Grafik: Paulmann

„Smartes Licht über WLAN oder Bluetooth bietet einen schnellen und einfachen Einstieg und bietet sich zur Nachrüstung oder in Mietwohnungen an. Bus-Systeme können komplexere Aufgaben übernehmen“, erläutert Expertin Iris Vollmann. Sinn macht eine solche Universalvernetzung via Bus- bzw. KNX-System zum Beispiel dann, wenn Sie das Licht mit der Alarmanlage, den Fenster- bzw. Tür-Sensoren und den Rollläden koppeln möchten. Bei einem Einbruchsversuch lösen die Fenstersensoren dann Alarm aus, und die komplette Beleuchtung inklusive der Überwachungskamera springt automatisch an. Universale Smarthome-Systeme gibt es als kabelgebundene Systeme für den Neubau und größere Sanierungen sowie als Funklösungen zum Nachrüsten.

Die einfachste Form smarter Beleuchtung sind jedoch Insellösungen in Form von LED-Leuchtmitteln, die man in die Lampenfassungen schraubt und dann per App vom Smartphone oder vom Tablet aus steuern kann. Es gibt Modelle, die die Farbe ändern, und solche, die nur weißes Licht abstrahlen. Mit „MiPow Playbulb Lite“ bietet der Markt auch eine smarte LED-Birne, die gleichzeitig ein Lautsprecher ist. Einen anderen Weg beschreitet das amerikanische Start-up Emberlight mit einer Lampenfassung, die mit dem Smartphone gesteuert wird und einfach als Zwischenmodul in die vorhandene Fassung eingeschraubt wird. Neben smarten Leuchtmitteln hält der Markt auch ganze Leuchten parat.

Verbindungen finden

Lichtsteuerung-ikea

Ikea bietet mittlerweile eine ganze Palette an intelligent steuer- und vernetzbaren Lichtlösungen an. Foto: IKEA

Die Systeme unterscheiden sich vor allem im Übertragungsweg, mit dem sie mit dem mobilen Endgerät kommunizieren. Während sich zum Beispiel die Lampen von Paulmann Home und MiPow oder die Fassung von Emberlight via Bluetooth direkt mit dem Smartphone oder Tablet verbinden, nutzen die anderen den Funkstandard ZigBee LightLink.

Damit man die Funk-LEDs mobil steuern kann, muss ein Gateway oder eine Bridge als „Übersetzungsgerät“ mit dem heimischen WLAN-Router verbunden werden. So lässt sich das Licht dann auch von unterwegs steuern. Nach diesem Prinzip arbeiten sowohl der Marktführer Philips mit seinem seit 2012 eingeführten und ausgereiften System „Philips Hue“, als auch Osram mit dem zwei Jahre später gestarteten „Osram Lightify“. Seit Kurzem ist auch das Einrichtungshaus Ikea auf den Zug aufgesprungen: Das smarte Beleuchtungssystem „Tradfri“ funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Die ZigBee-basierten Lichtsysteme von Philips und Osram lassen sich als Einzellösungen betreiben, aber auch in viele Smarthome-Plattformen einbinden. Auch mit den meisten Sprachsteuerungsassistenten kommunizieren die intelligenten LEDs mittlerweile.


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