Moderne Fenster: Gute Aussichten

Moderne Fenster: Gute Aussichten
Foto: epr/Velux

Große Fensterflächen im Haus sind für viele Bauherren ein Muss. Doch Fenster ist nicht gleich Fenster. Wir zeigen Ihnen, was es bei der Auswahl zu beachten gilt.

Fast jeder Bauherr wünscht sich ein Domizil mit großen Fensterflächen, die die Sonnenstrahlen einfangen und so das Innere mit Licht fluten. Ein teures Vergnügen, wenn die Fenster über eine unzureichende Wärmedämmung verfügen. Noch in den 1970er-Jahren wurden überwiegend einfach verglaste Verbund- oder Kastenfenster eingesetzt. Moderne Modelle sind mit ihrer Zwei- oder Dreifachisolierverglasung und gedämmten Fensterrahmen dagegen echte Energiesparer.

Ohne Verluste

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Foto: epr/Josko

Wie gut der Wärmeschutz eines Fensters ist, verrät ein Blick auf den U-Wert, den Wärmedurchgangskoeffizienten. Dieser gibt an, wie viel Energie in Watt (W) pro Bauteilfläche (m²) und Kelvin (K) Temperaturunterschied zwischen innen und außen fließt, also wie viel Wärme durch das Fenster nach außen verloren geht. Je höher der U-Wert eines Fensters ist, desto schlechter ist dementsprechend seine Wärmedämmung.

Zum Vergleich: Bei einfach verglasten Fenstern kann der U-Wert bis zu 5,8 W/m²K betragen, Fenster mit Dreifachverglasung und Edelgasfüllung erzielen dagegen U-Werte von 1,5–0,6 W/m²K.

Lass die Sonne rein

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Foto: epr/Internorm

Doch Wärme dringt nicht nur von innen nach außen, sondern auch in die umgekehrte Richtung. Fenster können also Energiegewinne erzielen, indem sie die wärmenden Sonnenstrahlen ins Haus leiten. Dieser Effekt macht sich vor allem im Winter bezahlt. Im Sommer hingegen ist er eher unerwünscht. Damit sich die Räume nicht überhitzen, ist ein wirksamer Sonnenschutz unabdingbar.

Der Anteil des Sonnenlichts, der durch das Fenster dringt, wird mit dem g-Wert, dem Energiedurchlassgrad, angegeben. Er beschreibt einen Prozentwert. Moderne Fenster besitzen in der Regel einen g-Wert von 0,60. Das bedeutet, dass 60 Prozent der Sonnenenergie durch das Fenster in die Innenräume gelangen. Der Rest der Sonnenstrahlung wird entweder reflektiert oder von der Scheibe absorbiert. Mit einer 3-Scheiben-Isolierverglasung werden nur g-Werte zwischen 0,10 und 0,35 erreicht. Für eine gute Wärmebilanz in der Heizsaison sind aber ein hoher g-Wert und ein niedriger U-Wert erforderlich. Jedoch lassen sich nicht beide Werte gleichzeitig optimieren. Besonders effektiv kann man die Sonnenenergie nutzen, wenn die Fenster je nach Himmelsrichtung unterschiedliche g-Werte besitzen. So lohnt es sich, die Südseite mit Fenstern auszustatten, die einen hohen g-Wert aufweisen.

Innere Werte der Fenster

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Grafik: epr/Internorm

Wie erreichen moderne Wärmeschutzfenster die guten Energiewerte? Hier spielen mehrere Faktoren zusammen. Die zum Raum gewandte Scheibe ist gegen den Zwischenraum mit einer dünnen, unsichtbaren Metalloxidschicht überzogen. Sie reflektiert die langwellige Wärmestrahlung zurück in den Raum, lässt aber die kurzwellige Sonnenstrahlung hindurch. Bei Dreifachisolierverglasungen sind zwei Scheiben mit dieser Wärmefunktionsschicht überzogen. Die Scheibenzwischenräume werden mit Edelgasen gefüllt, die eine geringe Wärmeleitfähigkeit und hohe Dämmwerte besitzen. Für die Rahmen werden zumeist Mehrkammerprofile verwendet. Der Hauptkammer ist dabei eine Isolierkammer vorgelagert, die die Kälte von außen aufnimmt und ausgleicht. Zum Einsatz kommen in der Regel Kunststoff, Aluminium und Holz. Die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Material fällt oft aus optischen Gründen, allerdings sollten auch andere Kriterien miteinbezogen werden

Der passende Rahmen

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Foto: epr/Velux

Kunststoffrahmen bestehen meist aus Polyvinylchlorid (PVC). Sie punkten vor allem mit ihren guten Wärme- und Schalldämmeigenschaften und ihren günstigen Anschaffungskosten. Sie sind witterungsbeständig, schlagfest, langlebig und müssen verhältnismäßig wenig gewartet werden. Zudem sind sie licht- und farbbeständig und lassen sich leicht reinigen. Da sie sich aber schnell statisch aufladen und so Schmutz und Staub anziehen, müssen sie häufiger gesäubert werden als andere Fensterarten.

Ähnlich wie Kunststoffrahmen gibt es auch Aluminiumrahmen in einer großen Farben- und Formenvielfalt. Sie sind zudem witterungsbeständig, langlebig, leicht und weisen eine hohe Stabilität auf. Dadurch sind sehr schlanke Konstruktionen möglich. Die früheren Schwächen in der Wärmedämmung – bedingt durch die hohe Wärmeleitfähigkeit des Materials – werden bei modernen Modellen durch eine thermische Trennung der Aluminiumprofile mithilfe von isolierenden Kunststoffstegen ausgeglichen. Jedoch sind Fensterrahmen aus Aluminium im Vergleich zu anderen Materialien relativ teuer.

Auch Holz besitzt immer noch einen festen Platz im Fensterbau. Das natürliche Material überzeugt mit seinen guten Schall- und Wärmedämmeigenschaften und mit seiner gemütlichen warmen Optik. Allerdings ist der Pflegeaufwand für Holzrahmen höher als für Kunststoff- oder Aluminiumrahmen. In bestimmten Abständen benötigen sie einen Schutzanstrich gegen Witterungseinflüsse und Pilze. Bei regelmäßiger Wartung besitzen sie aber eine hohe Lebensdauer.

Sehr beliebt ist die Kombination von Holz mit Aluminium oder Kunststoff. Sie verbindet die natürliche Optik des Naturbaustoffs innen mit einer robusten pflegeleichten Außenverschalung.

 

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