Moderne Fenster: Den Durchblick behalten

Moderne Fenster: Den Durchblick behalten
Foto: Unilux

Fast jeder Bauherr wünscht sich ein Domizil mit großen Fensterflächen, die die Sonnenstrahlen einfangen und so das Innere mit Licht fluten. Ein teures Vergnügen, wenn die Fenster über eine unzureichende Wärmedämmung verfügen. Wir zeigen Ihnen, was es bei der Auswahl zu beachten gilt.

Bei den Fenstern und Terrassentüren von Weru ist der Einbruchschutz serienmäßig enthalten. Foto: epr/Weru

Als Verbindung zwischen Außen- und Innenraum bringen Fenster nicht nur Luft und Licht ins Haus, sie übernehmen auch verschiedene Schutzfunktionen. So dienen sie gleichzeitig als Witterungs-, Schall und Wärmeschutz und beeinflussen zudem die Energiebilanz des Gebäudes. Sind die Fenster unzureichend gedämmt, kann es für die Bewohner zu Hause nicht nur teuer, sondern auch unbequem werden. Deshalb sollte die Auswahl gründlich durchdacht sein.

Ohne Wärmeverluste

Die Fenster der Serie „Schüco LivIng“ punkten mit U-Werten auf Passivhausniveau. Foto: Schüco

Moderne Modelle mit Zwei- oder Dreifachisolierverglasung und gedämmten Fensterrahmen sind echte Energiesparer. Wie gut der Wärmeschutz eines Fensters tatsächlich ist, verrät ein Blick auf den Wärmedurchgangskoeffizienten, den U-Wert. Dieser gibt an, wie viel Energie in Watt (W) pro Bauteilfläche (m²) und Kelvin (K) Temperaturunterschied zwischen innen und außen fließt, also wie viel Wärme durch das Fenster nach außen verloren geht. Je höher der U-Wert eines Fensters ist, desto schlechter ist dementsprechend seine Wärmedämmung. Grundsätzlich werden drei Werte unterschieden, in den die beiden ersten Werte einfließen:
a) der U-Wert des Glases (Ug),
b) der U-Wert des Rahmens (Uf) und
c) der U-Wert des gesamten Fensters (Uw)

Zum Vergleich: Bei Fenstern mit Einfachverglasung kann der U-Wert bis zu 5,5 W/m²K betragen, moderne Fenster mit Dreifachverglasung und Edelgasfüllung in den Zwischenräumen erzielen U-Werte von 0,5–1,0 W/m²K. Die Werte von Zweischeiben- Wärmeschutz-Verglasungen liegen zwischen 1,3 und 1,7 W/m²K.

Sonnenfänger

moderne Fenster alu-holz

Dank der außen liegenden Metallseite benötigen die neuen Holz-Aluminium-Fenster von Bayerwald keinen Erhaltungsanstrich mehr. Foto: Bayerwald

Doch Wärme dringt nicht nur von innen nach außen, sondern auch in die umgekehrte Richtung. Fenster können demnach Energiegewinne erzielen, indem sie die wärmenden Sonnenstrahlen ins Innere des Hauses leiten. Dieser Effekt macht sich vor allem im Winter, wenn das Haus beheizt werden muss, bezahlt. Im Sommer hingegen ist er eher unerwünscht. Damit sich die Räume nicht überhitzen, ist ein wirksamer Sonnenschutz unabdingbar.

moderne Fenster holz

Foto: Bayerwald

Der Anteil des Sonnenlichts, der durch das Fenster dringt, wird mit dem g-Wert, dem Energiedurchlassgrad, angegeben. Er beschreibt einen Prozentwert. Mit einer Dreischeiben-Isolierverglasung werden g-Werte zwischen 0,10 und 0,35 erreicht. Das bedeutet, dass 10–35 Prozent der Sonnenenergie durch das Fenster in die Innenräume gelangen. Der Rest der Sonnenstrahlung wird entweder reflektiert oder von der Scheibe absorbiert. Und genau hier liegt der Knackpunkt. Für eine gute Wärmebilanz in der Heizsaison sind ein hoher g-Wert und ein niedriger U-Wert erforderlich. Jedoch lassen sich nicht beide Werte gleichzeitig optimieren. Besonders effektiv kann die Sonnenenergie genutzt werden, wenn die Fenster je nach Himmelsrichtung unterschiedliche g-Werte besitzen.

Spannendes Innenleben

Die weißen Holzfenster von Velux sorgen für eine helle und freundliche Atmosphäre im Raum. Sie passen zu vielen angesagten Einrichtungsstilen. Foto: Velux

Doch wie erreichen moderne Wärmeschutzfenster die guten Energiewerte? Hier spielen mehrere Faktoren zusammen. Die zum Raum gewandte Scheibe ist gegen den Zwischenraum mit einer dünnen, unsichtbaren Metalloxidschicht überzogen. Sie reflektiert die langwellige Wärmestrahlung zurück in den Raum, lässt aber die kurzwellige Sonnenstrahlung hindurch. Bei Dreifachisolier-verglasungen sind zwei Scheiben mit dieser Wärmefunktionsschicht überzogen. Die Scheibenzwischenräume werden mit Edelgasen, meist Argon oder Krypton, gefüllt, die eine geringe Wärmeleitfähigkeit und hohe Dämmwerte besitzen. Für die Rahmen werden zumeist Mehrkammerprofile verwendet. Der eigentlichen Hauptkammer ist dabei eine Isolierkammer vorgelagert, die die Kälte von außen aufnimmt und ausgleicht.

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