Modernisierung einer alten Villa

Modernisierung einer alten Villa
Durch sorgfältige Planung von Größe, Feldaufteilung und Positionierung der Fenster konnte die Architektin den ursprünglichen Charakter des Gebäudes erhalten. Fotos: Christian Eblenkamp/Schüco

Den harmonischen Weg ins Heute beschritt die Sanierung einer charmanten Villa. Heraus kam eine gelungene Neuinterpretation, bei der die Fenster eine tragende Rolle spielen.

Vor dem Umbau zeigte sich die Villa sehr verschlossen. Doch neben dem großen Grundstück passten auch Grundriss, Substanz und Raumaufteilung perfekt zu Familie Werres. Foto: Erika Werres

Die Augen sind der Spiegel der Seele, sagt man – ein alter Spruch, der viel Wahres beinhaltet. Bei einem Haus kommt den Fenstern eine ähnlich wichtige Rolle zu, schließlich wäre ohne sie helles und offenes Wohnen gar nicht möglich. Doch wo bei modernen Häusern Fensterflächen selbstverständlich einen großen Anteil der Fassade einnehmen, sind sie bei Altbauten oft Mangelware. Aber was tun, wenn das betagte Juwel ansonsten gut zu den persönlichen Vorstellungen passen würde? Dann macht man es so wie Architektin Erika Werres: Sie hat eine sanierungsbedürftige und zum Teil denkmalgeschützte Villa mit behutsamer Hand in ein modernes, lichtdurchflutetes Zuhause für ihre Familie verwandelt, ohne den ursprünglichen Charme des Baustils einzubüßen.

Von Anfang an überzeugt

Von dem Vorhaben überzeugt hatten Erika Werres nicht nur die schöne Lage und das Grundstück. Auch das Haus selbst barg im Innern einige Vorzüge. Denn Grundriss, Substanz, Raumhöhe und -aufteilung schienen wie auf die Anforderungen ihrer Familie zugeschnitten. So wagte die Architektin die Herausforderung und machte dabei gleich Nägel mit Köpfen. Sie setzte sich intensiv mit der Bestandsarchitektur des Hauses auseinander und sanierte es von Grund auf. Die Planerin öffnete die komplette Außenhülle mit zahlreichen großen Fensterflächen, ließ bei dieser Gelegenheit gleich ein Wärmedämmverbundsystem anbringen und zudem das Dach neu aufbauen. Im Innern rückte sie der Elektro- sowie Sanitär- und Heizungsinstallation zu Leibe und ließ diese vollständig erneuern. Währenddessen wurde die Raumaufteilung in allen Hausetagen den individuellen Bedürfnissen der Familie angepasst. es war ein großer Aufwand, der sich jedoch gelohnt hat. So entstand auf drei Ebenen und insgesamt 240 m² Wohnfläche ein lichtdurchflutetes und funktionales Ambiente in zeitgemäßer Optik.

Die Straßenseite mit dem Eingangsbereich wirkte vor dem Umbau nicht gerade einladend. Doch Erika Werres erkannte das Potenzial des zum Teil denkmalgeschützten Gebäudes. Foto: Erika Werres

Die Glasflächen sind streng symmetrisch gesetzt. Ein wiederkehrendes Element sind die hochformatigen Stulpfenster.

Mehr Licht, mehr Sicht

Beeindruckende Wandlung einer alten Villa: In den Abendstunden kommen die Fenster und raumhohen Glasflächen im Erdgeschoss besonders gut zur Geltung.

Eine zentrale Rolle bei der Sanierung spielten die Fenster, denn hier hatte der Altbau deutlichen Nachholbedarf. Um den Wohnraum zu öffnen und alle Räume mit ausreichend Tageslicht zu versorgen, setzte die Planerin auf großzügige Verglasungen in unterschiedlichen Varianten und Formen. Als Architektin hatte sie bereits im Objektbereich gute Erfahrungen mit den Fenster- und Türsystemen aus dem Hause Schüco gemacht. So entschied sie sich auch bei ihrem persönlichen Bauprojekt für hochwärmegedämmte Aluminiumprofile mit Dreifachisolierverglasungen aus dem Programm des Herstellers. Sie alle sind elegant und funktional mit verdeckt liegenden Beschlägen. Ein wiederkehrendes Element auf allen Ebenen des Hauses sind hochformatige Stulpfenster. Hier ist die senkrechte Profilleiste fester Bestandteil des Fensterflügels. So blickt man bei geöffnetem Fenster ohne störenden Mittelpfosten hinaus ins Freie.

Eine fast 13 m² große, ungeteilte Festverglasung im Wohnbereich lässt die Grenzen von innen und außen verschwimmen.

Im Erdgeschoss ziehen vor allem die geschosshohen Verglasungen auf der Gartenseite die Blicke auf sich. Zwei barrierefreie Hebe- Schiebe-Türelemente von je 4 m Breite und mehr als 2,30 m Höhe ermöglichen den direkten Zugang auf die Terrasse. Eine 6 m breite Festverglasung ergänzt den Lichteinfall. Die Bewohner können so ungehinderte Ausblicke in den Garten mit seinem alten Baumbestand genießen und alle Jahreszeiten hautnah miterleben. Dass dabei der ursprüngliche Charme der alten Villa nicht verloren ging, ist der behutsamen Vorgehensweise und einer sorgfältigen Planung der Architektin zu verdanken.

Die Modernisierung einer alten Villa brachte sanfte Töne mit sich

Ausgangspunkt ihres Konzepts war die Pulverbeschichtung der Fensterprofile in einem Metallic-Farbton, auf die sie Böden und Oberflächen abstimmte.

Doch Erika Werres ging es bei der Planung ihres Familiendomizils nicht nur um die gläsernen Elemente im Allgemeinen, sondern auch um die Farben, Strukturen und Materialien im Besonderen. Denn aus diesen entwickelte die Architektin das Farbkonzept für die ganze Raumgestaltung. Im Fokus stand dabei die Pulverbeschichtung der Fensterprofile, Systemkonstruktionen und einiger individuell angefertigter Verkleidungsbleche, einer graubraunen Metallicoberfläche namens „Tiger greybrown“. Ausgehend von diesem speziellen Farbton stimmte die Planerin sämtliche Böden und Oberflächen in ihrem neuen Zuhause ab. Im Außen- und Innenbereich nutzte sie die zahlreichen Nuancen des Farb- und Materialspektrums auf vielfältige Weise, sei es zur Betonung der schlicht-eleganten Baustoffe oder als spannender Kontrast.

Bei Farben und Materialien setzte Erika Werres im ganzen Haus konsequent auf Grau- und Naturtöne. So entstand eine harmonische Gesamtwirkung.

In den Innenräumen des dreigeschossigen Hauses dominieren ansonsten weiße Wände und Decken mit zementgrauem Feinsteinzeugboden, juragrauen Fensterbänken und perlmuttglänzendem Glasmosaik in den Nassbereichen. Selbst das Naturholz des kaschmirgrauen Eichenparketts, das bei den Treppen und in den oberen Ebenen zum Einsatz kam, fügt sich perfekt in das durchdachte Gestaltungskonzept ein. Da ist fast überflüssig zu erwähnen, dass die Architektin diese Farblinie auch bei den Möbeln und der Dekoration konsequent weiterführte. So ist eine durch und durch harmonische Neuinterpretation dieser alten Villa gelungen, die dank einer beherzten und doch behutsamen Sanierung heute einen zweiten Frühling erleben darf.

Mehr Bilder finden Sie in unseren Hausfinder.


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