Nachhaltige und gesunde Baustoffe

Nachhaltige und gesunde Baustoffe
Alle Häuser der „FertighausWelt“ Günzburg sind hinsichtlich nachhaltigen Bauens zertifiziert. (Foto:BDF/Sebastian Bahr)

Lärm, Zeitdruck, Abgase: Täglich sind wir zahlreichen Belastungen ausgesetzt. Als Gegenpol dazu stellen die eigenen vier Wände für viele Menschen einen Ort der Ruhe und Erholung dar, an dem sie frei durchatmen können. Die Grundlage dafür schaffen gesunde und nachhaltige Baustoffe.

Es gibt viele ökologische Baumaterialien, die nicht nur für ein gesundes Wohlfühlklima sorgen, sondern auch nachhaltig sind. Die Frage, welches nun das Beste ist, lässt sich nicht pauschal beantworten – schließlich reagiert jeder Mensch anders auf die unterschiedlichen Substanzen. Dennoch gibt es einige Kriterien, an denen man einen gesunden Baustoff erkennen kann. Die Produkte sollten auf jeden Fall frei von unangenehmen Gerüchen und Schadstoffen sein. Achten Sie daher bei allen Baumaterialien auf eine Volldeklaration sämtlicher Roh- und Inhaltsstoffe. Besonders die Anbieter von Ökoprodukten liefern eine solche vollständige Auskunft über die Inhaltsstoffe und chemischen Substanzen. Eine gute Orientierung sind auch Prüfsiegel und Zertifikate.

Holz - Frisch aus dem Wald

Foto: BDF FertighausWelt Wuppertal

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, dann greifen Sie bei Ihren vier Wänden zu natürlichen Baustoffen.  Als einer der gesündesten Baustoffe gilt Holz – aber nur, wenn man bei der Weiterverarbeitung natürliche Holzschutz- und Bindemittel einsetzt oder ganz darauf verzichtet. Der nachwachsende Baustoff punktet mit vielen Vorteilen:

  • Holz fühlt sich immer warm an und besitzt gute Wärmedämmeigenschaften.
  • Zudem wirken unbehandelte heimische Holzarten antibakteriell.
  • Auch auf das Raumklima hat der Baustoff positive Auswirkungen: Er kann Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen, zwischenspeichern und später wieder abgeben. Damit man im eigenen Haus von dieser positiven Eigenschaft profitieren kann, sollte man das Holz jedoch diffusionsoffen verbauen und nicht mit Lacken oder Folien versiegeln.

Wie wohngesund Holzbaustoffe aus Spänen oder Fasern sind, hängt von ihren Klebern und Zusatzstoffen ab. Ein wirklich nachhaltig gebautes Haus erhalten Sie, wenn Sie nicht nur einen Blick auf die Inhaltsstoffe, sondern auch auf die Herkunft des Baumaterials erhalten. Für eine nachhaltige Forstwirtschaft stehen das „FSC“- und das „PEFC“-Label.

Lehm – Der Klassiker

Ein weiterer natürlicher Baustoff, der eine sehr lange Bautradition besitzt, ist Lehm. In den letzten Jahrhunderten weitgehend von Holz verdrängt, wird das Material heute zunehmend wieder zum Hausbau eingesetzt – vor allem in Form von Lehmziegeln, Stampflehm und Bauplatten.

  • Ähnlich wie Holz ist er in der Lage, Feuchtigkeit schnell aus der Raumluft aufzunehmen, um sie später wieder abzugeben.
  • Zudem ist er ein sehr guter Wärmespeicher, was gerade im Hochsommer angenehm ist.

Um die Wärmedämmeigenschaften zu verbessern, werden dem Ton-Schluff-Sand-Gemisch luftporenhaltige Zuschlagstoffe beigemischt. Auch diese sollten möglichst naturnah sein.

Stein auf Stein

Aus verschiedenen Materialien setzen sich Ziegel, Kalksandstein und Porenbeton zusammen.

Ziegelsteine bestehen aus Lehm, Ton, Sand und natürlichen Zuschlagstoffen. Vollmauerziegel besitzen eine gute Wärmespeicherfähigkeit und einen hohen Schallschutz. Porosierte Hochlochziegel zeichnen sich dagegen durch eine gute Wärmedämmung aus. Es gibt auch Produkte, die mit Dämmmaterial gefüllt sind. Wenn Sie sich ein rundum natürliches Haus wünschen, dann verwenden Sie aber nur Ziegel mit einer natürlichen Dämmung, beispielsweise perlitgefüllte Varianten.

Kalksandsteine bestehen aus Branntkalk und Quarzsand und werden unter Dampfdruck gehärtet. Im gesamten Herstellungs- und Verarbeitungsprozess entstehen keine schädlichen Emissionen. Da die Steine eine nur geringe Wärmedämmung bieten, benötigen die Außenwände zusätzliche Dämmung.

Kalksandstein wird aus den Naturmaterialien Kalk, Wasser und Sand hergestellt – ohne
weitere Zusätze. (Foto: epr/Bundesverband Kalksandsteinindustrie)

Die Ausgangsstoffe für Porenbeton sind hauptsächlich quarzhaltiger Sand und Wasser. Als Bindemittel kommen entweder Kalk oder Zement zum Einsatz, wobei aus baubiologischer Sicht Steine mit Kalkbindemittel empfehlenswerter sind. Ihre charakteristische Porenstruktur erhalten Porenbetonsteine durch die Zugabe von Aluminiumpulver. Die kleinen Lufteinschlüsse sorgen nicht nur für ein ausgeglichenes Raumklima, sondern auch für einen guten Wärmeschutz – ganz ohne zusätzliche Dämmschicht.

Lesen Sie auf der folgenden Seite wissenswertes zu Dämmstoffen und Prüfsiegeln

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