Natürlich nachhaltig

Natürlich nachhaltig
Das Stadtquartier Neckarbogen soll ein Musterbeispiel an Nachhaltigkeit werden. Foto: Bundesgartenschau Heilbronn 2019

Heute sind Energieeffizienz und Klimaschutz im Hausbau selbstverständlich geworden und gesetzlich vorgeschrieben. Einige Projekte gehen in puncto Nachhaltigkeit aber noch einen Schritt weiter.

Walter Gropius und seine Mitstreiter beschäftigten sich stets mit dem wissenschaftlichen Fortschritt, auch im Bereich Biologie, Ökologie sowie Physik. Ein Haus sollte dem Wohl von Mensch und Natur dienen! Hätten die Bauhäusler also schon vor 100 Jahren die Möglichkeiten gehabt, die uns die moderne Bautechnik heute bietet, wäre energieeffizientes und nachhaltiges Bauen sicher auch in ihrem Interesse gewesen. Und die typische schnörkellose Kubatur ihrer Entwürfe bietet dafür die beste Grundlage. Denn heute weiß man, dass sich ein kompakter Baukörper ohne Erker, Gauben und Co. günstiger auf die Energiebilanz des gesamten Gebäudes auswirkt.

Haus mit Köpfchen

Der gläserne Bungalow wurde mit einer künstlichen Intelligenz ausgestattet und stellt sich selbstständig auf die Bedürfnisse seiner Bewohner ein. Foto: Huf Haus

Dank modernster Technik stehen uns im Hausbau heute alle Wege offen, den Bauhausgedanken auf individuelle Weise fortzuführen. Glas spielt dabei natürlich nach wie vor eine wesentliche Rolle: Ein Vorreiter transparenter Architektur ist der Hersteller Huf Haus, der mit seinen modernen Holzfachwerkhäusern die Vorteile der Materialien Holz und Glas vereint. Gemeinsam mit dem Technologiekonzern IBM entwickelte das Unternehmen nun am firmeneigenen Musterhauspark in Hartenfels den filigranen Bungalow „Ausblick“, der mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) lernfähig ist und sich auf die Bedürfnisse seiner Bewohner einstellen kann. Dazu gehört auch die Auswertung von Wetter- und Temperaturdaten, anhand derer das intelligente Haus eigenständig die Verbrauchswerte für Heizung und Strom optimiert. Erstmalig wurden zudem die Glaselemente rein mechanisch, also ohne chemische Klebstoffe, in die Fachwerkkonstruktion integriert.

Grünes Stadtviertel am Neckar

Auf dem BUGA-Gelände in Heilbronn entstehen lebendige, vielfältig nutzbare Wohnviertel für bis zu 3.500 Menschen. Foto: Bundesgartenschau Heilbronn 2019

Im wahrsten Sinn des Wortes „grün“ wird das Bauhaus auch im Rahmen der diesjährigen BUGA-Stadtausstellung in Heilbronn. Als Teil der Bundesgartenschau entsteht in der baden-württembergischen Großstadt das Stadtquartier „Neckarbogen“. Dieses soll dabei natürlich energieeffizient, umweltschonend und größtenteils barrierefrei in lebendigen, vielfältig nutzbaren Wohnvierteln Platz für bis zu 3.500 Menschen bieten. Jedoch spielt nicht nur die Gestaltung des öffentlichen Raums eine große Rolle, sondern auch die Architektur als gemeinsame, zukunftsweisende Schöpfung verschiedenster Künste und Gewerke. Ganz so wie es sich das Bauhaus stets zum Ziel setzte. Eingesetzt werden innovative Technologien und Materialien wie eine Holzhybridbauweise, monolithische Infraleichtbetonbauten mit vertikaler Begrünung und ein Blockheizkraftwerk. Im Ausstellungsbereich verkörpert der „Pavillon of Waste“ das Thema „ganzheitliches Bauen“, der komplett aus recycelten Materialien produziert ist.


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