Reportage: Natur pur

Reportage: Natur pur
Fotos: Kneer-Südfenster

Ein Naturstammhaus am Rande der Schwäbischen Alb sorgt für erstaunte und bewundernde Blicke. Dem ungewöhnlichen Zuhause ist der Brückenschlag zwischen rustikalem Holzhaus und modernem Wohnen gelungen.

Kneer-Südfenster

Das Naturstammhaus planten die Bauherrn gemeinsam mit Bruce Ofield. Auf der Schwäbischen Alb fügt es sich harmonisch in die Umgebung ein.

Wer die Berge liebt, egal ob im Winter zum Skifahren oder das restliche Jahr über zur Wandersaison, der kennt die klassische alpenländische Architektur vieler Berghütten. Kommt kein Stein zum Einsatz, dann baut man in diesen Regionen mit Blockbohlen oder ganzen Stämmen. So entstehen die typisch rustikalen und so gemütlichen Hütten, in denen man gerne bei einem heißen Tee oder einem kühlen Radler eng beisammensitzt und das urige Flair genießt. Doch lässt sich diese Art Architektur auch ins Flachland transportieren, und dann vielleicht auch noch mit dem Anspruch auf modernes Wohnen vereinbaren?

Ganze Stämme auf der Alb

Modern und sehr elegant: Auf die offene Dachgalerie führt eine Harfentreppe mit einseitig aufgehängten Stufen.

Eine Paar aus dem Landkreis Göppingen wagte diesen Versuch. Sie wollte sich ein rustikales Naturstammhaus bauen, das jedoch innen modernsten Wohnkomfort erfüllen sollte. Auf der Suche nach einem geeigneten Baupartner, der das Projekt gemeinsam mit ihnen realisiert, stieß sie auf Bruce Ofield. Der Kanadier, der nach Deutschland ausgewandert ist, hat sich mit seinem Unternehmen „ofield log homes“ in Lückenburg bei Trier auf die Planung, Konstruktion und Herstellung von Naturstammhäusern spezialisiert. Er konnte die Bauherren für seine handwerklich gefertigten Blockhäuser auf hohem technischem Niveau sofort begeistern. Das Besondere dieser Gebäude: Konstruktion und Wände bestehen aus ganzen Stämmen. Dadurch entsteht eine ganz ursprüngliche, spezielle Optik. Gemeinsam mit Bruce Ofield entstand ein modernes Blockhaus, das vom Grundriss her genau ihren Vorstellungen entspricht. Es wurde ein Haus für zwei, in dem es sich auch im Alter noch komfortabel wohnen lässt. Den Bogen zum modernen Wohnen schlugen sie ganz einfach über große Fenster, zwei Dachloggien und einen komplett verglasten Südgiebel.

Viel Glas

Über die großen Glaselemente, die an die beiden Dachschrägen grenzen, strömt viel Tageslicht in den Wohnraum.

Das Haus präsentiert sich als klassischer Satteldachbaukörper mit weitem Dachüberstand. Die dicken runden Stämme aus Weißtanne in der Fassade verleihen dem Haus schon ein wenig Berghüttencharakter. Aufgelockert wird die Optik durch die weißen Putzelemente außen am Eingangsbereich und die großen Glasgiebel im Dachgeschoss. Der Wohnraum im Haus erstreckt sich auf zwei Ebenen, wobei die Dachgeschossfläche als offene Galerie gestaltet wurde. Insgesamt stehen knapp 150 m² Wohnfläche zur Verfügung. Beeindruckend ist das moderne Wohngefühl im Haus. Der offen konzipierte Wohnbereich, an den sich die Küche sowie ein Essplatz direkt anschließen, erstreckt sich teils offen bis unters Dach – dank der Galerielösung. Das durch die vielen Fensterelemente einströmende Tageslicht kann sich so perfekt im ganzen Haus verteilen. Den Übergang zum Garten markiert eine Loggia, die über eine Hebe-Schiebe-Tür vom Wohnbereich abgetrennt ist. Schlafzimmer, Ankleide, Bad und Gäste-WC sowie ein Vorratsraum befinden sich ebenfalls im Erdgeschoss. Die offene Galerie wird momentan als Arbeitsbereich oder Übernachtungsmöglichkeit für Gäste genutzt.

Fenstereinbau auf Maß

Kneer-Loggia

Die gartenseitige Loggia lässt sich individuell über eine Hebe-Schiebe-Tür vom restlichen Wohnbereich abtrennen.

Die zahlreichen Fensterelemente nehmen durchaus eine gewichtige Rolle bei der Optik des Wohnraums ein. Die Bauherren entschieden sich für dreifach verglaste Aluminium-Holz-Fenster in Kiefer des Herstellers Kneer-Südfenster. Die Aluminium-Außenschale der Fenster ist in der Farbe „Trendgrau“ pulverbeschichtet, das Holz auf der Innenseite in „Weißaluminium“ lackiert. Das gibt einen schönen Kontrast zu den Naturstämmen. Durch die dicken, massiven Holzwände verfügt das Haus über gute Dämmwerte. So musste auch beim Einbau der Fensterelemente darauf geachtet werden, keine ungewünschten Wärmebrücken zu schaffen. Zur Montage der Fenster mussten die Stämme ausgefräst und in die Öffnung musste ein schwimmender Rahmen eingesetzt werden. Die Hohlräume wurden dann mit Holzwolle gedämmt. Zwischen den Fensterrahmen und den Gleitrahmen stellt ein Quellband, das über die komplette Fenster-Einbautiefe eingelegt wurde, einen raumseitig luftdichten und im Außenbereich schlagregensicheren Anschluss her. Die Bauanschlussfugen sind mit Deckleisten versehen und vor Witterungseinflüssen geschützt. Der Einbau der Giebelfenster wurde zum Kraftakt: An jeder Seite der Dachschräge wurde ein großes Glaselement an einem Stück eingesetzt. Dabei waren Gewichte von bis zu 230 kg zu stemmen.
Die Haustechnik befindet sich in einem Anbau, der, wie auch der Carport, in Holzrahmenkonstruktion errichtet wurde. Hier setzten die Jehles ganz auf erneuerbare Energien: Auf dem Flachdach des Anbaus ließen sie Solarkollektoren montieren, die die Warmwassererzeugung und die Heizungsunterstützung übernehmen. Auch das Gartenschwimmbad kann mit ihrer Kraft beheizt werden. Hauptenergiequelle im Winter ist ein gemütlicher Grundofen, der über die Fußbodenheizung das ganze Haus mit Wärme versorgt.

Mehr Infos: www.ofield.dewww.kneer-suedfenster.de


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