Perfekt aufgestellt: Trockenbauwände

Perfekt aufgestellt: Trockenbauwände
Foto: Knauf Bauprodukte

Trockenbauwände machen Spaß! Sie lassen sich schnell und einfach aufstellen und je nach Bedarf wieder wegnehmen. Viel Vergnügen bereitet bereits die Planung der Wand, die als volle Fläche, als halbhohe Theke, als Wand mit Tür bzw. Durchreiche oder mit vorinstallierten Leuchten in Erscheinung treten kann.

Nach Herzenslust musizieren: Spezielle Gipsplatten von Knauf Bauprodukte sorgen für einen wirksamen Schallschutz. Foto: djd/Knauf Bauprodukte

Wände in Trockenbauweise sind vor allen Dingen eins: flexibel. Sie lassen sich schnell und einfach errichten – und bei Bedarf wieder entfernen.

Aus einem großen Kinderzimmer werden beispielsweise zwei kleinere, in der Küche spielt eine halbhohe Trennwand Theke und im Wohnzimmer wird der Arbeitsplatz vom restlichen Raum abgetrennt. Der Fantasie sind (fast) keine Grenzen gesetzt. Selbst im Badezimmer kann eine Trennwand eingesetzt werden – mit der richtigen Materialwahl sogar im Spritzwasserbereich. Eine wesentliche Entscheidung, die Heimwerker treffen müssen – abgesehen von der Form und Gestaltung der Wand an sich – ist die Wahl der Baumaterialien. Dabei geht es zum einen um die Unterkonstruktion – das Gestell – und zum anderen um die Beplankung. Das sind die Platten, die auf der jeweiligen Unterkonstruktion befestigt werden.

Unterkonstruktion

Das Schiebetürsystem „Pocket Kit Silent“ von Knauf
Bauprodukte sperrt den Lärm aus. Foto: Knauf Bauprodukte

Für die Unterkonstruktion stehen im Wesentlichen zwei Materialien zur Verfügung: Holz oder Metall, in der Regel Aluminium. Die Aluminiumprofile, die als C- oder U-Profile im Baumarkt erhältlich sind, können sehr einfach mit einer Blechschere bearbeitet werden. Manchem ist hingegen das Arbeiten mit Holz und einer Handkreissäge vertrauter. Grundsätzlich wird beim Aufbau der Unterkonstruktion die Form und Gestaltung der Wand festgelegt. Höhe der Wand, Türöffnungen, Durchreichen, aber auch sogenannte Traversen, also zusätzliche Querprofile zur Aufnahme besonderer Lasten wie schwere Hängeschränke, müssen ebenso berücksichtigt werden wie die Anforderungen an den Schall- und Brandschutz. Mit der Unterkonstruktion wird die maximale Dämmstärke festgelegt.

Beplankung

Die massive Wohnbauplatte „Habito“ von Rigips ermöglicht eine Lastenbefestigung von bis zu 30 kg pro Schraube. Zudem bietet sie einen guten Schallschutz. Verarbeiten lässt sie sich wie eine herkömmliche Gipsplatte. Foto: epr/Saint-Gobain Rigips

Schall- und Brandschutz sind übrigens auch ein Thema bei der Beplankung. So kann der Schallschutz gut durch eine doppelte Beplankung, also durch zwei Plattenschichten pro Seite, erhöht werden. Der Klassiker unter den Trockenbauplatten sind Gipskarton- oder Gipsfaserplatten. Sie sind relativ leicht und dementsprechend gut zu verarbeiten: Zugeschnitten werden sie lediglich mit einem Cutter. Während Gipskartonplatten eine feinere Oberfläche bieten, sind Gipsfaserplatten tragfähiger. Alternativ können Holzwerkstoffplatten wie MDF- oder Holzspanplatten verwendet werden. Sie bieten den Vorteil, dass an ihnen auch schwerere Gegenstände befestigt werden können. Wem hingegen das Raumklima besonders wichtig ist, der entscheidet sich für Lehmbauplatten. Sie sind zwar weniger belastbar und machen auch mehr Dreck bei der Montage, können aber besonders gut die Raumfeuchtigkeit regulieren.

Der Aufbau

Knauf Bauprodukt bietet mit der „Mineral Wool 35“ eine Dämmung an, die sich dank der hohen Festigkeit
schnell verarbeiten lässt. Foto: Knauf Bauprodukte

Zunächst geht es um den Aufbau der Unterkonstruktion. Diese muss gerade und lotrecht sein. Eines der wichtigsten Werkzeuge ist daher die Wasserwaage und eventuell ein Senklot. Egal, ob die Wand aus Metall oder aus Holz gebaut wird, das Prinzip ist immer das Gleiche: Als Erstes werden auf Maß geschnittene Profile an Boden, Wänden und Decken befestigt und so der Rahmen der Wand erstellt. Dann werden zwischen Boden- und Deckenprofilen die Ständer eingestellt, aufgerichtet und lotrecht ausgerichtet.

Bei Systemen aus Metall werden hierbei sogenannte C-Profile in passende U-Profile an Decke und Boden geschoben. Bei der Holzvariante können Systeme aus vorgefertigten Hölzern mit Nut die Arbeit erleichtern. Dabei werden in die Stiele lediglich Metallklammern eingesetzt und in die Nut der Boden und Deckenprofile gesteckt. Alle Bauteile müssen einzeln vor Ort aufgemessen und zurechtgeschnitten werden. Der Abstand der Stiele beträgt idealerweise 62,5 cm. Alle Bauteile, die an Wände, Boden oder Decke stoßen, sollten schallschutztechnisch entkoppelt werden, um zu verhindern, dass Schallbrücken entstehen.

Eine Kletterwand für den Nachwuchs? Mit der massivenWohnplatte „Habito“ lässt sich dieser Wunsch problemlos realisieren. Foto: epr/Saint-Gobain Rigips

Metallschienen werden daher mit einem Dichtband, Holzprofile mit einem Dämmstreifen versehen. In das so aufgebaute Traggerüst werden nun alle geplanten Öffnungen eingebaut. Für eine Tür muss beispielsweise ein Türsturz eingefügt werden. Bei Metallsystemen sollten für die Türbegrenzung stärkere Profile eingesetzt werden, da auf eine Tür deutlich größere Kräfte wirken. Auch die Dicke der Wand wird über die Breite der Profile festgelegt. Gerade wenn die Wand als HiFi- und Multimediawand eine Vielzahl elektronischer Geräte wie Lautsprecher, Anlage und Fernsehgerät versorgen soll oder verschiedene Lichtquellen eingebunden werden, müssen in der Wand Kabel verlegt werden.

Besonders beim Dachgeschossausbau leisten Trockenbausysteme gute Dienste. Zwischen den Platten finden die Versorgungsleitungen Platz. Foto: HLC/EN-OP

Metallprofile sind hierfür bereits mit den passenden Löchern versehen, Holzprofile müssen hingegen noch gebohrt werden. Sind alle Planungen berücksichtigt, wird die Unterkonstruktion, auch Ständerwerk genannt, beplankt. Hierfür werden zunächst auf einer Seite die gewählten Platten auf die Konstruktion geschraubt, dann die Verkabelung gelegt und die Dämmung eingesetzt und anschließend die zweite Seite geschlossen. Je nach System und Platten müssen diese nun noch verspachtelt und gestrichen, verputzt und/ oder tapeziert werden.

Besondere Gestaltung

Nach dem Aufstellen können Sie die Wände individuell gestalten – beispielsweise mit einer Raufasertapete des Herstellers Erfurt, die sich mehrfach überstreichen lässt. Foto: epr/Erfurt

Trockenwände können übrigens auch unschöne Ecken kaschieren und gleichzeitig Stauraum und Struktur schaffen. Soll die Trennwand nicht zu schlicht daherkommen, können mit Leuchten tolle Effekte erzielt werden, beispielsweise, indem bereits im Grundgerüst L- und U-förmige Elemente oder Blenden eingebaut werden, hinter denen die Leuchtmittel verschwinden und nur ihr Licht in Erscheinung tritt. Vorsicht ist allerdings bei Elektroanschlüssen geboten: Sowohl im Hinblick auf Sicherheit als auch auf die Gewährleistung werden diese besser von einer Fachfirma durchgeführt. Auch die Statik kann ein Thema werden, wenn große Gewichte wie Küchenschränke an der Trennwand befestigt werden sollen. Dann nämlich addiert sich die Last der Schränke und ihr Inhalt zu dem Gewicht der Wand selbst, die in diesem Fall ein höheres Eigengewicht haben muss. Hier sollte der Standort der Wand am besten mit einem Statiker oder Architekten abgestimmt werden.

Tipps und Tricks zum Selbermachen

Profi-Tipps

1) Am besten wird der Verlauf der Wand zunächst an der Decke markiert und dann mit einem Senklot auf den Boden übertragen. Am Boden kann der Wandverlauf wiederum gut mit einem Klebestreifen markiert werden.

2) Auch wenn die Wand in größeren Platten schneller fertig gestellt ist, sollte bei der Auswahl der Plattengröße der Transport, beispielsweise über eine enge Wendeltreppe bedacht werden.

3) Für Trennwände im Bad können spezielle imprägnierte Gipsplatten verwendet werden. Sollen die Platten gefliest werden, braucht die Wand eine doppelte Beplankung und oft auch ein doppeltes Ständerwerk. Im Spritzwasserbereich muss vor allen Dingen auf eine gute Abdichtung geachtet werden. So gibt es beispielsweise speziellen Fugenmörtel und Flüssigfolien für Fruchträume.

4) Soll beispielsweise eine Tür in die Wand eingebaut werden, sorgen UA-Profile für besondere Stabilität.

5) Mit einem speziellen Ständewerk lassen sich auch Wandheizungen in eine Trockenbauland integrieren.

 


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