Frischer Wind: Raumgestaltung

Frischer Wind: Raumgestaltung
Foto: car-Selbstbaumöbel

Die eigenen vier Wände kommen Ihnen inzwischen ganz schön öde vor? Dann ist es Zeit für Veränderung. Noch einmal gänzlich neu unter die Lupe genommen, lassen sich die Räume im Haus oftmals viel intelligenter einrichten und mit neuen Bodenbelägen oder Wandfarben komplett anders stylen. Kreativität ist angesagt – aber nicht ohne einen Plan.

Die Gründe für eine neue Raumgestaltung können vielfältig sein. Zuweilen spielen sich verändernde Lebensbedürfnisse eine entscheidende Rolle. Doch nicht selten hat man sich einfach nur sattgesehen an dem wohlbekannten Farben- und Formenspiel. Vor dem Ärmelhochkrempeln steht jedoch zunächst einmal die Bestandsaufnahme an! Ein Vorgang, den man ohnehin schon x-mal in Gedanken durchgespielt hat. Dazu gibt es folgende drei große Fragen. Erstens: Was gefällt mir so gar nicht mehr an meiner einstigen Wohlfühlzone? Zweitens: Worauf kann und möchte ich hingegen auch in Zukunft auf keinen Fall verzichten? Drittens: Welche Farbtöne, Materialien, Möbelstücke und Accessoires sprechen mich an?

Die Backsteinwand ist im zarten rosa Farbton „Confetti 274“aus der neuen Pink-Collection von Little Greene gestrichen. Foto: Little Greene

Little Green präsentiert „Córdoba 277“: Der kräftige Aubergineton kontrastiert schön mit dem schlichten Weiß im Bad. Foto: Little Greene

Doch Antworten zu finden, ist oft gar nicht so einfach. Hilfreich ist hier der Gang durch Baumärkte, Fachgeschäfte und Möbelhäuser, damit die eigene Raumgestaltung Form annimmt. Zumindest vor dem inneren Auge. Nehmen Sie sich dabei Farb- und Materialmuster für zuhause mit. Und dann gibt es noch den Blick in Wohnzeitschriften oder -blogs.

Raumgestaltung in der Theorie …

Raumgestaltung in der Küche

Ein Vintage-Look für die Wand mit „Digiart10“ von Mocopinus: Die Dreischichtplatten sind mit alten Schriftzügen bedruckt. Foto: epr/Mocopinus

Das World Wide Web ist überdies eine gute Anlaufstelle, will man seine Vorstellungen schließlich „zu Papier“ bringen. Einrichtungsplaner in 3-D, erwecken das künftige Zimmer maßstabsgetreu zum Leben. Auf diesem Weg lassen sich virtuell Räume mit Trennwänden versehen, Möbelstücke platzieren sowie Wände und Fußböden einfärben. So manifestieren sich Träume oder platzen abrupt, da die konkreten Raummaße etwaigen Möbelwünschen im wahrsten Sinne des Wortes im Weg stehen.

Wer es lieber konventionell mag, zeichnet einen Grundriss und behilft sich beim „Möbelverrücken“ mit Bleistift und Radiergummi. Doch egal welche Herangehensweise Sie bevorzugen. Die Anfertigung eines Raumplans bedeutet auch immer ein leeres Zimmer und nimmt das anstehende Ausräumen gewissermaßen vorweg. Zudem rücken so feste Details wie Fenster, Türen oder Heizkörper noch einmal in den Blick.

… und der Praxis

Raumgestaltung für Kinder in bunt

Das kühle Blau erinnert an die Farbe des Meeres und ist perfekt für kleine Piraten. Aus der Kollektion Alpina Farbenfreunde. Foto: epr/Alpina

Lichtet sich nun der betreffende Raum, wandert ein Möbelstück nach dem anderen durch die prüfenden Hände und es geht ans Aussortieren. Es müssen aber nicht zwangsläufig alle Möbel ersetzt werden, wenn man seine Räume neu gestaltet. Mit einem konkreten Neugestaltungskonzept vor Augen lassen sich so die verbleibenden Einrichtungsobjekte mit dem künftigen Farb- und Lichtkonzept harmonieren. Eine Neuanordnung kann schon wahre Wunder in Helligkeit und optischer Größe bewirken.

Farbenspiel

Raumgestaltung mit bunten Stuhlen

Tolle Möbel zum Selbstaufbauen gibt es unter www.car-moebel.de. Foto: car-Selbstbaumöbel

Kräftige Rottöne beispielsweise wirken anregend und erwärmen die Seele, entfalten je nach Intensität für so manchen Betrachter aber auch durchaus eine aggressive Note. Warme Erdtöne federn dies ein wenig ab, können jedoch im vollumfänglichen Einsatz gleichermaßen „erdrückend“ wirken. Blau hingegen strahlt Kühle und Ruhe aus. Grün wird gerne für ein kreatives Umfeld eingesetzt. Mit Holztönen in Möbeln oder am Boden kombiniert wirkt so ein Raum entspannend.

Nicht wenige sehnen sich nach einem langen, kalten Winter nach hellen, lebensbejahenden Farben, welche die sonnige Jahreszeit willkommen heißen, beispielsweise frische Pastelltöne, ein zartes Beige oder Cremeweiß. Weniger ist aber auch manchmal mehr. So spricht nichts dagegen, nur eine Wand in einem kräftigen Farbton erstrahlen zu lassen und die übrige Fläche dezenter und damit zeitloser zu gestalten. Ist der Raum ohnehin eher knapp bemessen, zaubern ein lichtes, einheitliches Farbkonzept und eine ebenso helle Zimmerdecke optische Weite. In großzügigeren Räumen hingegen können Farbkontraste und auffallende Muster, etwa florale und naturnahe Motive, reizvolle Akzente setzen.

Kleine Mittel, große Wirkung in der Raumgestaltung

Fliesen verleihen dem Wohnraum einen modernen Look. Hier zu sehen: „Terre“ der Firma Steuler in der Größe 75 x 75 cm. Foto: Deutsche Fliese/Steuler

Akzentuieren lässt sich auch mit dem passenden Bodenbelag. Grundsätzlich gibt zunächst die Art der Nutzung den Ton an. Aktivräume verlangen in der Regel eine robustere Ausstattung, sei es durch Fliesen oder Parkett; Rückzugsräume werden mittels eines weichen Teppichflors zu einem gemütlichen Hort. Dabei macht es ohne Frage Spaß, die Zonen der einzelnen Lebensbereiche (neu) zu definieren, sind doch dem Farb- und Formenwunsch ohnehin kaum Grenzen gesetzt. Zugunsten eines harmonischen Gesamtbilds allerdings wird man sich an den Farbtönen der Wände orientieren oder diese umgekehrt auf den Boden abstimmen.

Denkbar einfache i-Tüpfelchen lassen sich schließlich mit dem gezielten Einsatz von Wohntextilien setzen – für viele insgeheim das Highlight beim Neugestalten eines Zimmers, da sich der Austausch auch ohne größeren Aufwand bewerkstelligen lässt und dennoch eine nachhaltige Wirkung entfaltet. Je nach Farbkonzept des Raums können neue Kissen- und Sofabezüge, Sitzauflagen, De cken oder Tischläufer bestimmte Nuancen widerspiegeln bzw. bewusst kontrastieren, auch um die ganz persönliche Note mit einzubringen. Gleiches gilt für Gardinen, Vorhänge & Co. Warum nicht anstatt schwerer, opulenter Schals mit Transparenz und Leichtigkeit aufwarten? Sonnenlicht ist immer ein schmückendes Accessoire.

Lebensnah

Der Esstisch der Firma car-Selbstbaumöbel wurde aus recyceltem Eichenholz per Hand gearbeitet. Jeder Tisch ist ein Unikat. Foto: car-Selbstbaumöbel

Überhaupt sollte man nicht überfrachten, in kleinen Räumen schon gar nicht. Ist beim Platzieren der Möbelstücke auf genügend Spielraum für Schubladen und Türen zu achten, kommt multifunktionalen Objekten gerade im beengten Umfeld eine ganz besondere Bedeutung zu. Egal, ob man klappt, zieht oder schwingt: Flexible Möbel bieten oftmals einen erstaunlichen Mehrwert, der sich gerade an der lebenspraktischen Doppelnutzung von Räumen orientiert. Hinter Sichtblenden verbirgt sich so ungeahnter Stauraum, ohne die Stillinie des Zimmers zu beeinträchtigen. Damit wird beispielsweise aus einem Schlafraum auch ein Arbeitsbereich. Oder das Arbeitszimmer wird im Handumdrehen zur Gästenutzung umfunktioniert.

Das Konzept des offenen Wohnens lässt sich beispielsweise durch einen Wanddurchbruch erreichen. Bevor man sich jedoch ans Werk begibt, ist in jedem Fall ein Fachmann zurate zu ziehen, damit die Statik des Hauses nicht im wahrsten Sinne des Wortes ins Wanken gerät. Mit dem passenden Werkzeug ausgestattet, angefangen bei einer Wasserwaage bis hin zum Trennschleifer und Bohrhammer, kann auch der erfahrene Heimwerker für ein Mehr an Raum sorgen. Ist dieser jedoch schon im Überfluss vorhanden, können stattdessen Trennwände aus Holzoder Metallprofilen und Gipsplatten den alten Grundriss noch einmal völlig neu strukturieren.


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