Satte Fördertöpfe

Satte Fördertöpfe

Bauherren müssen die Eigenheim-Finanzierung nicht alleine schultern. Wer auf erneuerbare Energien setzt, kann auf Hilfe von Bund, Ländern & Kommunen hoffen.

Angesichts der finanziellen Belastungen fällt vielen die Entscheidung für einen Hausbau nicht leicht. Zur Finanzierung dieser meist größten Investition im Leben wird mindestens ein Mithelfer benötigt: die Bank oder Sparkasse. Dabei rechnen viele Immobilienerwerber immer noch ohne den Staat, und das, obwohl in Deutschland schon seit jeher der Erwerb und Erhalt von Wohneigentum gefördert wird.

Die KfW

Eine der wichtigsten und verlässlichsten Anlaufadressen für staatliche Fördermittel ist die Kreditanstalt für  Wiederaufbau, kurz KfW, die im Rahmen verschiedener Programme energiesparendes Bauen und Modernisieren unterstützt. Für Energieeffizienz auf hohem Niveau gibt es etwa das Programm „Energieeffizient Bauen“. Es gewährt allen Bauherren beim Bau oder Kauf eines „Energieeffizienzhauses 70“, „55“, „40“ oder eines vergleichbaren Passivhauses zu günstigen Zinskonditionen ein Förderkapital von bis zu 50.000 € pro Wohneinheit.

Mit den günstigen Zinskonditionen können Bauherren zehn Jahre fest kalkulieren. Für finanzielle Entlastung sorgen zusätzlich Tilgungsfreijahre: In dieser Zeit werden nur Zinsen fällig. Bei einer maximalen Laufzeit von 30 Jahren sind  etwa bis zu fünf tilgungsfreie Jahre möglich. Darüber hinaus offeriert das Programm noch eine extra Spargarantie: Wer beim Bauen die gesetzlichen Anforderungen deutlich unterschreitet, braucht weniger Geld zurückzuzahlen, als er sich leiht.

Weitere Förderungen

Neben Vater Staat bieten auch die Bundesländer, die Kommunen sowie die Energieversorger Förderprogramme an. Auch hier gilt: je energieeffizienter das Haus, desto höher die Förderung. So gibt es etwa für den Einsatz von innovativer  Technik – von der Wärmepumpe bis hin zum Minikraftwerk – so manchen Fördereuro vom lokalen Energieversorger.

Anders als der Bund fördern die Länder viel ausgeprägter bestimmte Zielgruppen oder Maßnahmen. Bevorzugt unterstützt werden auch hier hohe energetische Baustandards.

So unterschiedlich die Förderprogramme der Bundesländer aber auch ausfallen: Fast immer sind die Gelder an Einkommensgrenzen geknüpft. Und es gilt das Windhund-Verfahren: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ist der Fördertopf leer, gibt es kein Geld. Denn ein Rechtsanspruch auf Länder- bzw. Kommunalförderung existiert nicht.

Tipp:

Nicht alles dreht sich bei der staatlichen Förderung nur um das Energieeinsparen zu Hause. Auch für das Bausparen und für das Riester-Sparen spendiert der Staat Extraeuros. Seit Anfang 2008 gibt es den sogenannten Wohn-Riester, die Kombination aus privater Altersvorsorge über die Riester-Rente und Finanzierung von Wohneigentum. Förderfähig sind riesterzertifizierte Darlehen, Bausparverträge und Kombikredite aus einem Bausparvertrag und einem tilgungsfreien Darlehen.

Achtung!

grafik zinsenNoch sind die Konditionen für Wohnungsbaudarlehen sehr günstig. Experten warnen jedoch: Aufgrund des erwarteten konjunkturellen Aufschwungs dürften die Zinsen bald steigen. Wer also ein Haus bauen möchte, sollte sich den niedrigen Zinssatz möglichst bald sichern. Grafik: BHW Bausparkasse

 

 

Infopfade:

www.bine.info: Internetseite des BINE Informationsdiensts mit einem umfassenden Informationsangebot zu den Themen „Energieeffizienztechnologien“ und „erneuerbare Energien“.
www.dena.de: Internetseite der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), dem Kompetenzzentrum für Energieeffizienz und regenerative Energien.
www.energieagenturen.de: Die Seite des Bundesverbands der Energie- und Klimaschutzagenturen enthält Links zu sämtlichen Landesenergieagenturen in Deutschland.
www.energie-effizienz-experten.de: Expertenliste für Förderprogramme des Bunds.
www.erneuerbare-energien.de: Seite des Bundesumweltministeriums mit gesetzlichen Bestimmungen und attraktiven Fördermöglichkeiten rund um den Einsatz erneuerbarer Energien.
www.foerderdata.de: Gesamtüberblick über den Förderdschungel auf Bundes- und Länderebene. Ermöglicht die Abfrage von Fördermitteln für ein konkretes Bauvorhaben.
www.foerderdatenbank.de: Hier bietet das Bundeswirtschaftsministerium einen Überblick über sämtliche Fördertöpfe von Bund und Ländern.
www.kfw.de: Internetseite der Kreditanstalt für Wiederaufbau.
www.solartechnikberater.de: Der Onlinedienst des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) bietet einen Überblick über die Förderung von Solarstrom und Solarwärme des Bunds sowie der jeweiligen Bundesländer.

 

Den vollständigen Beitrag unserer Autorin Antje Schweitzer mit praktischer Checkliste zum Sammeln finden Sie in der Ausgabe Der Bauherr 4/2013!

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