Schallschutz

Schallschutz
Spezielle Schallschutzfenster – wie hier von Weru – sorgen dafür, dass der Straßenlärm draußen bleibt. Foto: epr/Weru

Was ist beim Schallschutz im Eigenheim zu beachten? Mit unserer Checkliste sehen Sie, welche Maßnahmen durchgeführt werden sollten.

1. Schallschutz von Anfang an planen

Berücksichtigen Sie der Schallschutz bereits bei der Planung des Hauses, denn eine nachträgliche Verbesserung ist sehr aufwendig und oft weniger effektiv. Die Art und die Qualität der äußeren Lärmquellen rund um Ihren Baugrund erfahren Sie bei der örtlichen Verwaltung. Der Geräuschpegel ist in lokalen Lärmkarten festgehalten.

2. Schallschutz vertraglich festlegen

Legen Sie Maßnahmen zum Schallschutz vertraglich mit dem Architekten oder dem Bauunternehmer fest. Die meisten Vertragsmodelle enthalten keine besonderen Vereinbarungen zum „erhöhten Lärm- oder Schallschutz“. Lassen Sie sich in jedem Fall die sogenannten „anerkannten Regeln der Technik“ (aRdT) vertraglich zusichern. Diese besagen, dass Schallschutzmaßnahmen angewendet werden, die sich allgemein bewährt haben. Das beinhaltet sowohl die Baumaterialien als auch die Baumaßnahmen.

3. Die Wahl des Materials berücksichtigen

Die Schalldämmung einschaliger Außenwände hängt vom Flächengewichtdes jeweiligen Materials ab: Je größer dieses ist, desto besser dämmt die Wand den Schall. Schwere Materialien wie Beton, Vollziegel oder Kalksandstein reduzieren dementsprechend den Schall besonders gut. Allerdings muss für einen guten Wärmeschutz dann die Dicke erhöht werden. Für einen erhöhten Wärmeschutz wird oft ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) eingesetzt. Dessen Schallschutzeigenschaften hängen im Wesentlichen von der Steifigkeit, der Dicke und der Befestigung der Dämmschicht sowie von der Dicke des Putzes ab. Heute werden in WDVS häufi gelastifizierte Polystyroldämmplatten eingesetzt, die nicht nur den Wärme-, sondern auch den Schallschutz erhöhen.

4. Reihen- und Doppelhäuser mit entkoppelten Wänden

Schenken Sie bei Reihen- oder Doppelhäusern den Trennwänden besondere Beachtung. Zum direkt angrenzenden Nachbarn müssen zwei komplett entkoppelte Trennwände eingesetzt werden.

5. Bei Bedarf auch das Dach dämmen

Sind das Gebäude und seine Bewohner einer hohen Lärmbelastung – etwa Fluglärm – ausgesetzt, muss auch das Dach mit einem guten Schallschutz ausgestattet sein. Es empfehlen sich hier großformatige Fertigteile statt Holzkonstruktionen und eine schallschluckende Dämmung.

6. Trittschalldämmung

Für eine gute Trittschalldämmung sorgt ein schwimmender Estrich. Damit keine Schallbrücke entsteht, muss dieser durch eine Dämmschicht von der tragenden Geschossdecke und einen Randstreifen von den flankierenden Wänden getrennt werden. Kontrollieren Sie auch, ob die durch den Estrich laufenden Rohre entkoppelt sind, etwa durch eine kleine mit Dämmstoff ausgefüllte Fuge.

7. Schalldämmung bei Türen

Bei Türen gilt: Je schwerer sie sind, desto höher sind ihre Schalldämmwerte. Achten Sie darauf, dass die Türen dicht am Boden abschließen.

8. Schalldämmung bei Rohren

Auch über Abflussrohre können störende Geräusche entstehen. Achten Sie auf die Verwendung von körperschalldämmenden Rohraufhängungen wie isolierten Rohrschellen etc. Sämtliche Rohrisolierungen müssen zudem lückenlos ausgeführt werden.

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